Servicestunde | 04.12.2019 Wie erkenne ich Online-Fakeshops? Tipps für das sichere Weihnachtsshoppen

Alle Jahre wieder - Weihnachtszeit bedeutet Shoppingzeit. Viele Menschen nutzen die Online-Variante und fallen immer wieder auf Fakeshops rein. Wie kann man sie erkennen und welche Bestimmungen gelten für Gutscheine?

Ein junger Mann sitzt vor einem Laptop und telefoniert dabei.
Online-Fakeshops sind keine Seltenheit. Vielen Kunden fällt der Betrug erst nach der Bezahlung auf. Bildrechte: imago images / Westend61

Es bringt viele Vorteile mit sich. Die Rede ist vom Kauf via Internet, dem sogenannten Online-Shopping. Gerade während der stressigen Weihnachtszeit, erweist sich diese Variante als äußert entgegenkommend und bequem. Die Vorteile sind überzeugend: Der Tagesablauf richtet sich nicht nach den Öffnungszeiten der Geschäfte, viele Schnäppchen lassen sich finden. Ein Klick und die Ware ist im Einkaufskorb und bald bei Ihnen. So einfach könnte es sein, doch die Verbraucherzentrale Thüringen warnt vor Fakeshops.

Fakeshops

Sie haben bezahlt und warten auf ihre Ware so lang, bis allmählich Misstrauen aufkommt. Viele Verbraucher fallen auf einen unseriösen Handel rein. Dieser Betrug findet im Internet statt und ist nur schwer auf den ersten Blick zu entlarven. Eine Unmöglichkeit stellt dies jedoch nicht dar, wie Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen sagt. Fakeshops haben ihren Sitz meist im Ausland, benutzen gefälschte Qualitätssiegel und sind bei Nachfragen kaum bis gar nicht zu erreichen. Das Geld in diesen Fällen wiederzubekommen, stellt nahezu eine Unmöglichkeit dar. Akzeptiert der Internetshop letztendlich nur die Vorabüberweisung als Zahlungsmöglichkeit, sollte dies ein Warnzeichen sein.

Wie Sie sich schützen können

Betrüger dieser Art kann man vermutlich kaum oder nur schwer aufhalten. Jeder Nutzer ist gut beraten, achtsam mit Online-Shops umzugehen, um sich nicht im Nachhinein zu ärgern. Das bedeutet, sich den Online-Shop genauer anzuschauen und auf bestimmte Dinge besonders zu achten:

  • Wird mit trastischen Preissenkungen geworben?
  • Sind die Preise reell für das Produkt, was ich haben möchte?
  • Wer betreibt die Internet-Domain? Wo führt sie hin?
  • Gibt es ein Impressum auf der Seite des Online-Shops?
  • Gibt es die Straße, die das Unternehmen angibt? (Gegebenenfalls über Google-Maps prüfen)
  • Lande ich inmitten eines Wohngebiets, wenn ich bei Google-Maps nach der Adresse suche?
  • Gibt es eine Widerrufsbelehrung?

Ist das Qualitätssiegel nur ein Foto, welches zu keinem Siegelanbieter verlinkt, sollte man ebenso stutzig werden. Auch zu niedrige Preise sind nicht immer ein gutes Schnäppchen. Hier sollte man lieber mit seriösen Online-Anbietern vergleichen und bestenfalls zum Unternehmen recherchieren. Der allgemeine Umgang ist mit einem gesunden Maß an Misstrauen sicherer, wie Ralf Reichertz sagt. Neben der eigenen Achtsamkeit, können die Erfahrungsberichte anderer Kunden ebenfalls ein Wegweiser des sicheren Shoppens sein.

Gutscheine und ihre Gültigkeit

Gutschein als Weihnachtsgeschenk
Gutscheine sind vor allem in der Weihnachtszeit sehr beliebte Geschenke. Bildrechte: Imago

Gerade während der Weihnachtszeit, sind Gutscheine ein alternatives Weihnachtsgeschenk. Doch wie lang sind sie eigentlich gültig? In der Regel spricht man von einer Dreijahresfrist, so Ralf Reichertz. Eine Befristung von weniger ist demnach unzulässig. Nicht alle Beschenkten können jedoch etwas mit einem Gutschein anfangen. In diesem Fall muss man darauf aufmerksam machen, dass der enthaltende Betrag nicht Bar ausgezahlt werden kann. Doch möglicherweise finden sich Interessierte auf Online-Plattformen, die den Gutschein abkaufen.

Gutscheine, die über Werbeaktionen von Unternehmen verschenkt werden, können hingegen auch nach zwei Wochen ihre Gültigkeit verlieren. Legitim, wie Ralf Reichertz sagt. Durch das Gratis-Geschenk, ist es dem Unternehmen möglich, die Bedingungen in allen Bereichen zu stellen.

Spendensammler oder Betrüger?

Um ganz sicher zu sein keinem Betrüger gegenüberzustehen, empfiehlt Ralf Reichertz sich den Sammlungsausweis vorzeigen zu lassen. In Thüringen verpflichtet ein Gesetz, dass das Sammeln von Spenden angemeldet werden muss. Nach der Anmeldung ist man im Besitz eines solchen Ausweises, den somit alle Spendensammler haben müssten.

Oft wird der Passant zu einer Unterschrift aufgefordert, dass er gespendet hat. Doch hier sollte man unbedingt aufpassen! Seriöse Spendensammler fragen nur nach dem Namen und nach keiner Unterschrift. Für den eigentlichen Zweck ist eine Unterschrift nämlich nicht von Nöten. Es empfiehlt sich hierbei auch das vorliegende Dokument genau durchzulesen, gegebenfalls auch die Rückseite. Ein weiterer Hinweis kann das Spendensiegel geben, welches das deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen verleiht. Die Überprüfung kostet die Einrichtung oder Person Geld, sodass man jedoch nicht immer von einem Umkehrschluss ausgehen darf.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 04. Dezember 2019 | 11:00 Uhr