Servicestunde | 20.11.2020 Geocaching - so funktioniert die moderne Schatzsuche

Mit Geocaching wird selbst ein schnöder Waldspaziergang zu einer spannenden Schatzsuche. Wie genau funktioniert die moderne Schnitzeljagd? Und was benötigt man dafür? In der Servicestunden von MDR THÜRINGEN verraten wir es.

ein Geocacher vermerkt seinen Fund im Logbuch und legt den Tupper zurück
Wer suchet, der findet. Beim Geocaching ist dieses Motto Programm. Bildrechte: IMAGO

Geocaching ist im Grunde eine moderne Schnitzeljagd. Genau wie bei dieser wird ein Gegenstand - der "Cache" - versteckt, den die Mitspieler suchen müssen. Die Verstecke können sich überall befinden - in der Stadt, im Wald, in einem See oder auf einem Berg.

Und je nach Schwierigkeitsgrad muss auch mal ein Rätsel gelöst werden, um den nächsten Hinweis zu erhalten. Dann sind Spürsinn, Geschick und Denkvermögen gefragt. Selbst für Kinder wird der schnöde langweilige Waldspaziergang so zu einer spannenden Schatzsuche.

GPS-Gerät beim Caching nicht Pflicht

Sie brauchen kein entsprechendes GPS-Gerät (Global Positioning System). Am Anfang genügt dafür ein Smartphone mit entsprechender App.

Profis verwenden spezielle GPS-Empfänger, die robuster und genauer sind. Allerdings kosten sie mindestens rund 100 Euro. GPS-Empfänger bestimmen den Standort des Nutzers mithilfe der Satelliten-Signale bezogen auf die Längen- und Breitengrade.

Ein GPS-Gerät steht auf einer Landkarte.
Eine App auf dem Smartphone tut es für den Geo-Caching-Anfänger auch. Bildrechte: colourbox.com

Wie suche ich den Schatz?

Wer einen Schatz versteckt, trägt die GPS-Daten ins Internet. Die führenden Plattformen sind dabei geocaching.com oder opencaching.de. Achtung: Die Boxen haben oft die Größe einer Filmdose! Es gibt aber auch künstliche Steine oder Holzstücke mit Geheimfach. Und manchmal gibt's auch nur die Ausgangsdaten. Denn es soll ja eine Schnitzeljagd sein.

Die kostenlose Registrierung ist auch für Neulinge, die Schätze suchen und verstecken wollen, problemlos möglich.

 Ein "Geocacher" sucht mit Hilfe eines Satellitennavigationsgerätes (GPS) ein verstecktes Behältnis, einen Cache
Wo steckt der Schatz? Bildrechte: dpa

Kategorien der Caches

Caches werden in verschiedene Kategorien eingestuft. Bei der Geländewertung bedeutet beispielsweise ein Stern "erreichbar auch für Rollstuhlfahrer", fünf Sterne "hier ist Spezialausrüstung, zum Beispiel Kletter- oder Taucherausrüstung" erforderlich.

Als Anfänger empfiehlt sich eine niedrige Geländewertung von höchstens drei und ein niedriger Schwierigkeitsgrad von ein bis zwei Sternen.

Frauenhand hält Handy mit Geocaching Navigation auf dem Display 11 min
Bildrechte: IMAGO

MDR THÜRINGEN - Das Radio Fr 20.11.2020 11:10Uhr 10:57 min

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/audio-geocaching-gps-suche-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Sicherheit geht vor

Wer allein auf zum Geocaching loszieht, sollte Familie oder Freunden Bescheid geben, wohin es geht und wie lange die Tour ungefähr dauern wird. Niemand sollte sich bei Touren in Gefahr begeben oder sich in Situationen stürzen, die er oder sie nicht abschätzen kann.

Weiterer Tipp: Wer auf verschlungenen Wegen in der wilden Natur unterwegs ist, sollte daran denken, die Route im GPS-Gerät zu tracken, also aufzuzeichnen. Auf diese Weise wird man im Zweifel wieder sicher an den Ausgangsort zurückgeführt.

Wenn ich den Schatz gefunden habe

Oberste Regel: Wer den Cache findet, darf behalten, was in ihm ist - aber muss auch etwas zurücklassen. Es geht also ums Tauschen. Das können Schnürsenkel sein, Plastikmedaillen oder Leuchtarmbänder für Kinder. Im Behälter mit dem Schatz befindet sich meist ein sogenanntes Logbuch. In das trägt sich ein, wer den Schatz gefunden hat, und wann. Ein Stift dabeizuhaben, ist daher hilfreich.

Zwei junge Personen im Wald suchen einen Geocache
Gefunden! Bildrechte: imago images / Panthermedia

Auch ein Kompass erleichtert die Suche zum Teil erheblich. Da viele Caches in der Natur versteckt sind, sollte man im Sommer auch immer Zeckenspray beziehnungsweise eine Zeckenzange dabeihaben. Zusätzlich sollte man seinen Fund auch in der Logliste auf der entsprechenden Internetseite dokumentieren.

Wo gibt es Caches in Thüringen?

"Glück Auf in Merkers" ist der tiefste Cache an Land und im Bergwerk Merkers bei Bad Salzungen in einer Kristallhöhle versteckt.

In Thüringen gibt es rund 15.000 Schätze zu entdecken. Hier nur eine kleine Auswahl:

Der beliebteste Geocache der Welt hat die Form eines Legosteins und findet sich in Berlin am Potsdamer Platz an einer Lego-Giraffe.

Am KinderMedienZentrum in Erfurt ist ein kleiner Schatz versteckt.

Die Koordinaten des Cache am KinderMedienZentrum N50° 57.670 E010° 59.272

Die Koordinaten des MDR-Cache in Meiningen N50° 34.068 E010° 26.334

Die Koordinaten können in eine geeignete Geocaching-App im Smartphone oder in ein GPS-Gerät eingegeben werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. November 2020 | 11:10 Uhr