Frau, mit vielen bunten Einkaufstüten bepackt
Nach dem Geschenkekauf kommt der Geschenke-Umtausch. Bildrechte: colourbox.com

Servicestunde | 27.12.2018 Tipps für den Geschenke-Umtausch in Geschäften und Onlinehandel

Frau, mit vielen bunten Einkaufstüten bepackt
Nach dem Geschenkekauf kommt der Geschenke-Umtausch. Bildrechte: colourbox.com

Meistens sind die Leute zufrieden mit dem, was ihnen der Weihnachtsmann gebracht hat. Aber manchmal greift der alte Herr bei der Geschenkeauswahl auch daneben. Dann muss umgetauscht werden. Wir fassen die Regeln zusammen, die für den Umtausch im Geschäft und im Onlinehandel gelten.

Kein generelles Umtauschrecht in Deutschland

Viele Kunden haben sich durch das Onlineshopping an eine Art Umtauschrecht gewöhnt. Zahlreiche „herkömmliche“ Geschäfte kommen dieser Erwartung auch nach, aus Kulanz. Dennoch gilt weiterhin: Ein generelles Umtauschrecht existiert in Deutschland nicht. Das gibt es nur, wenn die Ware defekt ist. Dann kann ich im Rahmen der Mängelgewährleistung die Sache auch umtauschen.

Umtausch ist Kulanzsache

Ist das Produkt intakt, sollte der Beschenkte erfragen, welche Umtauschregeln beim Händler gelten. Weil der Umtausch eine freiwillige Leistung der Geschäfte und keine rechtlich bindende Vorgabe ist, dürfen die Händler auch die Bedingungen festlegen. Meist wird angeboten, es innerhalb von 14 Tagen zurückzubringen. Ebenso kann bestimmt werden, dass der Kaufpreis für Pullover, Spielekonsole oder Schmuck nicht in bar, sondern nur als Gutschein für einen weiteren Einkauf erstattet wird. Umtauschen ist also immer Kulanzsache. Auch für die Verpackung darf der Händler bei einem Umtausch Vorgaben machen: Waren die bereits ausgepackt wurde müssen nicht zurückgenommen werden. Weisen im Geschäft Schilder darauf hin, dass ein „Umtausch ausgepackter Ware ausgeschlossen“ sei, können aus Sicht von Juristen Kunden zumindest originalverpackte Geschenke zurückgeben.

Die Rückgaberegeln im Internet

Bestellungen im Internet zählen als Fernabsatzgeschäfte. Für diese gelten rechtliche Regelungen zur Rückgabe, weil sich der Kunde nicht wie im Geschäft vor dem Kauf genau über die Beschaffenheit eines Produkts informieren kann. Deshalb gewährt der Gesetzgeber 14 Tage Zeit ab Erhalt des Pakets, um die Ware zu prüfen. Die kann dann ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden.

Online gekauft: Wer bezahlt die Kosten fürs Rücksenden?

Seit einiger Zeit gelten neue Regeln für das Rücksenden von online gekaufter Ware. Bis Mitte 2014 mussten Händler die Rücksendekosten übernehmen, wenn der Wert der zurückgeschickten Waren 40 Euro überstieg. Nach der Neuregelung dürfen Onlineshops die Rücksendekosten immer vom Kunden einfordern. Darüber und über weitere Folgen des Widerrufs müssen Kunden aber vor dem Kauf ordentlich sichtbar belehrt werden. Unterbleibt das, muss der Onlineshop die Kosten übernehmen. Dafür müssen die Händler den Kunden ein Formular zur Verfügung stellen. Auch ein Widerruf am Telefon ist möglich.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 27. Dezember 2018 | 08:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2018, 07:43 Uhr

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