Frau misshandelt Mann
Immer noch ein Tabuthema: Frauen, die Männer misshandeln. Bildrechte: dpa

Servicestunde | 19.11.2018 Häusliche Gewalt gegen Männer

Das "Projekt A4" in Jena koordiniert Hilfe für Männer, die häusliche Gewalt erfahren. Warum es Männern oft schwer fällt, Hilfe zu suchen, und wohin sich Betroffene wenden können, ist Thema in der Servicestunde ab 11 Uhr.

Frau misshandelt Mann
Immer noch ein Tabuthema: Frauen, die Männer misshandeln. Bildrechte: dpa

Auch Männer werden Opfer häuslicher Gewalt. Doch das Thema wird gesellschaftlich noch immer tabuisiert, da es vorherrschenden Rollenbildern widerspricht. Offizielle Statistiken, wie viele Männer von häuslicher Gewalt betroffen sind, gibt es nicht. Und sicher ist, dass immer noch viel mehr Frauen als Männer im häuslichen Umfeld geschlagen, verletzt und misshandelt werden. 2017 zählte die Thüringer Polizei bei Einsätzen häuslicher Gewalt über 500 männliche Opfer.

Wenn Männer in der Partnerschaft, Ehe oder Familie misshandelt, eingesperrt oder sexuell missbraucht werden, haben sie das Recht, sich dagegen zu wehren. Alle Menschen haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt und Diskriminierung und auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Bundesweit gibt es allerdings erst fünf Männerschutzwohnungen, drei davon in Sachsen, eine in Oldenburg und eine in Berlin.

"Gewaltschutzgesetz" stützt Opfer

Opfer von häuslicher Gewalt und Psychoterror werden seit dem 1. Januar 2002 durch Inkrafttreten des "Gewaltschutzgesetzes" besser geschützt. Es ermöglicht den Geschlagenen in ihrer Wohnung zu bleiben und dort vor weiteren Übergriffen des Partners geschützt zu sein. Vier wesentliche Eckpunkte des Gesetzes sind:

  • Zivilgerichte können auch in Eilverfahren wirksame Schutzanordnungen treffen, in denen sie den Peinigern bei Strafe verbieten, sich der Wohnung oder den Betroffenen zu nähern.
  • Opfer von Gewalt können künftig auch per Eilanordnung leichter vor Gericht durchsetzen, dass ihr die gemeinsame Wohnung zeitlich befristet oder dauerhaft zur alleinigen Nutzung zugewiesen wird. Dies soll gerade dann erfolgen, wenn das Wohl im Haushalt lebender Kinder gefährdet ist.
  • Die Möglichkeit der Zuweisung ist nicht mehr auf die Ehewohnung beschränkt, sondern gilt für alle auf Dauer angelegten häuslichen Gemeinschaften. Die Hürde, ab wann diese Zuweisung möglich ist, wird gesenkt.
  • Auch bei Belästigung in Form des sogenannten "Stalking", also etwa bei Telefonterror oder andersartigen Nachstellungen, ohne das eine Partnerschaft besteht, kann das Zivilgericht untersagen, sich der Wohnung oder der Betroffenen zu nähern, sie anzurufen oder sie anders zu belästigen. Nichtbefolgen kann mit Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 19. November 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2018, 13:30 Uhr

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2 Kommentare

20.11.2018 11:45 frank d 2

90% aller Gefängnisinsassen sind Männer. Da Geschlecht aber nur ein Soziales Konstrukt ist, kann demzufolge nicht etwa eine höhere Affinität den Oben genannten Fakt erklären, Die Genderforschung ist da sehr präzise es bleibt als einzig mögliche Erklärung ein Sexistisches Strafrecht oder wahlweise Justiz. Daraus folgt zwingend eine Frauenquote im Knast. was auch zu deutlich entspanntem Verhältnisen in den JVAs führen wird. Alle möglichen anderen positiven Wirkungen werden sich ebenfalls entfalten.

19.11.2018 12:00 Frank 1

Solange Justiz und Polizei in diesem Bereich derart grundrechtswidrig arbeiten und handeln, wird sich real nichts ändern.
Als ich durch die Ex mal wieder auf offener Straße im Beisein der Kinder (damals 2 und 4) angegriffen wurde, kam die Polizei - trotz Zeuge, dass ich angegriffen wurde, sagte ein Polizist:" Es kann nicht sein, dass Sie angegriffen wurden - sie sind viel größer ! Und weil das nicht reichte, bekam ich noch eine Anzeige als Gewalt-Täter und Platzverweis. Das Verfahren gegen die Ex wurde eingestellt.
Das war 2015, 2018 wiederholte sich das ähnlich.
Laut Innenminister Rheinland-Pfalz - kein Problem an den Polizisten zu zweifeln.
Ich bin Mann, Papa und Opfer - lebe in Erfurt