Servicestunde | 05.05.2020 Finanztest: Privates Haushaltsbuch führen

Durchblick in finanziellen Angelegenheiten zu behalten, kann mit einem Haushaltsbuch gelingen. Finanztest-Testpersonen haben jede Art von Haushaltbuch ausprobiert. In der Servicestunde besprechen wir die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methoden.

Mann notiert etwas in ein Haushaltsbuch
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Warum ist am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig? Warum bleibt vom Gehalt nichts zum Sparen übrig? Durchblick in finanziellen Angelegenheiten zu behalten, kann mit einem Haushaltsbuch gelingen.

Haushaltsbücher sind keine neue Erfindung. Schon lange vor Giro-Konto und Geldkarte führten viele Familien ein Haushaltsbuch. Das Prinzip ist einfach: Den Einnahmen wie Lohn oder Kindergeld werden die Ausgaben wie Miete, Fahrtkosten und Lebenshaltungskosten gegenübergestellt. Am Monatsende wird abgerechnet. Das wird klar, was übrig bleibt und wie man finanziell dasteht.

Apps als Haushaltsbuch

Manche schwören beim Auflisten der Ein- und Ausgaben auf die gute alte Kladde aus Papier, manche tippen alles in Excel-Listen. Moderner sind natürlich Apps. Da haben sich die Experten von Finanztest vor allem den Datenschutz genauer angesehen und auch die AGB. Jedem, der sich eine App lädt und diese nutzt, muss klar sein, dass die kleinen Smartphone-Programme Informationen an die Betreiber sendet, wenn auch keine Daten zu Einnahmen und Ausgaben.

Vorteil bei App-Nutzung ist natürlich, dass man sein Haushaltsbuch quasi immer dabei hat. Die Preise für die verschiedenen Apps variieren stark. Mit Inkrafttreten der EU-Bankenrichtlinie PSD2 ist zudem das Verbinden mit den eigenen Konten etwas aufwändiger. Nutzer müssen sich immer mit ihrer Banking-App authentifizieren.

Vorbereitung ist wie immer alles: Überlegen Sie sich Rubriken für Ihre Ausgaben, die zu Ihnen passen. Sowohl für die Papier-Variante als auch für die Apps macht eine Kategorisierung Sinn. Singles brauchen da andere als Paare oder Familien.

Excel oder Papier

Für das Haushalten auf Papier reichen ein einfacher  Zettel und Stift. Außerdem sollten die Grundrechenarten sitzen. Nachteil an dieser Variante: Meist hat man nicht das komplette Haushaltsbuch dabei. Und man muss Zeit zum Nachtragen kalkulieren. Für Excel und Co. braucht man entsprechende Software und Grundkenntnisse der Tabellenkalkulation.

Vorteil: ein solches Haushaltsbuch lässt sich komplett frei gestalten und die Daten sind auf dem heimischen Computer gespeichert.

Zeit und Disziplin

Etwa zehn Minuten muss man täglich für das Pflegen des privaten Haushaltsbuches einplanen, dabei ist es egal, ob es per App oder Excel-Tabelle kalkuliert wird. Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden: Ein Haushaltsbuch zu führen kostet auch Disziplin. Und wer sein Ausgaben-Verhalten tatsächlich ändern will, muss ein Haushaltsbuch einige Monate führen.

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Überblick über Kostenfallen und regelmäßige Ausgaben

Vorgefertigte Programme teilen zum Beispiel in die Kategorien ein:

  • Lebensmittel
  • Kosmetik/Drogerie
  • Konzerte und Kultur
  • Ausgehen (Bar, Kneipe, Restaurant).

Sinnvoll ist es aber auch zu schauen, wie viel Geld für Haustiere, Kaffee zum Mitnehmen, Hobby und Tanken pro Monat ausgegeben werden.

Bei Heften muss man selbst zusammenrechnen, kann sich aber selbst Kategorien anlegen. Handys hat man fast immer dabei - hier kann man also die ausgegeben Beträge vom Kiosk oder Bäcker direkt eingeben - oder ein paar Minuten pro Tag einplanen, um die Listen auch aktuell zu haben. Schon nach etwa drei Monaten bekommt man einen guten Überblick darüber, wo das Geld hingeht.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 05. Mai 2020 | 11:10 Uhr