Servicestunde | 21.11.2019 Hautarzt online kontaktieren? Wir sagen, wie die Ferndiagnostik funktioniert.

Wer nicht auf einen Termin beim Facharzt warten will, kann Hautärzte auch online erreichen. Anhand dreier eingeschickter Fotos schätzt der Arzt ein, wo das Problem liegt und schickt die Auswertung an den Patienten. Der Service soll maximal 48 Stunden dauern und muss von jedem Patienten selbst bezahlt werden.

Hände Arzt an Laptop-Tastatur
Hautärzte bieten ärztliche Beratung übers Internet an. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einen Termin beim Hautarzt zu bekommen, kann manchmal Monate dauern. Kein Vergnügen für Patienten. Das Unternehmen Onlinedoctor will diese Versorgungslücke schließen. Patienten, die dringend hautärztlichen Rat suchen, können über Onlinedoctor einen Hautarzt kontaktieren.
Diese Ärzte sind nicht direkt bei Onlinedoctor angestellt. Es sind niedergelassene Hautärzte aus ganz Deutschland, die sich auf der Plattform präsentieren.

So funktioniert es

Patienten fotografieren die betroffene Hautstelle in verschiedenen Einstellungen mit dem Smartphone. Dann wählen sie einen Arzt aus und laden drei unterschiedliche Bilder des Hautproblems auf der Plattform hoch. Zusätzlich beantworten sie Fragen zu ihren Symptomen.

Nach spätestens 48 Stunden schickt der Arzt eine Email mit seinen Handlungsempfehlungen.

Ist das seriös?

Alle Hautärzte sind erfahrene Ärzte. Die Online-Plattform wird unter anderem vom Direktor der Hautklinik des Hautklinikum Jena, Professor Dr. Peter Elsner, sowie Dr. Klaus Strömer, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD), beraten.

Quaddeln und Knötchen auf Arm durch eine allergische Reaktion
Die Hautärzte beurteilen Ausschläge und andere Hautprobleme. Bildrechte: IMAGO

Trotzdem bleibt die fernmedizinische Beratung eine Beratung. Sie ersetzt keinen Arztbesuch. Nur beim persönlichen Besuch können Ärzte eine verlässliche Diagnose stellen. In Notfällen können die Internet-Ärzte nicht helfen, dann müssen Patienten unbedingt zügig direkt zum Hautarzt. Die geschickten Daten, so versichert das Unternehmen, würden verschlüsselt gesendet, auf einem Server in Deutschland gespeichert und streng vertraulich behandelt.

Wer bezahlt die Ferndiagnose?

Bei der Beratung über die digitale Plattform handelt es sich um eine individuelle Gesundheitsleistunge. Diese wird zumindest momentan von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt. Auch Medikamente verschreiben dürfen die Ärzte noch nicht, dies ist rechtlich noch nicht möglich.

Für wen eignet es sich?

  • Für Patienten mit nicht akuten Hautproblemen, die nicht auf einen Arzttermin warten wollen.
  • Für Patienten, die keinen schnellen Zugang zum Hautarzt haben, weil sie beispielsweise auf Reisen sind.
  • Für Patienten, die bereit sind, für eine schnelle fachlichärztliche Beratung Geld auszugeben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 21. November 2019 | 11:10 Uhr