Servicestunde | 20.11.2019 Tipps für die warme Wohnung im Winter

Wenn es draußen kalt und nass ist, geht nichts über eine gemütliche, warme Wohnung. Doch die Wahl der Temperatur will gut überlegt sein. Wie Sie clever heizen, sagen wir Ihnen in der Servicestunde.

Auf einem Wärmemessgerät ist die Wärme der Heizung zu erkennen.
Überprüfen Sie, welche Schwachstellen in der Wohnung auftreten. Bildrechte: Colourbox.de

Jedes Grad weniger spart bis zu sechs Prozent Heizenergie. Wer die jeweiligen Räume in der Wohnung clever temperiert, sorgt also für geringere Heizkosten. Im Schlafzimmer muss es nicht so warm sein wie im Wohnzimmer. Auch in der Küche kann die Temperatur in den meisten Fällen gedrosselt werden. Als Richtlinien für die einzelnen Räume gelten folgende Temperaturen:

Wohn- und Kinderzimmer: 20 bis 22 °C
Schlafzimmer: 16 bis 18 °C
Küche: 18 bis 20 °C
Badezimmer: 22 bis 23 °C

Spartipp: Drehen Sie die Heizung schon eine halbe bis eine Stunde vor dem Zubettgehen herunter, um die Restwärme auszunutzen.

Frau sitzt an Heizung in Wohnung mit Zimmerpflanzen 7 min
Bildrechte: IMAGO

Tipps zum cleveren Heizen:

Wohlfühltemperatur leicht senken

Ein Grad weniger bei der Raumtemperatur merkt man kaum, das bringt im Schnitt aber schon rund sechs Prozent weniger bei den Heizkosten. Bei drei Grad weniger verringern sich diese Ausgaben sogar schon um fast ein Fünftel. Aufs Jahr gerechnet sind das bei einer 50qm-Wohnung fast 120 Euro weniger, die man bei den Nebenkosten bezahlen muss. Für den Hinterkopf: Ein Grad bei der Temperatur entspricht in der Regel einem Punkt oder Strich auf dem Heizventil.

Nicht auskühlen lassen

Die Heizung abzudrehen ist verlockend. Man sollte aber nachts oder wenn man unterwegs ist, die Heizkörper nicht komplett abdrehen. Wände, Decke und Fußböden kühlen dann zu stark aus und müssen mit viel Heiz-Energie wieder angewärmt werden. Hier sagen Energieberater: Man sollte die Temperatur um maximal fünf Grad absenken. Das entspricht einer der fünf Stufen auf dem Heizventil.

Nachheizen lassen

Wände und Fußboden speichern Wärme: Diesen Effekt kann man ähnlich wie beim Kochen gut für sich nutzen und die Heizung bereits eine halbe oder ganze Stunde vor dem Schlafengehen runterdrehen. Andererseits heißt das: Man müsste morgens schon eine halbe Stunde eher die Heizung andrehen, um dann beim Aufstehen die übliche Wohlfühltemperatur zu haben. Wer morgens also nur eine halbe Stunde zu Hause verbringt, muss die Heizung gar nicht erst andrehen.

Einzelkämpfer bringen es nicht

Mit einem Heizkörper die ganze Wohnung heizen, damit man die anderen nicht anmachen muss: Mit dieser Methode spart man leider nichts. Im Gegenteil: Der Hauskessel muss dann unter Umständen mehr Wärme an den einzelnen Heizkörper liefern - und das kostet dann extra.

Richtig lüften

Frau öffnet Fenster.
Lüften - aber richtig. Bildrechte: imago/Paul von Stroheim

Rund elf Liter Feuchtigkeit fallen in einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt pro Tag an - und die müssen raus. Am besten per "Stoßlüftung", zweimal pro Tag fünf Minuten lang mehrere Fenster gleichzeitig öffnen. Damit entweicht die verbrauchte Luft, die Wärme in Wänden und Möbeln bleibt aber erhalten. Ganz wichtig: Während des Lüftens die Heizung ausschalten. Ansonsten fährt das Thermostat durch die kalte Luft auf maximale Leistung. Dauerhaft angekippte Fenster transportieren zwar die feuchte Luft ab, lassen aber auf Dauer aber Fußböden, Wänden, Decken und Möbel auskühlen.

Ist die Stromheizung eine Alternative zur Ölheizung?

Energieberater raten davon ab, die eigene Wohnung rein mit Strom zu heizen. Der größte Nachteil der reinen Elektroheizung, die keine Wärmespeicher-Stromöfen aufheizt, ist, dass sie wahnsinnig teuer ist. Der Verbraucher muss mit bis zu vierfachen Kosten gegenüber der Ölheizung rechnen.

Welche Investitionen kosten etwas mehr, lohnen sich aber?

Wenn der Heizkörper im ersten Stock trotz mehrmaligen Entlüftens nicht warm wird, sollte man die Hydraulik nachstellen lassen, die für die gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt. Das kostet ungefähr 500 Euro.

Frau sitzt auf Heizung
Bildrechte: IMAGO

Eine alte Umwälzpumpe kostet gar keine Heizenergie, sondern Strom. Mit einem effizienten Modell kann man 70 bis 80 Prozent davon einsparen. Auch für den Brenner der Ölheizung gilt: ein neueres Modell verwenden, das deutlich weniger Energie verbraucht. Bevor man so etwas angeht, sollte man sich bei der Verbraucherzentrale einen Heizkostenspezialisten nach Hause bestellen. Das kostet in der Regel 30 Euro. Der geht einmal durch das Haus und zeigt individuelle Lösungen auf.

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. November 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. November 2019, 13:36 Uhr