Herzinfarkt
Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern kann unbehandelt einen Schlaganfall auslösen. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Servicestunde | 13.11.2018 Herz außer Takt: Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Das Herz schlägt dabei unregelmäßig. Ohne Therapie drohen ernste Folgen, beispielsweise ein Schlaganfall. Wie sich das Vorhofflimmern äußert, welche Behandlungsmethoden es gibt und was der Patient selbst tun kann, ist Thema der Servicestunde.

Herzinfarkt
Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern kann unbehandelt einen Schlaganfall auslösen. Bildrechte: imago/Science Photo Library

Vorhofflimmern ist mit über 1,8 Millionen Betroffenen in Deutschland eine ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die unbemerkt und unbehandelt lebensbedrohlich werden kann bis hin zu Herzschwäche und Schlaganfall. Bis heute haben die Mediziner keine schlüssige Erklärung für das Stolpern des Herzmuskels. Sie vermuten, dass es nicht nur eine einzige, sondern verschiedene Ursachen dafür gibt.

Vorhofflimmern wird oft gar nicht bemerkt. Luftnot bei Belastung oder Leistungsschwäche werden anderen Erkrankungen zugeschrieben. Ein akuter Anfall äußert sich mit plötzlich einsetzendem Herzstolpern, Druckgefühl im Brustraum, Angst, Schwindel und Atemnot. Manche Patienten befürchten, einen Herzinfarkt zu haben.

Häufig hört das Vorhofflimmern nach mehreren Stunden plötzlich wieder auf, und der Patient stellt fest, dass es ihm sogleich besser geht. In den nachfolgenden Wochen und Monaten haben die Patienten ein erhöhtes Risiko für erneute Vorhofflimmeranfälle. Da sich beim Vorhofflimmern der linke Vorhof nicht mehr wirkungsvoll zusammenzieht, können sich Gerinnsel im linken Vorhofohr bilden. Gerät ein solches Gerinnsel in den Gehirnkreislauf, kann es dort ein Blutgefäß verstopfen und einen Schlaganfall hervorrufen.

Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter deutlich zu. Die wichtige Unterscheidung zwischen harmlosen Extraschlägen (Extrasystolen) und Vorhofflimmern kann nur ein Arzt per EKG sicher abklären.

Vorhofflimmern und Herzschwäche oft verbunden

Die wichtigsten Ursachen von Vorhofflimmern sind z. B. Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße, Herzmuskelschwäche, Diabetes mellitus und Lungen-, Nieren-, oder Schilddrüsenerkrankungen. Diese Krankheiten müssen behandelt werden - eine ärztliche Behandlung des Vorhofflimmerns selbst genügt nicht, um die gefährliche Herzrhythmusstörung zu therapieren.

Vorhofflimmern und Herzschwäche sind oft miteinander verbunden. Bis zu 30 Prozent der Patienten mit Herzschwäche leiden zusätzlich an Vorhofflimmern. Je schwerer die Herzschwäche, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Vorhofflimmern zu bekommen.

Behandlungsmethoden für Patienten mit Vorhofflimmern

Man kann die medikamentöse Therapie, die Ablationsbehandlung und die Therapie mit Hilfe von implantierbaren Geräten wie Schrittmacher oder Defibrillatoren unterscheiden. Die Reihenfolge der Maßnahmen beschließt der Arzt in enger Rücksprache mit dem Patienten. Die erste und wichtigste Maßnahme ist immer die Einnahme blutverdünnender Medikamente. Damit soll der Bildung von Blutgerinnseln vorgebeugt werden.

Eine Ablation ist ein Eingriff am schlagenden Herzen. Über die Leiste gehen die Chirurgen mit einem Katheter bis ins Herz. Dort werden unter großer Hitze - meist mittels Hochfrequenzstrom - krankhafte Bereiche im Herzmuskelgewebe verödet. Wenn die Behandlung erfolgreich ist, ist der Patient geheilt.

Was kann der Patient selbst tun?

Rauchen, Alkohol, Koffein, Stress, Schlafmangel und fettiges/üppiges Essen können Faktoren sein, die sich ungünstig auf das Herz auswirken und daher ein Vorhofflimmern auslösen oder verschlimmern können. Hilfreich ist daher ein kritischer Blick auf den eigenen (ungesunden) Lebensstil.

  • Regelmäßige ausdauerorientierte Bewegung (z.B. laufen oder schwimmen)
  • Gesunde Ernährung
  • Rauchen unterlassen
  • Übergewicht reduzieren
  • Alkoholkonsum einschränken
  • Stress abbauen (Entspannungstechniken, Yoga)

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 13. November 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2018, 13:24 Uhr

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2 Kommentare

14.11.2018 04:13 Patient 2

Die Aufregungen für Herzprobleme beginn bereits bei der telefonischen Terminabsprache zu einem Kardiologen und in der unfähigen neurologischen Beamtenwillkür in den Landratsämtern. Hier ist es ratsam eine Flasche Herztropfen davor einzunehmen. Schlaganfall-und Herzpatient !! Wo ist hier bitte die menschliche Verhaltensweise durch die Krankenkassen, Landesärztekammern und der politischen Kaste ??? Na klar, deren Hauptproblem liegt in der Diätenplanung, in der Postenhascherei und in der Eigenversorgung.

13.11.2018 22:38 Michael 1

Ich hatte seit 4 Jahren Herzrhytmusstörung habe alle Untersuchungen hinter mir,es wurde nur herumgedocktert. Sei einem halben Jahr mache ich heilen mit VITAMINEN und MINERALSTOFFEN hochdosiert das was kein Arzt gerne hört. Und siehe da 3 mal Tägl. 1000 mg Magnesium weg sind sie. Lest mal die Bücher von Dr. Strunz Mollekularbiologe in ihr Last die Ärzte alt aus sehen.?