Servicestunde | 16.09.2020 Wie sinnvoll ist eine Hörgeräte-Versicherung?

Hörgeräte sind teuer, filigran und man kann sie schnell verlieren. Spezielle Versicherungen versprechen Schutz. Doch wie sinnvoll sind die Angebote wirklich? Wir haben beim Verbrauchermagazin "Finanztest" nachgefragt.

Eine Hör-Akustiker passt ein Hörgerät an.
Ein Hörgerät kostet locker tausend Euro pro Ohr. Bildrechte: Colourbox.de

Wenn eine Schwerhörigkeit vorliegt, gibt die gesetzliche Krankenkasse bis zu 750 Euro für den Erwerb eines Hörgerätes dazu. Auch bei notwendigen Reparaturen springt die Kasse ein. Wer also sein Hörgerät zu 100 Prozent von der Krankenkasse bezahlen lässt - der braucht auch keine Versicherung, sagt Alica Kostenov vom Verbrauchermagazin Finanztest. Doch was passiert, wenn ein Hörgerät abhanden kommt?

Krankenkasse zahlt auch bei Verlust

Normalerweise zahlt die Krankenkasse nur alle sechs Jahre für ein neues Hörgerät. Im Falle eines Verlustes drücken die Kassen aber meist ein Auge zu, sagt Alica Kostenov. Das sollte aber nicht zu oft vorkommen.

Versicherung lohnt sich bei hohen Zuzahlungen

Nicht jeder gibt sich mit dem "Kassengerät" zufrieden. Einige Hörgeräte bieten spezielle Funktionen oder sind besonders klein und unauffällig.

Die Preise liegen dann über den 750 Euro, die die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen. Den Aufpreis zahlt der Kunde aus eigener Tasche. Bei Zuzahlungen ab 500 Euro pro Gerät, lohnt es sich über eine spezielle Versicherung nachzudenken. Denn hier hinterlassen Verlust oder Totalschaden große Löcher in der Brieftasche

Welche Versicherung ist die Richtige?

Eine Hörgerät-Versicherung bekommt man meist direkt beim Hörgeräte-Akustiker. Oft arbeiten die Läden mit einer Versicherung zusammen. Einen Zwang, das Gerät beim eigenen Akustiker zu versichern, gibt es allerdings nicht. Versicherungsgesellschaften bieten unabhängig vom Händler auch maßgeschneiderte Tarife an.

Was zahlen Haftpficht- oder Hausratversicherung?

Aktenmappe zum Thema Haftpflicht.
Manche Schäden sind über Haftpflicht- oder Hausratversicherung abgedeckt. Bildrechte: IMAGO

In vielen Fällen kommt die Hörgeräteversicherung gar nicht zum Einsatz. Die greift nämlich erst, wenn andere Versicherungen nicht zahlen. Einige Fälle sind aber zum Beispiel über Haftpflicht- und Hausratversicherung bereits abgedeckt. Wenn das Hörgerät aus der Wohnung gestohlen oder bei einem Brand beschädigt wird, greift in der Regel die Hausratversicherung. Falls eine andere Person das Hörgerät beschädigt, zahlt dessen Haftpflicht.

Hörgeräteversicherung zahlt nicht bei Verschleiß

Die Hörgeräteversicherung greift also meist bei Verlust eines Gerätes oder wenn dieses versehentlich beschädigt. wird. Nach Auffassung von "Finanztest" lohnt sich das aber nur bei Geräten mit hohem Eigenanteil. Ersatz bei einfachem Verschleiß übernehmen die Versicherungen in der Regel nicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 16. September 2020 | 10:05 Uhr