Honig-Komposition
Cremig oder flüssig, süß oder malzig. Die Vielfalt an Honig scheint schier endlos. Bildrechte: Colourbox.de

Servicestunde | 18.02.2019 Was steckt im Honig?

Honig ist zwar nur Zucker, aber wir Deutschen lieben ihn. Sogar so sehr, dass jeder im Jahr mehr als ein Kilo davon verputzt. Stiftung Warentest hat 36 verschiedene Honige auf Geschmack, Wärmeschäden, Schadstoffe und weitere Kriterien getestet. An welche Vorgaben sich Stiftung Warentest orientiert, um den Honig zu testen, lesen Sie hier.

Honig-Komposition
Cremig oder flüssig, süß oder malzig. Die Vielfalt an Honig scheint schier endlos. Bildrechte: Colourbox.de

Deutschland ist das Land der Honigliebhaber. Mehr als ein Kilo vernaschen die Deutschen pro Jahr am Frühstückstisch. Damit sind sie weltweit Spitzenreiter. Stiftung Warentest hat das Gold der Bienen kontrolliert und das Ergebnis ist ernüchternd: Etwa jeder vierte Honig ist mangelhaft. Insgesamt 36 Produkte, darunter neun Mischblüten-, sieben Akazien-, vier Linden-, vier Raps-, vier Wildblüten- und acht Waldhonige, wurden auf Kriterien wie Wärmeschäden und Schadstoffe getestet. Elf Honige überzeugten bei den Tests nicht. Doch was macht einen guten Honig noch aus? Das Deutsche Lebensmittelbuch beschreibt unter anderem, wie die Sorten aussehen und schmecken sollen. Außerdem geben sie vor, wie hoch der Mindestanteil an Pollen in der jeweiligen Sorte ist. Ein weiteres Kriterium ist der von der Deutschen Honigverordnung festgelegte Wassergehalt: dieser darf maximal 20 Prozent betragen.

Das zeichnet die Honigsorten aus

 Ein Teelöffel voll mit Honig
Honig: Im Volksmund auch flüssiges Gold genannt. Bildrechte: Imago/blickwinkel

  • Wildblütenhonig: Wie der Name es bereits vermuten lässt, muss der Honig von verschiedenen wild wachsenden Blüten stammen - Kulturpflanzen sind ein No-Go. Geschmacklich darf der Honig aber variieren - das Aroma reicht von mild bis kräftig.
  • Lindenhonig: Der Lindenhonig besteht zu mindestens 20 Prozent aus Pollen von Linden. Der Brotaufstrich schmeckt leicht bitter und mentholartig.
  • Rapshonig: Der cremig weiße Honig wird aus dem Nektar der Rapsblüten gewonnen. Mindestens 80 Prozent der Pollen stammen aus dem Raps. Dabei schmeckt der Honig leicht blumig bis kohlenartig.
  • Akazienhonig: Der Honig der Akazie wird aus der Robinie, auch Scheinakazie genannt, gewonnen. Mit mehr als 20 Prozent aus Pollen des Laubbaums darf sich der Honig dann auch Akazienhonig nennen. Aufgrund des milden Geschmacks, wird diese Sorte häufig zum Süßen von Speisen verwendet.
  • Mischblütenhonig: Wie flüssig, süß und golden der Mischblütenhonig ist, variiert stark. Denn der Nektar stammt aus verschiedenen Pflanzen.
  • Waldhonig: Malzig und würzig schmeckt der Waldhonig. Gewonnen wird er aus dem Honigtau von Laub- und Nadelbäumen sowie waldnahen Blüten.

Manche mögen's heiß: Honig allerdings nicht

Damit die Enzyme intakt bleiben, darf der Honig nicht zu stark erhitzt werden. Mögliche Wärmeschäden lassen sich im Labor anhand mehrerer Merkmale feststellen. Vor allem die Aktivität des hitzeempfindlichen Enzyms Invertase nimmt mit steigender Wärme ab. Die Gründe für die Wärmeschäden sind vielfältig: zu warme Lagerung oder Transport oder nachträgliche Wärmezufuhr, um den Wassergehalt des unreifen Honigs zu senken oder mehrere Honig miteinander zu mischen.

Heimisch vs. Multi-Kulti

Hauptsache gesund extra: Mann im Imkeranzug
Die Deutsche Honigverodrnung schreibt Imkern vor, dem Honig nichts zu entziehen und nichts außer Honig selbst hinzuzufügen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Viele Honige kommen aus dem Ausland. Größter Lieferant ist dabei China. Der importierte Honig steht bei der Europäischen Union unter besonderer Beobachtung, denn jede fünfte Honigprobe, die in der EU ankommt, erfüllt nicht die geltenden Standards. Chinesischer Honig wird meist unreif geerntet. Anschließend entzieht ihm eine Vakuum-Trocknungsanlage das Wasser. Die Analyse des Honigs gibt auch Auskunft über die Herkunft. Sortenhonige sind meist internationale Produkte. Etwa ein getesteter Wildblütenhonig - seine Pollen stammen aus Süd- und Mittelamerika, dem Mittelmeerraum und Osteuropa. Nur jeder vierte Honig, der in Deutschland verkauft wird, stammt aus der heimischen Produktion.

Im Visier: Giftstoffe im Honig

Stiftung Warentest wies in jedem Honig kritische Stoffe, wie etwa das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, nach. Meist waren die Mengen aber gering. Außerdem wurden die Honige auf Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen untersucht. Zehn der 36 Produkte wiesen dabei Spuren dieser Pollen nach. Ebenfalls werden Sorten auf giftige Substanzen kontrolliert, die durch manche Wildpflanzen gebildet werden. Drei Waldhonige waren nach der Analyse der Stiftung Warntest mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet. Allerdings stuft das Institut die Dosis als wenig bedenklich ein. Diese können in größeren Mengen oder bei regelmäßigem Verzehr krebserregend und erbgutschädigend wirken.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 18. Februar 2019 | 11:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2019, 18:00 Uhr

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