Servicestunde | 08.05.2019 Insektenschutz mal ganz praktisch

Wildblumenwiesen anstatt Rasenflächen im Garten - das ist ein erfreulicher Trend. In der Servicestunde am Mittwochvormittag gibt es praktische Empfehlungen von insektenfreundlichen Pflanzen bis zum richtigen Bau eines Insektenhotels.

Seit das Thema Insektensterben in aller Munde ist, ist der kurzgeschnittene, unkrautfreie Spielrasen hinter dem Haus nicht mehr das Maß der Dinge. Wer kann, mäht weniger, oder lässt bewusst Areale aus, um der Tier- und Pflanzenwelt Entfaltungsraum zu bieten. Aber was können wir sonst noch für die Insektenwelt tun? Wie stärken wir die Vielfalt der Natur?

Wildbienen helfen dabei, die Blüten von vielen Obstsorten wie Kirsche, Pflaume oder Apfel zu bestäuben. Sie sammeln Pollen auch bei Beerensträuchern und sorgen damit neben den Honigbienen für die Bestäubung unzähliger Obstgehölze. Wer in seinem Garten geeignete Nisthilfen anbringt, wird die Tiere, aber auch Hummeln und Holzbienen, bald beobachten können.

Insektenhotels 1 min
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Wer ein Insektenhotel baut, sollte so einiges beachten. Denn was oft nicht klar ist: Manche Materialien werden von Insekten nicht angenommen. Wie es richtig geht, zeigt Expertin Brigitte Goss.

MDR FERNSEHEN So 24.03.2019 08:30Uhr 00:28 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/insektenhotel-tipps-und-tricks100.html

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Was gehört in ein Haus für Wildbienen:

  • Bambusröhrchen mit glatt geschmirgelten Kanten und ohne innere Trennwände
  • Verwenden Sie Hartholz - zum Beispiel Holunder, Buche, Esche oder Birke
  • Getrocknete hohle Stängel vom Staudenknöterich
  • Trockenes Schilfrohr
  • Lehmwürfel oder Ziegelsteine mit Bohrlöchern

Materialien wie Tannenzapfen und Steine gehören aber nicht hinein. Kleinen Spinnen und Käfern sind sie hingegen willkommener Unterschlupf, wenn sie auf dem Boden liegen.

Fixieren Sie das angebohrte Holz oder die Pflanzenstängel mit Lehm in einen Holzrahmen - das können auch ausrangierte Euro-Paletten sein. Bienenhöhlen nicht in die Stirnseite, sondern in die Längsseite der Hölzer bohren und noch einmal fein abschleifen.

Bienen in den Garten locken Eine Nisthilfe aus hohlen Stängeln bauen

Eine Nisthilfe für Insekten lässt sich ganz einfach bauen. Man braucht nur hohle Stängel unterschiedlichster Gehölze und Pflanzen. Darauf sollten Sie achten.

Insektenhotel
Es gibt viele Baumaterialen die sich eignen, kleine Insektenbehausungen zu bauen. Der untere Teil dieses Hauses ist ein Weinstein, in dem normalerweise Flaschen gelagert werden. Mit hohlen, gebündelten Stängeln gefüllt, werden Bienen in den Garten gelockt. Doch es geht noch einfacher.   Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Insektenhotel
Es gibt viele Baumaterialen die sich eignen, kleine Insektenbehausungen zu bauen. Der untere Teil dieses Hauses ist ein Weinstein, in dem normalerweise Flaschen gelagert werden. Mit hohlen, gebündelten Stängeln gefüllt, werden Bienen in den Garten gelockt. Doch es geht noch einfacher.   Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Stöcker in einer Schale
Hohle Stängel mit unterschiedlichen Durchmessern reichen Wildbienen als Nistplatz häufig aus. Gut eignen sich Bambus, Knöterich, oder Holunder. Letzterer muss allerdings freigebohrt werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gehörnte Mauerbiene vor Insektenhotel
Es gibt viele verschiedene Wildbienenarten, die ganz unterschiedlich große Hohlräume brauchen. Zu den ersten aktiven Wildbienen im Jahr zählt die gehörnte Mauerbiene. Für sie sollten Hohlräume acht bis zwölf Millimeter groß sein. Sie befruchtet die Blüten von Aprikosen, Kirschen und Pflaumen zu einer Zeit, in der kaum andere Bestäuber unterwegs sind.  Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Eine Hand hält hohle Stängel
Ganz wichtig – Bienen fliegen nur in dunkle, hohle Stängel. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Bambusstab mit Öffnung
Schneiden Sie deshalb Bambusstäbe rechts und links vom Knoten, dem Nodium, ab. So kann der Stock von beiden Seiten beflogen werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hohle Stängel in einer Blechbüchse
Eine andere, einfache Möglichkeit ist, die Stängel in eine Blechdose zu stecken und diese aufzuhängen. Wichtig ist ein trockener Standort, möglichst überdacht. Ideal ist eine Ausrichtung nach Süden oder Osten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Hohle Stängel hängen an einer Wand
Es gibt Wildbienenarten, die nur die senkrechten Stängel anfliegen. Deswegen sollten sie auch auf Beeten hohle Staudenstängel ruhig einmal stehenlassen. Es müssen ja nicht alle sein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Rote Mauerbiene vor Insektenhotel
Die rostrote Mauerbiene fliegt vor allem Äpfel und Birnen an – und ist übrigens Insekt des Jahres 2019.   Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
In Glasröhrchen liegen in verschiedenen Kammern Bieneneier
Gut versorgt. Zuerst füllt die Wildbiene eine Kammer mit Pollen und Nektar weit hinten im Hohlraum und verschließt diese mit Baumaterial. Dann wird die nächste Kammer für das nächste Ei davor gebaut. Der Platz muss gut ausgenutzt werden.  Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Mai 2019 | 08:30 Uhr

Das Haus für die Wildbienen richtig aufstellen

Richten Sie die Nisthilfe nach Süden aus und wählen Sie einen Standort in der vollen Sonne. Das Dach darf keinen Schatten auf das Bienenhotel werfen. In der Nähe der Nisthilfe, des Bienenhauses oder Insektenhotels sollte sich außerdem eine Wasserstelle oder ein Ort mit stets feuchter Erde befinden. Die Wildbienen sammeln dort den Mörtel, mit denen sie ihre Brutkammern für die Eiablage bauen.

Alle in Nisthilfen brütenden Wildbienen haben nur eine Generation pro Jahr. Das heißt, dass die Brut, die in Frühjahr und Sommer angelegt wurde, erst im nächsten Jahr schlüpft. Den Winter überdauert sie in einem Ruhestadium. Deswegen sollten Sie auf keinen Fall im Winter alle Nisthilfen sauber machen oder die zugemauerten Löcher wieder aufbohren. Damit würden Sie die gesamte Brut zerstören.

Die besten Pollenspender Futteroasen für Bienen

Allergiker müssen jetzt ganz stark sein: Die folgenden Pflanzen geben besonders viele Pollen und viel Nektar ab. Deshalb werden sie vom Bundeslandwirtschaftsministerium aber auch als besonders bienenfreundlich empfohlen.

Apfelblüte
Apfel Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Apfelblüte
Apfel Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Kirschblüte
Kirsche Bildrechte: MDR/Diana Köhler
Weide
Weide Bildrechte: Colourbox.de
Himbeerblüte
Himbeere Bildrechte: Colourbox.de
Klee
Klee Bildrechte: MDR/Anne Sophie Köhler
Korianderblüte
Koriander Bildrechte: Colourbox.de
Lindenblüte
Linde Bildrechte: IMAGO
Löwenzahn mit Biene
Löwenzahn Bildrechte: Colourbox
Seidenpflanze
Seidenpflanze/Seidenblume Bildrechte: Colourbox.de
Steinkleeblüte
Steinklee Bildrechte: IMAGO
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Es gibt viele Möglichkeiten, Bienen in den Garten zu locken. Die richtigen Pflanzen sind wichtig, auch Insektenhotels werden gern angenommen. Diese Nisthilfen können Sie schnell und einfach nachbauen.

MDR FERNSEHEN So 24.03.2019 08:30Uhr 04:49 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/Insektenhotel-bauen-bienen-in-den-garten-locken-100.html

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 08. Mai 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Mai 2019, 13:24 Uhr

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1 Kommentar

09.05.2019 01:15 part 1

Wildblumenwiesen statt Rasen, was hier Umweltschutzexperten fordern hört sich zuerst einmal ganz leicht an, ist es aber nicht. Gräßer, aus denen Rasen besteht, sind eine sehr agressive Spezies, die anderen Pflanzen die Nährstoffe, den Platz und auch das Licht nehmen sowie meist schneller wachsen als die Wildblumen. Wer also Wildblumen züchten möchte, muß zuerst das Gras bekämpfen. Früher klappte das ganz gut, wo Grasflächen für die Heuernte abgemäht wurden und im Frühjahr abgebrannt. Die verschiedensten Gräßer, Wildblumen und Kräuter konnten sich ungehindert ausbreiten, heute kommt gleich der Polizeiheli wenn mal eine Ödfläche brennt wo im Nachhinein eine neue Flora die Möglichkeit zur Ausbreitung hat. Schafherden taten ihr Übriges um den Grasbewuchs in Grenzen zu halten. Und Wildblumen sind nicht nur Löwenzahn, der sich durch den Filz aus Gräßern von Vorjahr durchkämpfen muß.