Servicestunde | 20.01.2021 Intervallfasten - So funktioniert die neue Diät

Fasten muss nicht zwingend mehrere Tage ohne Nahrung bedeuten. Positive Effekte für die Gesundheit gelingen auch schon durch einige Stunden Verzicht. Das Zauberwort heißt: "Intervallfasten". Wir erklären in der Servicestunde wie es funktioniert und ob es etwas bringt.

Symbolfoto, Essen auf einem Teller der gleichzeitig mit Messer und Gabel eine Uhr darstellt
Mehr als die Hälfte des Tages nichts essen - das ist die Idee des Intervallfastens. Bildrechte: imago/Westend61

Das ist Intervallfasten

2013 entwickelten eine Ernährungswissenschaftlerin und ein Krebsarzt gemeinsam diese Art der Diät - eigentlich für Brustkrebs-Patientinnen. Rasch folgten weitere Formen, deren bekannteste das "Dinner-Canceling" ist - also das Abendessen einfach mal weglassen.

Angeblich soll man beim Intervallfasten (intermittierendes Fasten) abnehmen können, ohne Kalorien zählen zu müssen. Denn im Grunde sind alle Lebensmittel in beliebiger Menge erlaubt, auch Pizza, Schokoladenkuchen und Alkohol.

Der Körper verzichtet aber für eine bestimmte Zeit am Tag auf Nahrung. Dadurch soll er angeregt werden, auf eigene Energiereserven zuzugreifen. Wenn die auch verbraucht sind, baut der Körper Fettzellen ab.

Geht auch beim Intervallfasten: Pizza
Geht auch beim Intervallfasten: Pizza Bildrechte: imago/Panthermedia

Mediziner haben die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Stoffwechsels noch nicht in Gänze entschlüsseln können, Studien am Menschen fehlen bislang. Studien an Mäusen zeigen jedoch, dass Intervallfasten das Diabetes Typ 2-Risiko senken kann. Forscher erhoffen sich deshalb auch beim Menschen positive Auswirkungen auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall und einige andere Krankheiten.

So funktioniert Intervallfasten

Die meisten Konzepte des Intervallfastens beinhalten keine oder nur sehr vage Empfehlungen zur Lebensmittelauswahl. Daher findet alleine durch das Intervallfasten in der Regel keine Ernährungsumstellung statt.

Es liegt somit in der eigenen Verantwortung, sich nicht mit ungesundem Essen vollzustopfen. Wichtig ist eine ausgewogene und vielseitige Ernährung mit Obst, Gemüse und Milchprodukten. Pflanzliche Fette, Fisch, mageres Fleisch, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sollten auch unbedingt auf dem Speiseplan stehen.

Die verschiedenen Methoden

  • Dinner-Cancelling

Bei diesem Konzept verzichten Menschen an zwei bis drei Tagen in der Woche auf das Abendessen. Abends trinken sie nur Wasser, Tee oder andere kalorienfreie Getränke. Damit entsteht eine Essenspause von mindestens 14 Stunden bis zum Frühstück. Das Abendfasten soll den Insulinspiegel entlasten, die Gewichtsabnahme fördern und die Schlafqualität verbessern. Zudem soll es Alterungsprozesse vermindern und so lebensverlängernd wirken.

  • 5:2-Methode

Hierbei wird an fünf Tagen der Woche ganz normal gegessen. An zwei Tagen, die aber nicht aufeinander folgen sollen, wird die Kalorienzufuhr dann auf 500 kcal bei Frauen und 600 kcal bei Männern begrenzt. Zum Beispiel am Montag und Donnerstag. Der "Erfinder" dieser Methode, Dr. Michael Mosley, empfiehlt an den beiden Fastentagen vor allem Gemüse und Vollkorngetreide wie etwa Naturreis oder Haferflocken sowie proteinreiche Lebensmittel und reichlich Flüssigkeit. 

  • 16:8-Methode

Dabei darf 16 Stunden am Stück nichts gegessen werden. Zuckerfreie Getränke ohne Alkohol sowie Kaffee und Tee ohne Milch sind erlaubt. In den anderen acht Stunden wird in Maßen gegessen. In der Praxis findet das Frühstück also erst um 10 Uhr statt, gegen 13 Uhr gibt es Mittag und bis spätestens 18 Uhr Abendbrot. Dann folgen 16 Stunden Pause. Wer erst abends um 20 Uhr zum Essen kommt, darf am nächsten Tag frühestens wieder ab 12 Uhr an den Kühlschrank.

Übereinstimmend plädieren Ernährungswissenschaftler jedoch für ein gesundes Frühstück, um den Körper mit Energie zu versorgen und fit für den Tag zu machen. Wer also morgens unter Kreislaufproblemen leidet, sollte diese radikale Methode überdenken.

Junge Frau trinkt ein Glas Wasser
Wasser statt Abendessen - das ist "Dinner Cancelling". Bildrechte: imago images / Westend61

Wer sollte kein Intervallfasten ausprobieren?

  • Menschen mit niedrigem Blutdruck
  • Schwangere und Stillende
  • Menschen mit Stoffwechselerkrankungen, Krebserkrankungen, Essstörungen und Untergewicht

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. Januar 2021 | 11:10 Uhr