eine Tasse Kaffee
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Servicestunde | 04.12.2018 Muss perfekter Kaffeegenuss teuer sein?

Was macht Kaffee wirklich zum Kaffeegenuss? Lohnt sich ein Vollautomat für jeden? Welche Alternativen in der Zubereitung gibt es? Wie viel macht die richtige Kaffeebohne aus? Moderator Matthias Haase spricht mit dem Erfurter Kaffee-Experten Rainer Breitbart.

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Kaffee ist der Deutschen liebstes Heißgetränk. Etwa 165 Liter pro Jahr trinkt jeder von uns jährlich. Doch welche Zubereitung kitzelt den meisten Geschmack aus der Bohne? und welche Bohnen sollte man kaufen? Und wie viel Geld muss man bei den verschiedenen Techniken für sein Getränk einplanen?

Worauf kommt es beim Kaffee an?

Bohnensorte: Arabica und Robusta sind die wirtschaftlich bedeutendsten Sorten. Arabicabohnen sind in der Regel weicher, haben eine größere Aromavielfalt und sind weniger bitter. Die Robustas haben einen derberen, kräftigeren Geschmack. Ganz wesentlich ist auch der Unterschied im Koffeingehalt. Herzschonender ist hier die Arabicabohne mit einem Koffeingehalt zwischen 1,1 und 1,7 Prozent. Dafür ist die Robustabohne mit einem Koffeingehalt von zwei bis 4,5 Prozent der bessere Wachmacher.

Röstung: Durch das Rösten erhalten die Kaffeebohnen ihr unverwechselbares Aroma. Die Dauer und die Temperatur beeinflussen den Geschmack des Kaffees maßgeblich. Dabei gilt: Hellere Röstungen schmecken weicher und milder, dunklere Röstungen weisen mehr Bitterstoffe auf und sind für konzentriertere Zubereitungsarten wie Espresso geeignet. Kaffeeröster Rainer Breitbart rät zu einer Röstdauer von etwa 15 Minuten bei nicht zu hohen Temperaturen.

Tasse Kaffee
Grob gemahlener Kaffee hat mehr Geschmacksaromen. Bildrechte: colourbox

Extraktion: Bei der Kaffeezubereitung löst heißes Wasser die Aromen, Säuren und Koffein aus dem Kaffeepulver. Je mehr Bestandteile aus dem Kaffee gelöst werden, desto dunkler sieht er aus und desto bitterer schmeckt er. Entscheidend sind der Mahlgrad des Kaffees, die Temperatur des Wassers und die Dauer des Kontaktes von Wasser und Kaffeepulver. Idealerweise sollte die Brühtemperatur bei der Zubereitung von Kaffee zwischen 86 und 92 Grad Celsius liegen, keinesfalls jedoch höher als 96 Grad Celsius.

Jeder muss für sich ausprobieren, was er am liebsten mag. Edelkaffees müssen nicht unbedingt jedem schmecken.

Rainer Breitbart, Kaffee-Experte

Um den optimalen Geschmack zu erhalten, empfiehlt Kaffee-Experte und Kaffeeröster Rainer Breitbart, den Kaffee grob zu mahlen und ihn "türkisch" oder von Hand in der sogenannten Karlsbader oder Bayreuther Kanne zuzubereiten. Fein gemahlener Kaffee für Espresso oder Mokka schmeckt entsprechend kräftiger, da beim Brühvorgang mehr Bitterstoffe aus dem Pulver gelöst werden.

Herkunft, Lage und Verarbeitung haben Einfluss auf das Aroma. So schmecken Kaffees aus Guatemala und Kenia komplett unterschiedlich, Hochlandkaffes anders als Kaffeebohnen aus der Tiefebene. Kaffee gehört nicht in den Kühlschrank, weil es dort zu feucht ist. Am Besten in einer luftdicht verschlossenen Dose bei Raumtemperatur aufbewahren.

Die gängigsten Filtermethoden

Handaufguss

Beim Handaufguss brüht man selbst. Die Anwendung ist unkompliziert. Der Handfilter wird auf eine Kanne oder Tasse gesetzt, ein Kaffeefilter eingelegt, gemahlener Kaffee eingefüllt und Schluck für Schluck heißes Wasser aufgegossen. Der Kaffee fließt langsam ins Gefäß. Brühtemperatur und Stärke des Kaffees können so individuell angepasst werden. Die Zubereitung erfordert allerdings etwas mehr Zeit als bei der klassischen Kaffeemaschine. Auch das Warmhalten von größeren Mengen Kaffee ist komplizierter. Unschlagbarer Vorteil ist der Preis. Einen Handfilter bekommt man schon für unter zehn Euro. Außerdem ist er klein und passt in jeden Küchenschrank.

Klassische Kaffeemaschine

Auch in Zeiten individueller Kaffeewünsche ist die klassische Filtermaschine nicht wegzudenken. Mehr als 60 Prozent der deutschen Haushalte nutzen sie, denn sie ist immer dann gut, wenn in kurzer Zeit relativ viel Kaffee hergestellt werden soll. Bis zu zehn Tassen sind in wenigen Minuten fertig. Das Warmhalten des Kaffees funktioniert bei klassischen Kaffeemaschinen in der Regel ohne Probleme.

Die Bestandteile der Maschine, also Kanne und Filter, lassen sich leicht reinigen. Filtermaschinen sind außerdem umweltschonend und produzieren wenig Müll. Sie sind schon ab ca. 20 Euro zu haben. Bei teureren Maschinen mit eingebautem Mahlwerk oder mit frisch gemahlenen Bohnen aus einer Kaffeemühle kann dem Kaffee noch mehr Aroma verliehen werden. Einfache Kaffeemühlen kosten ca. 15 Euro.

Kapsel- oder Padmaschine

Sie bedienen das Bedürfnis nach einer einzelnen, individuellen Kaffeeportion. Ob Filterkaffee, Cappuccino oder Espresso, all das bereiten die Maschinen portionsweise in Sekundenschnelle zu. Wenn der Wasserkanister gefüllt ist, Kapsel oder Pad sich in der entsprechenden Vorrichtung befinden und der Knopf gedrückt wird, ist das gewünschte Getränk schnell fertig. Das ist praktisch für Kaffeetrinker, die mehrmals am Tag eine einzelne Tasse haben möchten. Für größere Mengen sind die Maschinen jedoch nicht geeignet. Ein weiterer Nachteil: der Abfall. Kapseln aus Aluminium sind biologisch nicht abbaubar. Aber auch Kunststoff hat eine schlechte Ökobilanz. Kaffeepads, die Kaffee in Zellstoffbeutelchen enthalten, lassen sich kompostieren.

Die Reinigung und Pflege der Maschinen ist unkompliziert. Bei Geräten mit Milchaufschäumer bedarf es etwas mehr Geduld und Zeit. Viele Bestandteile können jedoch auch in den Geschirrspüler. Die Kapsel- oder Padmaschinen haben eine überschaubare Größe und nehmen nicht übermäßig viel Platz weg. Auch preislich sind diese Maschinen erschwinglich: Einsteigermodelle kosten zwischen 50 und 100 Euro.

Eine Person gießt aus einer Kaffeekanne Kaffee in eine Tasse. 3 min
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Kaffeevollautomat

Auch beim Vollautomaten fließen Latte Macchiato, Cappuccino, Espresso und anderes portionsweise auf Knopfdruck in die Tasse. Das allerdings umweltfreundlicher als bei Kapsel- oder Padmaschinen. Oft haben Vollautomaten extra Behälter für ganze Bohnen und eine integrierte Kaffeemühle. Den frisch gemahlenen Kaffee gibt es auch mit Crema oder Milchschaum. Die Brühtemperatur wird überwiegend automatisch gewählt. Persönliche Vorlieben, wie der Mahlgrad und die Stärke vom Kaffee, lassen sich bei vielen Modellen programmieren. Doch der Luxus hat seinen Preis. Im Schnitt kosten gute Kaffeevollautomaten 800 Euro.

Für einen guten Espresso brauchen Sie einen Espresso-Kocher oder eine Siebträgermaschine. Die erreicht einen höheren Druck und höhere Temperaturen, die man für Espresso braucht.

Rainer Breitbart, Kaffee-Experte

Nicht unterschätzen sollte man die Reinigung solcher Geräte. Mehrmals im Monat, wenn nicht sogar täglich, sollten die gesamte Brüheinheit im Inneren des Gerätes und der Wassertank gesäubert werden, die Bestandteile zum Milchschäumen sogar nach jedem Gebrauch. Integrierte Spülprogramme reinigen nur die Kaffeewege. Feuchtigkeit, die im Gerät verbleibt, bietet einen Nährboden für Bakterien und Keime. Kaffeevollautomaten benötigen ausreichend Platz in der Küche. Sie sind meist größer als klassische Kaffeemaschinen, Kapsel- oder Padmaschinen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 04. Dezember 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Dezember 2018, 12:28 Uhr

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