Zwei Kleinkinder in Kindersitzen
Welcher Kindersitz schneidet im Test gut ab? Bildrechte: Colourbox.de

Servicestunde | 05.11.2018 So sitzen Kinder sicher im Auto: Der große Kindersitz-Test

ADAC und Stiftung Warentest haben Kindersitze getestet. Das Gute: Der Großteil ist sicher. Allerdings gab es Abzüge wegen Schadstoffen wie Naphthalin. Johannes Boos vom ADAC weiß, wie und was getestet wurde und erklärt in der Servicestunde, worauf Eltern achten sollten.

Zwei Kleinkinder in Kindersitzen
Welcher Kindersitz schneidet im Test gut ab? Bildrechte: Colourbox.de

Im aktuellen Kindersitz-Test wurden 18 Kindersitze getestet. Sie waren überwiegend sicher. Kritisch sieht Johannes Boos vom ADAC aber einige Substanzen in den Bezügen. Getestet wurden

  • Sicherheit
  • Ergonomie
  • Bedienung
  • Schadstoffe

Was wird getestet?

Ein Kindersitz im Crashtest
Ein Kindersitz im Crashtest Bildrechte: Stiftung Warentest

Der ADAC und Stiftung Warentest legen dabei eine höhere Messlatte an als der Gesetzgeber. Schneidet im Test ein Sitz also mit dem Urteil "befriedigend" ab, sind sie insgesamt schon ziemlich gut. Die Sitze wurden im Crash-Test überprüft und auch, ob sie sich intuitiv einbauen lassen und wenige Fehler dabei passieren können. Außerdem haben die Tester geschaut, ob die Sitze bequem sind und auch große und kräftige Kinder Platz finden.

Wie schneiden die getesteten Sitze ab?

Von den 18 getesteten Sitzen schneiden 11 gut ab, drei wurden als "befriedigend" eingestuft. Vier Sitze waren "mangelhaft". Alle fielen durch die Schadstoff-Prüfung. So wurden in den Bezügen Naphthalin gefunden, das krebserregend sein soll. Außerdem fanden die Tester Flammschutzmittel, die in einem Kinderprodukt nichts zu suchen haben. Auch eine echte Sitz-Neuheit schnitt wegen der nachgewiesenen Schadstoffe nicht gut ab: Ein aufblasbarer Kindersitz. Das Modell HY5 TT der Firma Nachfolger verwandelt sich per Knopfdruck vom Paket im Kofferraum zu einem Autokindersitz. Das Modell wiegt nur fünf Kilogramm und ist damit etwa drei Mal leichter als ein herkömmlicher Sitz. Die Idee ist toll - doch auch in diesem Bezug: Naphthalin. Deshalb rattert der Aufblas-Sitz durch die Schadstoff-Prüfung.

Welcher Sitz passt zu welchem Kind?

Größe und Gewichtig sind wichtig. Soviel ist klar. Doch nicht jeder gute Kindersitz passt gut in jedes Auto. Johannes Boos vom ADAC rät deshalb unbedingt, Kind und Auto mit zum Kindersitz-Kauf zu nehmen. Man sollte mit verschiedenen Modellen ausprobieren, ob sie sich standsicher einbauen lassen, ob die Kinder angeschnallt werden können, ohne dass die Gurte Falten werfen.

Richtig anschnallen

Eine Mutter schnallt ihren Sohnemann im Autokindersitz an.
Besonders bei Jacken achten, wo der Gurt sitzt. Bildrechte: IMAGO

Besonders in der "Dicken-Jacken-Zeit" müssen Eltern darauf achten, dass die Gurte straff am Kinderkörper anliegen. Dafür sollten sie den Kindern die Jacken entweder ausziehen oder die Jacke unter dem Bauchgurt zum Anschnallen nach oben ziehen. Denn durch dicke Jacken hat der Gurt beim möglichen Unfall Spiel und kann einschneiden und zu inneren Blutungen im Bauch führen, wenn das Kind mit Schwung in den Gurt fliegt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

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Zuletzt aktualisiert: 05. November 2018, 13:22 Uhr

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