Servicestunde | 10.03.2020 Das sollten Sie beim Milchkauf beachten

Beim Milchkauf werden Konsumenten oft von verschiedenen Siegeln, Hinweisen und Abbildungen erschlagen. Faire Preise, Bio-Siegel und überall grüne Wiesen prägen das Bild. Doch garantiert mir Weidemilch auch Weidehaltung? Und wie viel Auslauf bekommen Bio-Milchkühe? Die Verbraucherzentrale Hessen hat sich mit diesen und mehr Fragen beschäftigt und verschiedene Bezeichnungen untersucht.

Frau steht am Milchregal
Der Milchkauf im Supermarkt ist nicht leicht - verschiedenste Siegel, Bezeichnungen und Abbildungen können den Konsumenten in die Irre führen. Bildrechte: IMAGO

Biomilch:

Bisher ist in der EU-Öko-Verordnung festgelegt, dass Bio-Kühe "so oft als möglich Zugang zu Auslauf im Freien oder zu Weideflächen haben" müssen. Darüber hinaus wird über den Auslauf, bzw. Weidegang der Kühe nichts verordnet. Im Stall selbst hat die Kuh allerdings mehr Platz, als bei der Haltung von konventionellen Milch-Kühen.

Vor allem das Futter der Tiere hat einen enormen Einfluss auf die Deklaration: Dieses muss aus ökologischem Anbau stammen und enthält somit weniger Dünger, Pestizide und genveränderte Futtermittel. Stattdessen sollen die Kühe Gras, Silage und Heu bekommen - und damit weniger Kraftfutter.

Außerdem ist eine strenge Reglementierung der Medikamentengabe durch Tierärzte in der Verordnung verankert.

Milch in Einwegverpackungen 6 min
Bildrechte: imago/photothek

Milch zu kaufen ist heutzutage fast schon eine kleine Wissenschaft. Man steht vorm Regal - und sieht: Landmilch, Heumilch, Bio- oder Weidemilch. Aber was steckt hinter den Bezeichnungen?

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 10.03.2020 11:05Uhr 06:08 min

https://www.mdr.de/mdr-thueringen/service/audio-milch-kauf-siegel-bezeichnung-bio-100.html

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Weidemilch:

Dieser Begriff findet sich in keiner Verordnung wieder und ist somit gesetzlich nicht definiert. Allerdings wurde durch ein Gericht eine Mindestvorgabe für die Dauer des Aufenthalts der Tiere auf der Weide festgelegt. Demnach müssen sich die "Weidemilch"-Kühe mindestens 120 Tage im Jahr jeweils mindestens 6 Stunden auf der Weide aufhalten.

Allerdings bleibt dabei die Frage offen, wie die Kühe das restliche Jahr über versorgt werden. Verschiedene Anbieter machen dazu verschiedene Aussagen - informieren Sie sich also vorher beim Hersteller, wenn Sie Wert auf eine ökologische Fütterung der Tiere legen.

Luftbläschen in der Milch
Milch ist nicht gleich Milch. Die Auswahl im Supermarkt ist groß. Bildrechte: Colourbox.de

Heumilch:

Bei dieser Bezeichnung handelt es sich um einen EU-weit geschützten Begriff. Dieses Siegel signalisiert also "garantiert traditionelle Spezialität" (g.t.S.) - das bedeutet, dass die Kühe statt Sialge und Gärfutter nur mit Grünlandfutter, Heu und Getreide versorgt werden. Verboten ist dabei außerdem gentechnisch Verändertes Futter. Über den Auslauf und die weitere Haltung der Tiere wird hier allerdings keine Aussage getroffen.

Landmilch:

Auch dieser Begriff ist in keiner Verordnung verankert. Es handelt sich um reine Werbemaßnahme. Allerdings bieten einzelne Anbieter zusätzlich zum "Landmilch"-Begriff traditionelle Fütterung, gentechnikfreies Futter oder mehr Tierschutz an.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 10. März 2020 | 11:05 Uhr