Servicestunde | 27.10.2020 Onlinebanking für Einsteiger: Was Sie beachten sollten

Onlinebanking spart Zeit und Mühe, weil sich viele Bankgeschäfte von zu Hause aus erledigen lassen. Und dass es gar nicht so kompliziert oder unsicher ist, besprechen wir am Dienstag mit Finanztest in unserer Servicestunde bei MDR THÜRINGEN - das Radio. Hier finden Sie die wichtigsten Punkte im Überblick.

ein Rentnerpaar am Computer 10 min
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MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 27.10.2020 11:10Uhr 10:06 min

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Seit Jahren schließen immer mehr Bankfilialen. Auch, weil Onlinebanking bequem von zu Hause aus gemacht werden kann. Auf dem Sofa, an einem regnerischen Sonntag, wichtige Überweisungen tätigen? Mit einem Computer oder Handy ist das kein Problem mehr. Kein Parkplatzsuchen in den Innenstadt, keine Öffnungszeiten beachten, mit Onlinebanking haben Sie Ihre Filiale bei sich zu Hause.

Um Onlinebanking zu machen, müssen sie kein Technikfreak sein - ein Computer/Tablet/Smartphone und ein Internetzugang reichen aus. Die Eröffnung eines Kontos ist ganz leicht. Sie können bestehende Konto bei einer Filialbank auch in ein Onlinekonto umwandeln lassen.

Onlinebanking am Handy
Eine Online-Überweisung lässt sich fast überall tätigen. Bildrechte: imago images / PhotoAlto / Frédéric Cirou

Onlinekonto eröffnen - so geht's

  • Schriftlichen Antrag bei der Bank stellen oder von der Internetseite herunterladen
  • Per Post kommen Benutzername und Passwort. Bei Neueröffnung bei einer Onlinebank erfolgt noch die Identifizierung (meist mit Ihrem Personalausweis bei der Post)
  • Die Bank bietet möglicherweise mehrere Wege für die Bestätigung von Überweisungen an. Welche das sind, hat die Stiftung Warentest zusammengestellt:

Bargeld auch ohne Automat

Zumeist ist die Kontoführungsgebühr für ein Onlinekonto kostenlos. Die Girokarte ist gratis, Überweisungen sowieso. Und selbst einen Bankautomaten brauchen Sie nicht mehr, um Bargeld abzuheben. Denn immer mehr Händler (Supermärkte oder Drogeriemärkte) bieten ab einem Mindesteinkauf (rund 20 Euro) Bargeldauszahlungen an der Kasse an. Sagen Sie einfach vor Beginn des Kassierens, welchen Betrag Sie abheben möchten. Bezahlen Sie mit Girokarte und Pin und schon erhalten Sie das Geld.

Kontoauszüge müssen Sie nicht mehr umständlich am Automaten ausdrucken lassen, das geht daheim am Drucker ebenso gut. Oder - um Papier zu sparen - speichern Sie die wichtigen informationen (zum Beispiel für die Steuer) einfach auf Ihrem Computer.

Bezahlen an einer Kasse im Supermarkt
Bargeld gibt es auch an der Kasse im Supermarkt. Bildrechte: imago/photothek

So wird Ihr Onlinebanking sicher

Vorsicht vor gefälschten E-Mails!

Vorsicht bei E-Mails, die aussehen, als kämen sie von der Bank oder Kreditkartenfirma und die von Ihnen Bankdaten abfragen. In solchen Mails wird beispielsweise erklärt, es gebe Sicherheitsprobleme, die es erforderlich machen, dass Sie als Bankkunden auf einen Link klicken, der sich ebenfalls in der E-Mail befindet. Vorsicht! Über den Link werden Sie auf eine Internetseite gelotst, auf der Sie Ihre Bankdaten, Pin und Tan eingeben sollen. Doch damit stehen Betrügern Tür und Tor zu Ihrem Konto offen. Ihre Bank wird Sie NIEMALS per Mail auffordern, Ihre Daten über einen solchen Link einzugeben. Rufen Sie im Zweifelsfall bei der Bank an.

Internetadresse: per Hand oder Lesezeichen

Geben Sie die Internetadresse Ihrer Bank entweder selbst über die Tastatur ein oder setzen Sie am besten gleich ein Lesezeichen in Ihrem Browser. Achten Sie darauf, dass Sie beim Online-Banking eine gesicherte Verbindung benutzen. Die Internetadresse beginnt dann stets mit "https://…." und erhält ein Sicherheitszertifikat.

Passwort regelmäßig ändern

Auch beim Onlinebanking sollten Sie regelmäßig das Passwort ändern. Wählen Sie ein längeres, abstraktes Wort, das keinen Sinn ergibt. Nutzen Sie auch Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen (zum Beispiel %,/,@,*).

Hotspots meiden

Nutzen Sie Hotspots (öffentlich zugängliche WLAN-Netze) nicht zum Onlinebanking. Da diese Netzwerke in der Regel ungesichert sind, ist es für Kriminelle einfach, auf Ihr Smartphone, Tablet oder Laptop zuzugreifen und Ihre Kontodaten auszuspionieren.

Trennen Sie Onlinebanking und Tan-Empfang

Ein wichtiges Sicherheits-Prinzip ist die Trennung der Medien, auf denen Sie einerseits Ihre Tan empfangen oder speichern und andererseits das Onlinebanking selbst durchführen. Es ist keinesfalls ratsam, sich eine Tan per SMS aufs Handy kommen zu lassen und mit demselben Gerät auch die Transaktion durchzuführen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen der Bank lesen

Kunden sollten unbedingt einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank werfen. Manche Banken bieten zwar beim Onlinebanking Verfahren an, die technisch unsicherer sind als andere, übernehmen dafür aber eine sogenannte "Risikogarantie".

Durch die Geschäftsbedingungen beziehungsweise Sicherheitsvorgaben der Banken werden den Kunden auch besondere Sorgfaltspflichten auferlegt. Diese sollte jeder Kunde kennen und dementsprechend handeln.

Firewall und Antivirenprogramm aktuell halten

PC-Software, Firewall und Antivirenprogramm sollten Sie stets auf dem neuesten Stand halten. Damit können Sie das Risiko für Angriffe von außen minimieren.

Denn im Allgemeinen nutzen Internetkriminelle Sicherheitslücken auf dem PC, um ihre Trojanischen Pferde mit der Schadsoftware auf dem Rechner des Bankkunden zu installieren. Die sammelt dann unbemerkt unter anderem auch Bankdaten, Zugangspasswörter und Tans ein.

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Dirk Pawlaszczyk ist Professor für Informatik an der Hochschule Mittweida. Bildrechte: MDR/Kristin Kielon

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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 27. Oktober 2020 | 05:00 Uhr