Servicestunde | 22.06.2020 Plug-in-Hybride: Teilzeitstromer mit Höchstförderung

Dank hoher staatlicher Zuschüsse durch das Corona-Konjunkturpaket kann sich ein Hybridauto gerade richtig lohnen. Was Sie über Hybrid-PKW wissen müssen und worauf sie beim Kauf achten sollten, gibt es am Montag in der Servicestunde bei MDR THÜRINGEN.

Elektrofahrzeuge an einer Ladestation
Wer das E-Auto aufgrund seiner geringen Reichweite scheut, könnte mit einem Hybridmodell glücklich werden. Es kombiniert den Benzin- mit einem Elektromotor. Bildrechte: dpa

Durch das Corona-Konjunkturpaket verdoppelt der Bund ab dem 1. Juli 2020 seine Förderungen im Bereich der E-Mobilität. Wer dann ein Auto kauft, kann den Preis also deutlich drücken - vorausgesetzt das Fahrzeug hat einen Elektromotor. Wer aber hin und wieder längere Strecken fährt, könnte am E-Auto wegen der geringen Reichweite zweifeln. Ein Hybrid-Auto könnte eine sinnvolle Alternative sein, für die es auch Zuschüsse gibt.

Wie funktionieren Hybrid-Fahrzeuge?

Der Begriff "hybrid" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "gekreuzt" oder "gemischt". Bei einem Auto mit Hybrid-Antrieb werden demnach zwei unterschiedliche Antriebsarten miteinander kombiniert. Hybridautos haben also zwei Motoren unter der Haube: in der Regel einen Benzin- und einen Elektromotor. Auf kurze Strecken fährt das Auto mit Strom, ist dieser aufgebraucht, springt der Benzinmotor ein.

Der entscheidende Vorteil ist, dass sich auf diese Weise theoretisch viel Kraftstoff und CO2 sparen lässt. Vorausgesetzt, die vielen kurzen Strecken im Alltag werden mit Strom gefahren.

Wo ist der Haken am Hybrid-Fahrzeug?

So heil, wie die Hersteller die Welt der Hybridautos gerne darstellen, ist sie natürlich nicht. Durch die zwei Motoren sind die Fahrzeuge deutlich schwerer und haben somit einen höheren Verbrauch. In einem Eco-Test des ADAC stellte sich heraus, dass der Benzinverbrauch etwa dreimal höher ist als in den Werksangaben. Auch die CO2-Bilanz der Hybriden ist schlechter als vom Hersteller angegeben. Cem Özdemir (Grüne) erklärte die Hybridförderung deshalb schon zum "staatlich subventionierten Klimabetrug".

E-Auto
Wer einen Hybrid nicht regelmäßig an die Steckdose hängt, zahlt auf lange Sicht mehr pro Fahrt. Bildrechte: imago/photothek

Tatsächlich lässt sich der Verbrauch eines Hybriden nur dann niedrig halten, wenn das Fahrzeug regelmäßig - am besten täglich - an den Stecker kommt. Auf 100 km errechnete der ADAC im Eco-Test Stromkosten zwischen 3,72 EUR und 7,92 EUR - je nach Hybridmodell. Das entspricht in etwa dem Preis von 3 bis 6 Litern Benzin an der herkömmlichen Zapfsäule.

Wie sicher sind Elektromotoren?

Bei E-Mobilitäts-Gegnern hält sich bis heute die Mär vom unsicheren Elektromotor. Demnach würde die Feuerwehr den Fahrer eines verunfallten Elektroautos nicht retten dürfen, weil die Gefahr eines Stromschlags bestünde. Das ist völliger Unsinn!

Zunächst einmal muss jedes Fahrzeug, das in Deutschland eine Zulassung erhält, auch die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Bei Autos mit Elektromotor bedeutet das, dass die elektrischen Komponenten "eigensicher" sind und den Stromfluss unterbrechen, sobald ein Defekt im System festgestellt wird. Bei ADAC Crashtests schneiden Elektroautos in der Regel sogar etwas besser ab, als herkömmliche Verbrenner.

Opel Grandland X im Eisenacher Opel-Werk
Seit März 2020 werden Hybridfahrzeuge von Opel auch in Thüringen produziert. Der Grandland-X wird in Eisenach gebaut. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Auch die Feuerwehren sehen bei E-Autos keine Probleme. In der "Risikoeinschätzung Lithium-Ionen Speichermedien" der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF) und des Deutschen Feuerwehrverbandes heißt es: "Von zertifizierten Elektrofahrzeugen gehen weitgehend vergleichbare Gefahren aus, wie von Fahrzeugen mit anderen Antriebsarten."

Wie wird ein Hybrid gefördert?

Ab dem 1. Juli 2020 werden Hybridautos bis zu einem Kaufpreis von 40.000 EUR mit 4.500 EUR vom Bund und weiteren 2.250 EUR vom Hersteller gefördert. Teurere Modelle werden mit insgesamt 5.625 EUR gefördert. Bei einem Neupreis von 65.000 Euro ist Schluss mit der Förderung. Wichtig bei der Förderung ist das Zulassungsdatum: Das Auto muss nach dem 4. November 2019 zugelassen worden sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 22. Juni 2020 | 11:05 Uhr