Zwei Dackel in Kostümen.
Hundeelend: Auch Tiere müssen sich manchmal trennen... Bildrechte: dpa

Servicestunde | 24.09.2019 Scheidungshunde: Wo lebt das Haustier nach der Trennung?

Für ihre Besitzer gehören Hunde, Katzen, Pferde und Vögel zur Familie. Im Scheidungsverfahren werden sie allerdings als Haushaltsgegenstände gewertet. Wurden sie während der Ehe angeschafft, gehören sie (genau wie Möbel oder elektronische Geräte) beiden Partnern. Häufig müssen die Richter entscheiden, ob das Haustier künftig bei Herrchen oder Frauchen lebt.

Zwei Dackel in Kostümen.
Hundeelend: Auch Tiere müssen sich manchmal trennen... Bildrechte: dpa

Mehr als neun Millionen Hunde leben in Deutschland. Und so ein Hundeleben dauert manchmal länger als eine Ehe. So war es auch bei Babsi. Das Oberlandesgericht Stuttgart musste entscheiden, ob Babsi bei "Mama" oder "Papa" wohnen wird. Dazu wurde sogar der Hund befragt. Die Richter ließen Babsi im Gerichtssaal frei, sie ging zur "Menschenmutter" und legte sich auf deren Schoß. Damit war der Fall für die Stuttgarter Richter klar (Oberlandesgericht Stuttgart. Az. 18 UF 62/14). Allerdings geht es dem Gericht nicht automatisch darum, dass das Tier dort leben wird, wo es ihm besser geht. Grund: Tiere gelten als Gegenstände. Die Gerichte klären häufig also nur die Besitzverhältnisse.

Ein Mädchen liegt auf einer Wiese und küsst ihren Hund.
Familienmitglied Hund Bildrechte: imago images / Westend61
Ein kleines Mädchen und ein Hund sitzen im Schnee
Dem Gericht geht es um Besitzverhältnisse, aber auch um Tierwohl. Bildrechte: Colourbox.de

Wurde das Haustier vor der Hochzeit angeschafft, gehört es demjenigen, der es gekauft hat. Der Fall ist juristisch klar - der andere Ehepartner hat keinen Anspruch auf ein Leben mit dem Tier. Bei Tieren, die in der Ehe gekauft wurden, ist juristisch gewünscht, dass sie die Eheleute einigen. Nach dem Motto: Einer bekommt den Terrier für 1.200 Euro - der andere die Stereoanlage, die genauso teuer war. Auch Ausgleichszahlungen sind möglich und freiwilliger Umgang (sowie Unterhalt) möglich.

Finanztest rät in seiner September-Ausgabe zum Beispiel:

Sinnvoll sind solche individuellen Regelungen auch für nicht verheiratete Paare. Sind sich beide grundsätzlich einig, können sie solche Verträge ohne rechtlichen Beistand machen. Am besten treffen sie die Vereinbarungen schriftlich und unterschreiben beide.

Finanztest 09/2019
Gassi gehen 7 min
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Zwei Hund (Jack Russell) beobachten den Sonnenuntergang.
Das Gericht entscheidet auch, ob das Rudel getrennt werden darf... Bildrechte: Colourbox.de

In solch einer Vereinbarung sollte geklärt werden, wer den Hund wie oft sehen kann, wer für mögliche Tierarzt- und Betreuungskosten aufkommt und wie und wo das Tier während Urlauben untergebracht wird. Bevor vor Gericht über die Haustiere gestritten wird, kann auch ein Mediator vermitteln. In mehreren Sitzungen versucht der Mediator eine Lösung zu finden, die beide akzeptieren. Lässt sich allerdings kein Kompromiss finden, wird das Gericht zum Beispiel einen Kaufvertrag sehen wollen oder Zeugen hören, die davon berichten, wer das Tier wem zu welchem Anlass geschenkt hat.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 24. September 2019 | 11:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2019, 13:04 Uhr

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