Servicestunde | 29.10.2019 Weltschlaganfalltag - Richtig vorsorgen und optimal nachsorgen!

Bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten und Risikogruppen sind Hausarzt, Spezialisten, Kliniken und Reha-Einrichtungen gefragt. Das Zusammenspiel aller - und die Beharrlichkeit der Patienten sorgen dafür, dass die Folgen eines Schlaganfalls möglichst gering bleiben. Dr. Jana Boer, Kardiologin aus Erfurt erläutert in der Servicestunde, worauf Risiko-Patienten achten können und was im Fall einer Nachsorge beachtet werden sollte.

Eine Frau kümmert sich um einen auf der Straße liegenden Mann.
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Was ist ein Schlaganfall?

Wird das Gehirn mit zu wenig Blut versorgt, bekommen bestimmte Hirnareale zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Sie erleiden einen Hirninfarkt oder Schlaganfall. In etwa 85 Prozent der Fälle ist eine Arterie, die das Gehirn mit Blut versorgt, durch ein Gerinnsel verstopft. Auch Hirnblutungen nach dem Riss eines Blutgefäßes im Gehirn können einen Schlaganfall auslösen, was knapp 15 Prozent ausmacht. Ein Aneurysma ist die seltenste Ursache für einen Schlaganfall. Dabei kommt es zu  einer Blutung aus einer Gefäß-Aussackung.

Einem Schlaganfall vorbeugen

Weibliche Dynamofans beim Walking
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Jedes Jahr bekommen 270 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Drei Viertel wären vermeidbar. Besonders wichtig in der Prävention ist Bewegung. Sie hält nicht nur Blutgefäße gesund, sondern senkt auch Blutdruck und Gewicht und damit das Risiko für einen Schlaganfall. "Jeder Schritt zählt!" ist deshalb das Motto der Deutschen Schlaganfallhilfe zum diesjährigen Weltschlaganfalltag. Dabei muss es gar kein Hochleistungssport sein. Jeden Tag eine halbe Stunde zügiges Laufen oder Walken reicht schon aus.

Erste Hilfe beim Schlaganfall

"Zeit ist Hirn" - denn nur wenige Stunden bleiben, in der Ärzte die Sauerstoffversorgung im Hirn wieder herstellen können. Ist diese Frist verstrichen, ist das Hirngewebe verloren, dauerhafte Lähmungen und Sprachstörungen sind die Folge. Je schneller Schlaganfallpatienten medizinische Hilfe bekommen, desto besser ist ihre Chance auf Heilung. Häufig bekommen Schlaganfallpatienten selber nicht mit, was mit ihnen passiert. Sie sehen Doppelbilder, sprechen mit schwerer Zunge oder können den Arm nicht mehr heben. Dann muss der Patient sofort zum Arzt.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 29. Oktober 2019 | 11:10 Uhr