Servicestunde | 18.12.2019 Smartwatches - das perfekte Weihnachtsgeschenk?

Smartwatches liegen im Trend. Doch was können die kleinen Ergänzungen zu Smartphone und Fitnessarmband? Stiftung Warentest hat 13 Uhren unter die Lupe genommen, in der Servicestunde verraten wir, welche gut abschneiden und was Sie vor dem Kauf beachten sollten.

Zwei Sportler zeigen sich ihre Smartwatches.
Smartwatches messen die Fitness, spielen Musik und senden Mails. Bildrechte: imago/Westend61

Smartwatches liegen im Trend. Ursprünglich war die Uhr als Verlängerung des Smartphones gedacht. Mails, Nachrichten und Musik können auf der Uhr gespiegelt werden. Per Sprachsteuerung und mit entsprechenden Apps ist es möglich, auf die Nachrichten zu antworten. Dazu ist die Uhr per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden. Außerdem verbinden die Uhren die technischen Raffinessen des Smartphones mit denen eines Fitnessarmbands. Sie sagen uns immer genau, wie es aktuell um Puls oder Kalorienverbrauch bestellt ist, oder wieviele Schritte man schon gegangen ist.

Eigentlich scheint eine Smartwatch ein gutes "Last-Minute"-Weihnachtsgeschenk zu sein, zumal es die günstigsten Smartwatches für nicht einmal 70 Euro gibt. Stiftung Warentest hat 13 Uhren unter die Lupe genommen. Sie liegen im Preissegment zwischen 69 und 480 Euro. Generell kann festgehalten werden: Wer weniger bezahlt, bekommt auch weniger an Leistung.

Wie genau sind die Fitnessdaten?

Äußerlich unterscheiden sich die Uhren stark in Design und Form. Die Auswahl reicht von der Uhr im Digital-Look über Modelle mit wechselnden Oberflächendesigns bis hin zur klassischen Uhr mit Zeiger und Zifferblatt (Hybridwatch). Im Test schneiden nur die zwei teuersten Geräte gut ab, sie liegen bei 335 bzw. 480 Euro.

Joggerin schaut auf Smartwatch.
Nicht jede Smartwatch hält, was sie verspricht. Bildrechte: imago/Westend61

Die anderen geprüften Smartwatches lagen vor allem bei den versprochenen Fitnessfunktionen öfter mal daneben: Puls bestimmen, Strecke messen, Kalorienverbrauch ermitteln. Gerade Schrittzähler "verschätzen" sich gerne mal, da die Uhr nicht immer zuverlässig erkennt, ob der Nutzer einen Schritt gemacht oder sich nur nach vorn gebeugt hat. Bei der Pulsmessung gibt es deutliche Abweichungen von rund zehn Prozent. Nur wenige Smartwatches navigieren gut und auch beim Datenschutz gibt es Mängel. Die Uhren fragen beim Einrichten eines Nutzerkontos und bei der Kopplung mit dem Smartphone persönliche Angaben ab - oftmals sind diese für die Funktion unnötig (Name, Telefonnummer). Mehrere Anbieter räumen sich das Recht ein, die von Nutzern angegebenen Daten zu speichern und an Drittanbieter weiterzugeben.

Manche Uhren der neuesten Generationen bieten eine EKG-Funktion an. Damit soll sich tatsächlich die Herzfunktion und eben nicht nur der Puls messen lassen. Mediziner der Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) warnen dabei, dass das Watch-EKG kein Ersatz für einen Arztbesuch ist. Zwar funktioniert die Messung mittels dreier Sensoren relativ gut, an ein vollwertiges EKG und eine entsprechende fachliche Bewertung kommt es aber nicht heran.

Bei der Wahl der richtigen Smartwatch sollte man vor allem darauf achten, dass sie sich mit Ihrem Smartphone versteht. Die Hersteller der Uhren geben Auskunft darüber, mit welchem Betriebssystem die Uhr kompatibel ist.

Tipps zur technischen Ausstattung

  • Wer viel unterwegs ist und viele Apps nutzt, sollte auf einen leistungsstarken Akku achten.
  • Liest man lieber viele Nachrichten oder Mails, kann ein Modell mit einem Rad zum Scrollen nützlich sein.
  • Neben einem starken Akku sollte die Uhr möglichst wenig Energie verbrauchen. Deswegen sollte man beim Kauf auf ein Low-Energy-Bluetooth achten.
  • Um gut mit Smartphone, Kopfhörern und anderen Geräten zu kommunizieren, sollte das Gerät über eine Schnittstelle für W-Lan, GPS und NFC (Near-Field-Communication) verfügen.
  • Möchte man Musik direkt von der Uhr hören, braucht sie einen möglichst großen Speicher.
  • Wenn man die Uhr vorwiegend für Sport und Fitness verwenden will, empfiehlt sich ein wasserdichtes Modell.
  • Soll die Uhr auch ohne Smartphone genutzt werden, muss eine Verbindung über WLAN möglich sein und/oder man braucht eine SIM-Karte.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN mit Haase und Waage | 18. Dezember 2019 | 11:05 Uhr