Servicestunde | 28.04.2020 Strom vom Balkon – Steckersolargeräte für jedermann

Jeder der einen Balkon mit viel Sonnenlicht besitzt, hat die Möglichkeit seinen eigenen Strom zu produzieren. Steckersolargeräte machen es möglich. Sie wandeln Licht in Energie und speisen sie ins eigene Stromnetz ein. Doch wie effizient sind die Geräte eigentlich? Dieser Frage geht Moderatorin Sina Waage in der Servicestunde nach.

Solaranlage auf einem Hausdach
Wer kein ganzes Dach zur Verfügung hat, kann mit steckbaren Solargeräten auch im kleinen Stil Sonnenenergie erzeugen. Bildrechte: imago/Westend61

Steckbare Solar-Geräte sind nicht nur für Klimafreunde interessant, sondern auch für Pfennigfuchser. An der Hausfassade, auf dem Garagendach oder auf dem heimischen Balkon angebracht, funktionieren sie wie eine herkömmliche Photovoltaik-Anlage. Ein oder mehrere Solarmodule produzieren Strom, den ein eingebauter Wechselrichter in Wechselstrom wandelt. Über eine ganz normale Schuko-Steckverbindung lässt sich dieser Strom dann ins heimische Netz einspeisen und schon dreht sich der Zähler langsamer und die Stromrechnung fällt geringer aus.

Wie effizient sind die Stecksolargeräte?

Die Leistung herkömmlicher Stecksolargeräte liegt bei 250 bis 300 Watt. Das entspricht in etwa einem Zehntel des Strombedarfs eines Drei-Personen-Haushalts. Ein solches Gerät kostet zwischen 300 und 450 Euro und spart jährlich zwischen 50 und 90 Euro an Stromkosten. Es ist also davon auszugehen, dass sich das Gerät nach vier bis acht Jahren amortisiert hat. Die meisten Hersteller bieten eine 20-jährige Garantie, insofern macht man damit auf lange Sicht einen Gewinn.

Theoretisch lassen sich auch mehrere Geräte miteinander kombinieren, um die Leistung zu erhöhen, allerdings empfiehlt die Deutsche Energiegesellschaft (DGS) dann einen Elektriker zu beauftragen, der natürlich zusätzlich bezahlt werden muss. Wie effizient die Geräte insgesamt sind, hängt natürlich auch maßgeblich vom Standort ab. Umso mehr Sonnenlicht die Geräte auffangen können, desto höher der Ertrag. An der Südseite ohne Schattenwurf platziert, liefert ein Stecksolargerät gute 200 Watt. Mit diesem Strom lässt sich wunderbar der Computer, Fernseher oder Kühlschrank betreiben. Für eine Waschmaschine reicht die Power häufig nicht aus.

Anschluss und Anmeldung

Mieter müssen vor der Installation unbedingt das Einverständnis des Vermieters einholen. Außerdem sollte das Gerät dem deutschen Netzbetreiber gemeldet werden. Wenn Sie sich unsicher sind, wer ihr Netz betreibt, können Sie dies ganz einfach bei ihrem Stromversorger in Erfahrung bringen. Manche Netzbetreiber bieten auf ihrer Website eine einfache Anmeldung kleiner Plug-In-Anlagen. Tun sie es nicht, gibt es auch Musterformulare. Zum Schluss möchte auch die Bundesnetzagentur über Ihr Solarmodul informiert werden. Hier reicht eine Anmeldung im Marktstammregister.

Ein Stromzähler
Achtung: Ihr Stromzähler muss die Einspeisung registrieren können! Bildrechte: colourbox.com

Aufpassen müssen Sie vor dem Anschluss auch bei Ihrem Stromzähler. Dieser muss eine Einspeisung nämlich auch registrieren können. Gerade ältere Modelle neigen dazu rückwärts zu laufen, wenn das Modul gerade mehr Strom erzeugt, als Sie verbrauchen. Das klingt zwar nach einer Geschäftsidee, ist aber strafbar und kann als Manipulation des Stromzählers ausgelegt werden. Das ist kein Kavaliersdelikt und kann mit empfindlichen Strafen einhergehen.

Selbstmontage und Sicherheit

Grundsätzlich lassen sich solche Anlagen auch selbst montieren. Allerdings gibt es dafür aktuell keine rechtliche Sicherheit. Da Netzbetreiber und Energieerzeuger kein Interesse haben, zigtausende kleine stromerzeugende Geräte als Konkurrenten zu haben, weisen Lobby- und  Interessenverbänden immer wieder auf verschiedene Normen hin. Demnach sei zum Beispiel ein einfacher Schuko Stecker nicht ausreichend, um eine solche Anlage in Betrieb zu nehmen.

Die Installationsnorm (DIN VDE 0100-551-1) für solche Anlage verbietet den Schuko Stecker aber nicht ausdrücklich. Und auch der Anschluss an das Netz muss nicht zwingend durch den Elektriker erfolgen. Im Grunde genommen gilt, wie bei allen elektronischen Geräten, dass Sie bei der Selbstmontage den Herstelleranweisungen folgen. In puncto Sicherheit sollten Sie außerdem auf ein DGS-Siegel achten. Dann nämlich ist garantiert, dass die wichtigsten Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Wichtig ist außerdem sie sichere Montage. Soll das Modul über einem Fußweg oder einer Straße angebracht werden, muss es bruchsicheres Glas haben und darf niemanden blenden, vor allem nicht die Autofahrer.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 28. April 2020 | 11:10 Uhr