Servicestunde | 08.06.2020 Sonnencremes für Kinder im Test

Zarte Baby- und Kinderhaut braucht besonders sicheren Sonnenschutz. Doch im Test von "Öko-Test" schnitt nur etwa die Hälfte der 21 untersuchten Produkte gut ab. Die anderen enthielten chemisch wirkende UV-Filter, Nano-Partikel und Mikroplastik. Fazit: Sonnenschutzcremes mit mineralischem Schutz sind für Kinder am besten, da keine Cremeteile ins Blutsystem gelangen und dort eventuell Schaden anrichten können.

Ein Kleinkind spielt an einem Springbrunnen
Gut geschützt, macht der Sommer doppelt Spaß. Bildrechte: imago/localpic

Toben, rennen, klettern, schwimmen - Kinder sind im Sommer kaum zu halten. Den ganzen Tag wären sie am liebsten draußen. Gut so! Aber bei so viel Zeit in der Sonne braucht Kinderhaut speziellen Schutz. Zuviel UV-Strahlen oder gar ein Sonnenbrand erhöhen das Risiko, später im Leben an Hautkrebs zu erkranken.

Kinder-Sonnencremes: So wurde getestet

Die Tester der Zeitschrift Öko-Test haben Sonnencremes für Kinder untersucht. Alle ausgewählten Produkten hatten einen Lichtschutzfaktor 50 und sollten für sensible Haut geeignet sein. Geprüft wurde, welche Sonnenschutzfilter die Cremes enthalten und ob bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Auf das Gesicht eines Kleinkinds wird Sonnencreme mit LSF 50 aufgetragen.
Sonnencreme muss dick aufgetragen werden, um richtig zu schützen. Bildrechte: imago/localpic

Die gute Nachricht: Alle Produkten waren wasserfest, keines enthielt allergieauslösende Duftstoffe. Aber trotzdem ist aus Sicht der Öko-Tester nur die Hälfte der untersuchten Produkte empfehlenswert. Grund sind die chemischen Sonnenfilter in einigen Sonnenschutzmitteln. Zwar sind alle als unbedenklich zugelassen, aber gerade bewerten Experten der Europäischen Union diese Stoffe neu.

Wir kritisieren UV-Filter, die in die Blutbahn gelangen können. Sie stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu stören.

Christine Throl, Redakteurin Öko-Test

chemische Sonnenfilter Chemische Filter dringen in tiefere Hautschichten und verwandeln schädliche UV-Strahlen in unschädliche Wärme. Die Stoffe gelangen auch in den Blutkreislauf.

mineralische Sonnenfilter Die mineralischen Filter Zinkoxid und Titandioxid bilden eine Barriere auf der Haut und reflektieren das Licht wie Tausende kleine Spiegel.

Naturkosmetik ohne bedenkliche Inhaltsstoffe

Bei Naturkosmetik fanden die Tester keine dieser bedenklichen Inhaltsstoffe. Sie kritisieren allerdings den nicht deklarierten Einsatz von Nanopartikeln. Die EU hat den Weißmacher Titandioxid als vermutlich krebserregend eingestuft. Das bedeutet, es kann gesundheitsschädlich sein, wenn Titandioxid in Lunge gerät. Das ist bei Sonnencreme natürlich unmöglich, wenn der Stoff in einer Creme enthalten ist. In Sonnensprays ist es verboten.

Minuspunkte vergaben die Tester für Produkte, die Mikroplastik enthalten, da diese in die Umwelt gelangen.

Mineralische Sonnencreme ist für Kinder am besten geeignet

Die Tester empfehlen Produkte mit mineralischem Filter als Sonnenschutz für Kinder. Diese sollten dick aufgetragen und nach jedem Baden erneuert werden. Trotzdem sollten Eltern vor allem Babys und Kleinkinder nicht den ganzen Tag in der Sonne spielen lassen. Der beste Platz - vor allem in der Mittagszeit - ist im Schatten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 08. Juni 2020 | 10:20 Uhr