Servicestunde | 02.06.2020 Altlasten entsorgen: Timeline-Pflege bei Social Media & Co.

Wer soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Twitter nutzt, hinterlässt über Jahre hinweg viele Spuren, die gegebenenfalls negative Konsequenzen haben können. Potentielle Arbeitgeber oder Vermieter, Werbeunternehmen, Stalker oder sogar Behörden können sich die Daten zu Nutze machen. Aber eine große Menge des Datenmülls lässt sich auch wieder entsorgen. Wir erkären Ihnen, wie Sie Social Media-Profile ausmisten können.

Silhouetten von Personen, die mit gesenktem Kopf auf den Bildschirm ihrer Smartphones schauen vor den Logos der sozialen Medien Instagram, Twitter, Facebook und Whatsapp
Wer sich seit einigen Jahren in Sozialen Netzwerken mitteilt, hinterlässt im Lauf der Zeit eine Menge Daten-Müll. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Wer soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram und Twitter nutzt, hinterlässt über Jahre hinweg viele Spuren, die gegebenenfalls negative Konsequenzen haben können. Potentielle Arbeitgeber oder Vermieter, Werbeunternehmen, Stalker oder sogar Behörden können sich die Daten zu Nutze machen. Aber eine große Menge des Datenmülls lässt sich auch wieder entsorgen. Wir erkären Ihnen, wie Sie Social Media-Profile ausmisten können.

Daten-Inventur: Welche Accounts habe ich überhaupt?

Je nachdem bei welchem Netzwerk Sie angemeldet sind oder waren, werden Sie überrascht sein, wie viel sich da über die Jahre angesammelt hat. Zunächst einmal gilt es jedoch auszusieben: Auf welchen Plattformen waren Sie in der Vergangenheit überhaupt angemeldet? Hier kann das eigene Mail-Archiv eine große Hilfe sein, um Account-Altlasten wiederaufzuspüren. Auf der Website "namechk" können sehen wo Ihre Nicknames noch gelistet sind.

Apps von Soziale Netzwerken auf einem Handydisplay.
Wieviele Accounts haben Sie und welche Portale davon benutzen Sie wirklich noch? Bildrechte: imago/Eibner

Sobald Sie wissen, wo überall Ihre Daten liegen, sollten Sie sich überlegen, welche Portale Sie überhaupt noch nutzen. Haben Sie noch einen alten Flickr-Account oder einen Tumblr-Blog, den Sie nicht mehr brauchen? Über den Dienst "just delete me" finden Sie zu beinah jedem Portal die Website, auf der Sie ihre Accounts löschen können. Dafür brauchen Sie zwar ein Passwort, aber alle Webdienste bieten inzwischen eine Passwort-Wiederherstellung an.

Daten-Pflege: Ausmisten und Aufhübschen!

Nachdem unnötige Accounts weg sind, gilt es die übrig gebliebenen zu scannen und zu säubern. Um sich einen Überblick zu verschaffen, empfiehlt sich die App Time Hop. Für die gängigen sozialen Netzwerke bietet diese App einen übersichtlichen Erinnungsmodus an, der Texte, Fotos und Videos aus den zurückliegenden Jahren präsentiert. Unerwünschte Daten können Sie auf diese Weise ausfindig machen und löschen.

Noch ein Schritt weiter gehen Dienste, mit denen Sie Reputation Management betreiben können. Für deutschsprachigen Inhalte gibt es derzeit noch keinen guten Service hierfür. Das US-Unternehmen "BrandYourself" bietet einen solchen Dienst aber auch innerhalb Deutschlands an. Die App scannt auf Wunsch Social-Media- Accounts auf potenziell schädigende Inhalte. Auch die Bildsuche identifiziert hervorragend Bierflaschen oder andere unliebsame Dinge, mit denen Sie mal fotografiert wurden.

Neben der Daten-Löschung sollten Sie sich auch die Zeit nehmen, Ihre Profile zu aktualisieren und auf Stand zu bringen. Besonders bei Netzwerken wie "LinkedIn" oder "Xing", die sie für berufliche Zwecke nutzen, sollten Sie regelmäßig nach dem Rechten sehen.

Daten-Müll vermeiden: Clever Posten!

Ein Smartphone in der Hand einer Frau
Manchmal hilft es schon sich einen Moment länger Zeit zu lassen, ehe man etwas postet. Bildrechte: Colourbox.de

Wenn Sie bei der Inventur und Pflege ihrer Daten festgestellt haben, dass das ziemlich viel Arbeit ist, sollten Sie sich auch überlegen, ob Sie zukünftig Daten-Müll vermeiden können. Drei wesentliche Regeln können Sie dabei beherzigen: 1. niemals müde oder betrunken Posten, 2. keine fremden Bilder verwenden, 3. keine Beiträge leichtfertig teilen oder liken! Insbesondere letzteres hat in den vergangenen Jahren eine unschöne Dynamik in den Sozialen Netzwerken angenommen - Stichwort: Fakenews! Emotionalisierte und skandalisierende Inhalte sind häufig voller Falschinformationen, mit denen Sie sich am Ende nur selbst in ein schlechtes Licht rücken. Also nehmen Sie sich lieber ein paar Minuten mehr Zeit, einen Beitrag zu begutachten, bevor Sie ihn teilen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Haase und Waage am Vormittag | 02. Juni 2020 | 11:10 Uhr