Köhler und Holzkohlen verschiedener Marken
Wer ökologisch korrekt grillen will, sollte sich die Grillkohle vor dem Kauf genau anschauen. Bildrechte: IMAGO

Servicestunde | 26.06.2019 Ist Grillkohle ökologisch korrekt?

Ist das Tropenholz? Oder heimisch? Ist man als Griller mit Schuld am Raubbau an der Natur? Das kann man sich in Thüringen ja mal fragen? Die Stiftung Warentest hat also nicht nur Würste auf den Grill geworfen, sondern die Deklarationen ganz genau gelesen und überprüft.

Köhler und Holzkohlen verschiedener Marken
Wer ökologisch korrekt grillen will, sollte sich die Grillkohle vor dem Kauf genau anschauen. Bildrechte: IMAGO

Nach echtem Grillspaß klingt das nicht, was die Tester von Stiftung Warentest mit insgesamt 17 Säcken Holzkohle gemacht haben. Die Experten haben sich unter einem Spezialmikroskop genauer angesehen, was die Anbieter in die Säcke gepackt haben. In fünf Holzkohlesäcken war demnach Holz aus dem Raubbau an Urwäldern. Die Untersuchung bestätigt frühere Tests von Umweltschützern, die in Grillkohle hohe Anteile von Tropenholz gefunden haben.

"Steht nichts auf dem Sack, ist sicher Tropenholz drin"

Grundsätzlich müssen die Hersteller nicht angeben, was sie in die Holzkohle packen. In der EU gibt es zwar eine Vorschrift, nach der nur legales Holz importiert werden darf. Für die Grillkohle und auch für Briketts gilt die Verordnung aber nicht. Importeure müssen also auch nicht die Herkunft nachweisen. Das wird offenbar ausgenutzt, wie der aktuelle Test zeigt.

Grillfans können auf zwei Siegel achten

Wer Holzkohle ohne Raubbau möchte, sollte Produkte mit klarer Herkunftsangabe und mit Umweltsiegel kaufen. Damit gehe man auch nicht immer auf Nummer sicher, sagen die Tester. Aber es sei eben besser als gar nichts, wie der Test zeigt. Auf dem Sack steht dann beispielsweise "aus europäischen Laubbäumen". Das kann auch heißen, dass die Holzkohle aus der Ukraine stammt. Dort gibt es aktuell viele illegalen Holzeinschlag und Korruption, heißt es von Stiftung Warentest. Die rät zu zwei Siegeln: Das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) darf nur Kohle bekommen, für die das Holz überprüfbar aus "verantwortungsvoller Waldwirtschaft kommt". Auf die Einhaltung der Regeln für das Siegel achtet unter anderem Greenpeace.

Zudem gibt es noch ein Siegel von der Holzwirtschaft selber, das enthält die Buchstaben PEFC. PEFC steht für "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes". Laut der Organisation kontrollieren "unabhängige Organisationen" die Einhaltung der Regeln in den Wäldern, deren Holz das Siegel tragen dürfen.

So erkennt man qualitativ hochwertige Holzkohle

Die Tester von Stiftung Warentest haben nicht untersucht, wie gut die geprüfte Holzkohle Glut entwickelt und wie lange die sie hält. Wer beim Kauf etwas aufmerksam sei, könne aber qualitativ hochwertige Holzkohle von schlechter unterscheiden. Das sagt Andreas Bräuer von der 1. Deutschen Grill- und BBQ-Schule Erfurt:  

Man kann den Sack mit der Kohle in die Hand nehmen und den Unterboden leicht in der Hand tanzen lassen. Wenn man am Boden weniger das Gefühl von Zucker und mehr von Stücken hat, ist das erstmal gut verkohlte Holzkohle.

Grillprofi Andreas Bräuer rät zudem zur "Klangprobe". Dabei schüttelt man die Holzkohle im Sack neben dem Ohr und lässt sie kullern. Wenn es dabei einen hellen Klang gibt, handelt es sich um gute Holzkohle für gleichmäßige Hitze.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Hase und Waage | 26. Juni 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2019, 13:49 Uhr

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10 Kommentare

28.06.2019 11:37 Christiane 10

3&7 sehr schön kommentiert, sie haben die Kerzen vergessen.

27.06.2019 11:50 Lade 9

Der Journalismus lässt mal wieder zu wünschen übrig - wie bitte kann man unter einem Mikroskop erkennen, ob das Holz aus Raubbau stammt?
Die Expertise ist auch eine Wucht, da soll nicht auf Qualitätsstandard nach DIN geachtet werden, sondern ob es sich nach "Zucker" anfühlt?
Was die meisten leider nicht Wissen - der Begriff Tropenholz wird regelmäßig mit Regenwald interpretiert, dabei definiert dieser Begriff lediglich die Regionen in denen der Baum gewachsen ist - also auch die Subtropen von Spanien bis Argentinien.
Auch Stiftung Warentest hat hier nur spekuliert. Wenn ich durch einen Supermarkt gehe, erfahre ich auf 80% der Artikel, ob nun Lebensmittel oder Non-food nicht den Ursprung, bei der Grillholzkohle soll das nun elementar sein?