Auktionshammer auf Laptop
Bildrechte: Colourbox.de

Servicestunde | 15.04.2019 Was tun bei Abmahnung wegen illegaler Downloads?

Ein Brief vom Anwalt kommt, weil Sie angeblich illegal Filme aus dem Internet gezogen oder Bilder genutzt haben? Was Nutzer wissen sollten, besprechen wir mit Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen.

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"Illegaler Down- und Upload", "Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz", "Verbotene Nutzung von Bilddateien" - Abmahnungen mit diesen Inhalten bekommen Internet-Nutzer immer wieder. Meist wird den Betroffenen vorgeworfen, sie hätten illegal urheberrechtlich geschützte Video- und Musikdateien in speziellen Börsen getauscht. Den Tausch nennt man "Filesharing".

Dass man in einer Tauschbörse nicht nur Musik bekommt, sondern auch gleichzeitig anderen Tauschbörsennutzern zur Verfügung stellt, fällt vielen Surfern gar nicht auf. Gerade Kinder und Jugendliche tappen oft arglos in die Tauschbörsenfalle, und deren Eltern erleben dann ein böses Erwachen. Der Tauschbörsen-Benutzern wird per Abmahung aufgefordert, Anwaltskosten und Schadensersatz zu bezahlen und eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben. 

Abmahnen ist ein Millionengeschäft

Das kostenpflichtige Abmahnen ist ein professionelles Geschäft geworden, das in den meisten Fällen völlig automatisiert abläuft. Für die Rechtsanwälte, die im Auftrag der Film- und Musikindustrie die Abmahnungen übernehmen, ist das ein Millionengeschäft. Keine Frage: Urheberrechtsverstöße sind keine Bagatellen. Wer sie begeht, schadet anderen. Urheberrechtlich geschützte Musik, Filme, E-Books oder Spiele ohne Einwilligung des Urhebers zu tauschen, ist nicht erlaubt. Das gleiche gilt für Software. Was viele Nutzer nicht wissen: Sie laden bei der Nutzung einen Titel nicht bloß herunter, sondern geben ihn meist auch zum Download für andere frei.

Dennoch: Die anwaltlichen Aufforderungen zur Abgabe von Erklärungen sind zum Teil gar nicht begründet oder zu weitgehend. Und die Anwaltsrechnungen sind oft deutlich überzogen.

Unsere Tipps

  • Unterschreiben Sie die dem Abmahnschreiben beigefügte Unterlassungserklärung nicht ohne anwaltliche Beratung. Es können Ihnen hierdurch erhebliche rechtliche Nachteile entstehen.

  • Zahlen Sie auf keinen Fall vorschnell die geforderten Schadensersatzleistungen.

  • Haben Dritte, Familienangehörige oder Kinder über Ihren Internetanschluss Daten illegal heruntergeladen, sollten Sie die Abmahnung mit Hilfe eines Rechtsanwalts zurückweisen.

  • Verschlüsseln sie Ihr Wlan! Inhaber von ungesicherten Wlan-Zugängen sind haftbar zu machen, wenn Fremde darüber illegal Dateien abrufen. Verwenden Sie den aktuellen Verschlüsselungsstandard WPA2-PSK und wählen Sie ein sicheres Passwort.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 15. April 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 13:55 Uhr

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