Frauenbeine
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Servicestunde | 21.05.2019 Venengesundheit - es geht nicht nur um schöne Beine

Krampfadern, Besenreiser, Ödeme - lange blaue Linien an den Beinen sehen nicht nur unschön aus, sie bergen auch gesundheitliche Risiken. Die Zahl der Behandlungsmöglichkeiten ist groß. In der Servicestunde geben wir Tipps zur Vorbeugung und Behandlung.

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Der Mensch hat ein weit verzweigtes Venensystem. Ein Teil davon spannt sich relativ dicht unter der Hautoberfläche. Ein weiteres, sehr wichtiges, verläuft in tieferen Gewebeschichten. Mit Krampfadern sind jedoch immer Verdickungen der oberflächlichen Venen gemeint, denn nur die können bläulich durch die Haut schimmern.

Harmlos ist hingegen das haarfeine, fächerförmige Netz bläulich-rötlicher Äderchen. Dabei handelt es sich um die sogenannten Besenreiser. Medizinisch sind die kleinen Hautveränderungen weniger bedeutsam, dennoch empfinden viele Betroffene sie als Belastung. Anders als Besenreiser haben Krampfadern durchaus Krankheitswert. Unbehandelt schreiten Venenverschleiß und der Blutstau im Bein ungehindert fort. Beinschwellungen, Schweregefühl, Juckreiz und letztlich offene Beine können die Folge sein.

Schweregrade von Krampfadern

  • Grad 1: Krampfadern ohne Beschwerde
  • Grad 2: Krampfadern mit Beschwerden wie Schweregefühl, Juckreiz, Wadenkrämpfe, Schmerzen etc.
  • Grad 3: Wie Grad 2, jedoch stärker ausgeprägt; Hautveränderungen (Verfärbungen, Ekzem, Entzündungen), Narben eines offenen Beines
  • Grad 4: Wie Grad 3, doch stärker ausgeprägt; offenes Bein

Wann wird die Krampfader gefährlich?

Es gibt einige Warnsignale für eine verstopfe Beinvene, zum Beispiel geschwollene Fußknöchel und Unterschenkel oder Spannungsgefühle im Bein. Aufmerksam werden sollte man vor allem, wenn ein Bein deutlich dicker ist als das andere. Auch Schmerzen in der Wade und beim Auftreten deuten auf einen Gefäßverschluss hin, ebenso ein übermäßiges Wärmegefühl und eine blaue Färbung oder Rötungen, wenn man die Beine hängen lässt. Aber Achtung: Viele Thrombosen verlaufen auch symptomlos!

Krampfadern werden begünstigt durch:

  • Erbliche Faktoren. Die Wahrscheinlichkeit, Krampfadern zu entwickeln, liegt bei knapp 45 Prozent, wenn ein Elternteil daran leidet und beinahe 90 Prozent, wenn beide diese Veränderung haben oder hatten
  • Hormonelle Einflüsse während der Schwangerschaft oder die Einnahme empfängnisverhütender Präparate
  • Eine überwiegend stehende Haltung bei der Arbeit.
  • Wenig oder keine sportliche Aktivität. Tennis, Squash und Fußball wirken sich negativ auf Venen aus
  • Übergewicht
  • Schuhe und Kleidung, die den Rückfluss des Blutes erschweren oder die Gewohnheit, im Sitzen die Beine übereinander zu schlagen, begünstigen das Entstehen von Krampfadern

Vorbeugend wirken:

  • Viel Bewegung zur Stärkung der Beinmuskulatur: Gehen, Wandern, Fahrradfahren und Schwimmen
  • Venengymnastik
  • Wechselduschen und kalte Güsse für die Beine

Die 3-S-3-L-Regel Körperliche Bewegung ist das Beste, was jeder für seine Beine tun kann, denn die Beinmuskeln pressen täglich rund 1000 Mal die gesamte Blutmenge durch die Venen. Darauf zielt auch die sogenannte 3-S-3-L-Regel ab. Sie steht für:

"Sitzen, stehen, schlecht! Lieber liegen oder laufen!"

Diese Regel sollte jeder kennen, denn sie hilft nicht nur Menschen mit schwachen Venen, sondern auch Gesunden!

Wie behandelt man Krampfadern?

Die Wahl der optimalen Behandlungsmethode hängt in erster Linie davon ab, welche Venen betroffen sind. Nicht jedes Gefäß kann mit jeder Methode operiert werden. Oft sind Kombinationen verschiedener Techniken sinnvoll. Welche die beste OP-Methode bei Krampfadern der Stammvenen ist, darüber sind sich die Mediziner nicht einig.

Krampfadern am Bein
Krampfadern am Bein Bildrechte: IMAGO

Während ein Teil nach wie vor auf das klassische Herausziehen (Stripping) schwört, setzen andere auf jüngere Verfahren, bei denen die Vene im Bein bleibt und vor Ort verschweißt, verfüllt oder verklebt wird. Vor allem die sogenannte Radiowellentherapie und die Lasertherapie sind weit verbreitet. Bei beiden schiebt der Arzt eine kleine Sonde in die erkrankte Vene. Während er sie Stück für Stück wieder herauszieht, sendet sie Radiofrequenzwellen bzw. Laserstrahlen aus. Das erzeugt enorme Hitze und "verkocht" und verstopft die Ader auf der ganzen Länge. Der Körper muss das Blut auf eine gesunde Vene umleiten. Viele Krankenkassen bezahlen diese Behandlungen noch nicht. Dennoch greifen Patienten dafür selbst in die Tasche, denn es gibt einige Vorteile: Der Eingriff erfolgt ambulant ohne Krankenhausaufenthalt, soll schmerzarmer sein und schneller heilen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 21. Mai 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 14:30 Uhr

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1 Kommentar

21.05.2019 12:24 Ralf 1

Meine Krampfadern wurden auch "verkocht" und sind jetzt funktionslos noch drin. Vor etwa 1/2 Jahr. Ich konnte sofort nach der Behandlung nach Hause und ganz normal weiterleben. Nach langen Autofahrten spannt es an manchen Stellen - vermutlich die noch fühlbaren Gefäßreste. Ansonst habe ich keine Beschwerden mehr. Lässtig waren lediglich die Trombosestrümpfe.