Servicestunde | 15.06.2020 Reisewarnung aufgehoben - Was bedeutet das für Verbraucher?

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für mehr als 160 Nicht-EU-Länder bis Ende August verlängert. Für 31 europäische Länder läuft sie nächste Woche aus. Welche Konsequenzen hat das für Reisende? Wie ist es geregelt, wenn man zum Beispiel seine gebuchte Reise nun antreten darf, aber wegen der zu erwartenden Einschränkungen und Hygieneregeln im Hotel oder am Strand gar nicht reisen möchte?

Der Airport Heraklion Kazantzakis International Airport, Innenaufnahme in der antiquierten und lieblos gestalteten Check-In Halle. EIne Familie mit Kindern wartet auf den Koffern sitzend auf ihre Abfertigung.
Reise verschieben oder wie geplant antreten? Die Entscheidung ist gerade schwierig. Bildrechte: imago/MiS

Endlich haben die Grenzen wieder offen, sind Urlaube wieder möglich. Aber natürlich längst nicht so, wie es einmal war. Nicht alle werden deshalb Lust haben, ihre geplante Auslandsreise auch tatsächlich anzutreten. Sei es, weil sie im Urlaub weder Maskenpflicht noch Abstandsregeln einhalten wollen. Sei es, weil sie zur Risikogruppe gehören und weiterhin so weit es geht, Kontakte vermeiden wollen. Oder vielleicht auch, weil sie die eventuell schlechtere medizinische Versorgung im Urlaubsland fürchten. Was müssen Urlauber beachten?

Reisehinweis und Reisewarnung

Obwohl die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für viele europäische Länder aufgehoben wurde, bedeutet es nicht, dass man sich in Europa wieder frei bewegen kann. So könnte es für Schweden wegen steigender Infektionszahlen auch in Zukunft bei einer Reisewarnung bleiben oder erneut ausgesprochen werden. Während Spanien noch bis zum 1. Juli ein Einreiseverbot hat, müssen Reisende in Großbritannien nach der Einreise für 14 Tage in Quarantäne. Das lohnt sich wohl nur bei einem sehr langen Urlaub. Auf den Seiten des Auswärtigen Amtes werden die Regelungen ständig aktualisiert. Jeder Reisende sollte sich dort informieren und auch daran halten. Wer in einer Land reist, für welches eine Reisewarnung ausgesprochen wurde, verliert seine Auslandskrankenversicherung. Und das könnte teuer werden.

Infektion am Urlaubsort

Swimmingpool in Spanien, wo Weihnachten 2019 ein 52-jähriger Vater und seine zwei neun und 16 Jahre alten Kinder ertrunken sind
Der Urlaub im Hotel könnte bei einer Infektion mit Covid-19 deutlich teurer werden. Bildrechte: imago images/Agencia EFE

Wer am Urlaubsort an Covid-19 erkrankt, kann nicht einfach nach Deutschland zurückreisen. Stattdessen treten die örtlichen Vorschriften in Kraft. Wer in Quarantäne muss, muss in Quarantäne und wird auch nicht zurück nach Deutschland geholt. Das kann die Kosten für eine Reise erheblich steigern. Denn während in manchen Ländern die Behörden den Aufenthalt bei Quarantäne zahlen, müssen Urlauber das in anderen Ländern selber übernehmen.

Stornierungen kosten wieder Geld

Seit der weltweiten Reisewarnung am 17. März war es meist möglich, Pauschalreisen kostenlos zu stornieren. Nun gilt dies nur noch für Länder, für die es weiterhin eine Reisewarnung gibt. Für die Länder, für die es länderspezifische Reisehinweise gibt, gilt die kostenlose Stornierungsmöglichkeit so nicht mehr. Das Auswärtige Amt rät, beim Reisebüro oder Reiseveranstalter nachzufragen. Eventuell besteht die Möglichkeit, die Reise auf einen späteren Zeitpunkt umzubuchen.
Wird durch die Auswirkungen der Corona-Krise der Reiseablauf stark verändert oder können geplante Sehenswürdigkeiten nicht besichtigt werden, steigen die Chancen auf eine kostenlose Stornierung. Viel hängt von der Kulanz des Reiseveranstalters ab. Wer Probleme hat, findet bei den Verbraucherzentralen Hilfe.
Für Individualtouristen lohnt ein Blick auf die Webseite der Fluggesellschaft, des Hotels oder der Deutschen Bahn. Im Moment gelten häufig großzügige Umtausch- und Stornierungsbedingungen. Allerdings werden Reisenden auch gern einfach Gutscheine für spätere Fahrten oder Aufenthalte angeboten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 15. Juni 2020 | 11:00 Uhr