Absperrung einer Unfallstelle
Bei jedem Unfall ist es wichtig, erst einmal die Ruhe zu bewahren! Bildrechte: imago/Sabine Gudath

Servicestunde | 21.02.2019 Verkehrsunfall: So verhalten Sie sich richtig

Wenn ein Verkehrsunfall passiert, ist das oft erst mal ein Schock für alle Beteiligten. Dennoch kommt es dann auf das richtige Verhalten an: Die Unfallstelle muss gesichert, dann erste Hilfe geleistet und/oder gerufen werden... Wann man die Unfallstelle räumen kann, um andere nicht weiter zu behindern und wie eine ordentliche Unfalldokumentation aussieht, das erklärt ein Vertreter des ADAC in unserer Servicestunde.

Absperrung einer Unfallstelle
Bei jedem Unfall ist es wichtig, erst einmal die Ruhe zu bewahren! Bildrechte: imago/Sabine Gudath

So verhalten Sie sich richtig am Unfallort

  • Halten Sie sofort an und versuchen Sie, Ruhe zu bewahren.
  • Sichern Sie die Unfallstelle: Schalten Sie die Warnblinkanlage ein und stellen Sie Ihr Warndreieck auf. Vor allem auf viel befahrenen Straßen und bei schlechten Sichtverhältnissen sollten Sie Ihre Warnweste anziehen.
  • Leisten Sie wenn nötig Erste Hilfe.

Erste Hilfe - so geht's!

Erste Hilfe ist wichtig! Denn bei akuten Verletzungen nach einem Unfall oder einem Unglück sind besonders die ersten Minuten wichtig. Wir haben zur Erinnerung alle Fakten zur Ersten Hilfe noch einmal zusammengestellt.

Fakten Erste Hilfe
Im Ernstfall gelten drei ganz einfache Regeln: Prüfen, rufen und drücken. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Im Ernstfall gelten drei ganz einfache Regeln: Prüfen, rufen und drücken. Bildrechte: IMAGO
Ein Ersthelfer zeigt Erste Hilfe bei einem Mädchen im Schwimmbad
Prüfen Sie erst durch Schütteln an den Schultern, ob die Person reagiert. Dann halten Sie Ihr Ohr an Mund und Nase, um Atemzüge zu vernehmen. Dabei haben Sie auch den Brustkorb im Blick. Den Puls messen Sie mit Zeige- und Mittelfinger seitlich des Kehlkopfes am Hals des Verletzten. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Dann rufen Sie einen Krankenwagen über die Notrufnummer 112 oder bitten Umstehende, das zu tun. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Sind Puls und Atmung da, reicht die stabile Seitenlage. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Fehlt der Puls, muss bis zum Eintreffen der Helfer mit der Wiederbelebung begonnen werden. Dazu drücken Sie auf den Brustkorb des Patienten - am besten im Takt von "Stayin' Alive" von den Bee Gees. Der entspricht der optimalen Geschwindigkeit von 100 Mal pro Minute. Nach dreißig mal drücken wird zweimal Beatmen empfohlen. Nicht zu sachte drücken! Hören Sie erst auf, wenn Hilfe eintrifft. Bildrechte: IMAGO
Fakten Erste Hilfe
Keine Angst vor Fehlern haben! Bisher wurde laut ASB kein einziger Ersthelfer belangt, weil er bei seiner Hilfe einem Verletzten irgendwie geschadet haben könnte.   Bildrechte: IMAGO
Die SMS wird am 3. Dezember 2017 25 Jahre alt. Mit dem Smartphone tippt eine Frau in einer gelben Bluse eine Textnachricht.
Für iPhones und Smartphones mit Android gibt es zahlreiche kostenlose Apps, die Grundlagen der Ersten Hilfe vermitteln oder diese auffrischen sollen. Hilfsorganisationen sehen die Ratschläge fürs Handy grundsätzlich positiv, auch wenn die Anleitungen oft sehr knapp gehalten sind. Die Apps helfen dabei, gelerntes Wissen nochmal aufzufrischen. Bildrechte: Colourbox.de
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 21. Februar 2019 | 11:00 Uhr

  • Rufen Sie oder bitten Sie andere Verkehrsteilnehmer, einen Krankenwagen oder die Polizei zu rufen.

Notrufnummern in Deutschland Polizei: 110
Rettungsdienst: 112
Feuerwehr: 112

Bei der Notfallmeldung Name und Unfallort nennen
Anzahl der Verletzten
Art der Verletzungen

  • Auf jeden Fall sollte die Polizei informiert werden, wenn jemand verletzt wurde sowie, wenn Miet- und Firmenwagen in den Unfall verwickelt sind und bei größeren Sachschäden. Gibt es Streit mit dem Unfallgegner oder hat er sich gar aus dem Staub gemacht, sollte die Polizei hinzugebeten werden. Achtung: Belasten Sie sich in keinem Fall selbst, Angaben zur Person und zum Fahrzeug genügen.

  • Nach der Notfallmeldung ist die richtige Zeit, Beweise zu sammeln und den Unfall zu dokumentieren. Dazu gehören Fotos von der Unfallstelle, der Unfallszene und den Schäden an den Autos. Fertigen Sie eine Unfallskizze an.
  • Schauen Sie sich nach Zeugen um, nehmen Sie deren Personalien auf. Und füllen Sie mit dem Unfallgegner gemeinsam den Unfallbericht aus. Der gehört übrigens in jedes Handschuhfach. Auf dem Bogen werden alle Daten erfasst, die Sie benötigen. Das Formular erhalten Sie kostenlos auf den Webseiten des ADAC.
  • Bei geringfügigem Sachschaden sollten Sie zudem die Fahrbahn freimachen. Beseitigen Sie aber keine Unfallspuren.

  • Verlassen Sie auf keinen Fall den Unfallort.

Verhalten nach einem Unfall

Was nach einem Unfall zu unternehmen ist, hängt stark davon ab, ob man selbst Opfer, Verursacher oder Mitverantwortlicher ist.

  • Als Unfallverursacher muss man umgehend die eigene Haftpflichtversicherung informieren. Dies gilt auch in jenen Fällen, in denen man eine Mitverantwortung trägt. Ratsam ist die Information an den eigenen Versicherer vor allem auch dann, wenn man von der eigenen Unschuld am Unfall überzeugt ist, der Unfallgegner aber ein Verschulden behauptet. Die eigene Versicherung hat nicht nur die Aufgabe, Ansprüche eines Geschädigten zu regeln, sondern auch zu Unrecht erhobene Ansprüche abzuwehren.
  • Nimmt die Polizei den Unfall auf, so führt dies in der Regel zu einem Bußgeld- oder Strafverfahren gegen eine oder mehrere am Unfall beteiligte Personen. Wer davon betroffen ist, für den gilt gleiches wie bei Verfahren, die wegen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen ins Rollen kommen. Man sollte aber spätestens in diesem Stadium einen in Verkehrssachen erfahrenen Rechtsanwalt einschalten.
  • Ist die Sachlage unklar, können Rechtsschutzversicherte, gegen die Ermittlungen geführt werden, ein Unfallrekonstruktionsgutachten zur Vorbereitung der Verteidigung erstellen lassen. Der entsprechende Auftrag sollte nach vorheriger Deckungszusage der Rechtsschutzversicherung zügig erteilt werden, bevor Beweismittel verloren gehen.
  • Nach Unfällen mit Verletzten oder Toten bleibt es nicht bei einem Bußgeldverfahren. Vielmehr wird dann von der Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren wegen Verdachts einer fahrlässigen Körperverletzung oder Tötung gegen den Unfallverursacher eingeleitet.
  • Das Unfallopfer bzw. dessen Angehörige können auch selbst Strafantrag gegen den Verursacher stellen. Allerdings hängen zivilrechtliche Ansprüche wie etwa Schmerzensgeld nicht davon ab, ob ein Strafantrag gestellt wurde.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 21. Februar 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Februar 2019, 13:24 Uhr

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1 Kommentar

22.02.2019 12:50 Codo 1

Nach einem Bagatellunfall SOLLTE man nicht die Fahrbahn räumen, man MUSS es! Viel zu oft blockieren Unfallbeteiligte Straßen und ganze Kreuzungen mit all den damit verbunden Unannehmlichkeiten und gefährlichen Situationen, Stauenden für alle anderen. Da stehen die Leute eine halbe, eine dreiviertel Stunde oder länger rum und blockieren alles weil sie sich wegen ein bisschen kaputten Blech für den Nabel der Welt halten, anstatt beiseite zu fahren wo man auch alles in Ruhe schreiben kann und schon mal ihre Daten zu tauschen. Die Polizei sollte das entsprechende Verwarngeld für das nicht sofortige Räumen der Unfallstelle viel konsequenter aussprechen!

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