Servicestunde | 26.05.2020 Videokommunikation, einfach und sicher

Bildtelefonie statt Oma-Besuch, Videokonferenz statt Dienstberatung und Online-Lernen mit Webcam statt Klassenzimmer: Schnelle Internetverbindungen und die passende Software machen es möglich. "Skype", "Zoom" oder "Team" von Microsoft, Stiftung Warentest hat die gängigsten Software-Lösungen zur Videokommunikation getestet und sagt, welche am anwenderfreundlichsten und auch datensicher ist.

Eine Frau sitzt mit einem Tablet PC auf einem Sofa und unterhält sich per Videochat mit einem Mann.
Mit der Corona-Pandemie haben Videochats an Bedeutung gewonnen. Im privaten und beruflichen Umfeld bieten sie eine Möglichkeit, sich gefahrlos zu sprechen. Bildrechte: colourbox

Mit der Corona-Krise erleben Videochatprogramme wie "Skype", "Zoom" und "Meet" einen großen Zulauf. Dabei ist die Technik verhältnismäßig alt, denn "Skype" als Videochat-Pionier wurde noch vor "Facebook" und lange vor "WhatsApp" gegründet. Trotzdem brauchte es erst eine Pandemie und verordnetes Home-Office, um den Videochat zu einem absoluten Durchbruch zu verhelfen. Wir schauen uns an, welche Programme es gibt und welche etwas taugen.

Welche Videochatprogramme gibt es?

Eine Frau sitzt vor einem Laptop, während sie mit weiteren fünf Personen an einer Videokonferenz mit der Videokonferenzanwendung «Zoom» teilnimmt.
Zuhause sitzen und sich trotzdem mit Freunden treffen: Videochats sind während Corona zu einem wichtigen Fenster zur Welt geworden. Bildrechte: dpa

Der Markt ist seit der Gründung von "Skype" im Jahr 2003 deutlich gewachsen. Dennoch ist das schwedische Unternehmen, dass inzwischen von "Microsoft" übernommen wurde, das alte Schlachtschiff unter den Videochats. Es ist weit verbreitet und bis zu 50 Personen können hier konferieren. Auch der Messenger-Dienst "WhatsApp" bietet Vidoetelefonie an. Vorteil hier ist die leichte Handhabung per Smartphone. Nachteil: Hier können gerade einmal vier Personen gleichzeitig per Video miteinander in Kontakt treten.

Ganz anders ist es da beim Shooting-Star der Videochats: "Zoom". Das amerikanische Programm führte vor Corona ein Nischendasein, jetzt aber ist es zum Marktriesen aufgestiegen. Vor allem weil hier bis zu 100 Personen gleichzeitig in der Konferenz sein können und Präsentationen möglich sind. "Facetime" ist der Videochat von Apple. Hier können immerhin 34 Personen miteinander chatten und die Konferenzen laufen stabil. Allerdings setzt "Facetime" bei allen Teilnehmern iPhones oder andere Apple-Geräte voraus.

Bei Jugendlichen erfreut sich derzeit die App "Houseparty" einer großen Beliebtheit. Es verbindet das Videochatten mit vielen spaßigen Features und gemeinsamen Spielen. Interessant ist auch "Meet", das von deutschen Entwicklern in München programmiert wurde. Es läuft über den Browser, weswegen man sich hier die Software-Instellation sparen kann. Weitere Programme sind "Jitsi", "Slack", "Microsoft Teams", "Teamviewer" und "Google Hangouts".

Videokonferenz (Symbolbild)
Die Programme unterscheiden sich stark von einander. Manche eignen sich eher für Arbeitskonferenzen als fürs Freunde treffen. Bildrechte: imago / imago images / Panthermedia / Andrey Popov

Welche Qualitätsmerkmale gibt es?

Das A und O beim Videochat ist natürlich die Bild und Tonqualität und wie sich diese gerade bei schwächeren Internetleitungen - wie sie in Deutschland ja häufiger vorkommen - verhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Handhabung, zu der nicht nur nötige Instellationen und Anmeldungen gehören, sondern auch das User-Interface. Denn: Was nutzt die beste Videoqualität, wenn Opa bei der Familienkonferenz nicht dabei sein kann, weil das Programm zu umständlich ist. Zwei weitere getestete Punkte sind die Datensicherheit und der Datenverbrauch. Letzterer ist natürlich entscheidend, wenn der Videochat unterwegs mit dem Handynetz laufen soll.

Der Testsieger

Stiftung Warentest hat insgesamt zwölf Videochatprogramme getestet, die größtenteils mit dem Ergebnis gut abgeschnitten haben. Sieger in der Gesamtwertung war "Microsoft Teams", dessen einziger Nachteil war, dass es beim Test noch nicht kostenlos verfügbar war. In allen anderen Qualitätsmerkmalen konnte es jedoch punkten. Dieser Nachteil ist auch deshalb zu verschmerzen, weil "Microsoft Teams" mit "Skype" gleich ein kostenloses Programm vorschlägt, dass im Test nur wenig schlechter den zweiten Platz belegte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN mit Haase und Waage | 26. Mai 2020 | 11:10 Uhr