Servicestunde | 02.12.2019 Diese Gefahren lauern zur Weihnachtszeit

Weihnachtsstern, Kerze, Duftöl, Schneespray, Mandeln und Zimt - all diese Dinge gehören zur Weihnachtszeit. Aber so schön, wie alles aussieht, duftet, schmeckt: alle Jahre wieder gibt es Vergiftungsunfälle oder Brände.

1. Weihnachtsstern

Der Weihnachtsstern gehört zum Advent wie kaum eine andere Pflanze. Er zählt zur Gattung der Euphorbia (Euphorbia pulcherrima) und enthält einen Saft, der Wolfsmilch genannt wird. Dieser Saft ist sehr klebrig und kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen zu allergischen Reaktionen führen. Bei den gezüchteten Zimmerpflanzen ist aber davon auszugehen, dass die Pflanze nur wenige Reizstoffe enthält.

Was kann ich im Notfall tun?

  • Ruhe bewahren.
  • Dem Kind Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben.
  • Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser!
  • Regionalen Giftnotruf anrufen: Nordhäuser Str.74, 99089 Erfurt, Giftnotruf-Tel.: (0361) 730 730

2. Zimtsterne

Beim Zimt-Gebäck ist Vorsicht geboten: Der hier enthaltene Stoff Cumarin kann die Leber stark schädigen. Vor allem Kinder sollten daher nur wenig naschen. Bei empfindlichen Menschen kann Cumarin schon in kleineren Mengen für schlechte Leberwerte sorgen. Die gute Nachricht: Das Organ erholt sich wieder, wenn man nach Weihnachten die Plätzchen wieder sein lässt – also weniger Zimt zu sich nimmt. In großen Mengen kann das Cumarin allerdings ernsthafte Probleme verursachen.

Wie viel kann ich essen?

  • Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Risikobewertung können Erwachsene zwei Wochen lang bis zu 24 kleine Zimtsterne oder 400 Gramm Lebkuchen pro Tag essen.
  • Bei Kindern sollten Eltern aufpassen, denn mehr als sechs Zimtsterne oder 100 Gramm Lebkuchen sollten sie nicht naschen.
  • Außerdem gibt es "guten" und "schlechten" Zimt: Der Cassia-Zimt enthält besonders viel Cumarin, im Ceylon-Zimt hingegen ist kaum Cumarin. Wenn man selbst backt, sollte man deshalb lieber zu Ceylon-Zimt greifen.

3. Feuer in der Wohnung

Zu keiner Zeit im Jahr brennt es so oft wie im Dezember. Jährlich verzeichnen die Versicherungsunternehmen rund 11.000 Fälle, bei denen Weihnachtsdeko in Flammen aufgeht. Hauptursache für die Brände im Dezember sind Adventskränze oder Weihnachtsbäume, die durch Kerzen in Flammen aufgehen. Dabei wirken vor allem Deko-Artikel, wie zum Beispiel Strohsterne oder Schleifen und bereits angetrocknete Tannenzweige, wie Brandbeschleuniger.

Was ist zu beachten?

  • Kerzen sollten möglichst viel Abstand zu brennbaren Materialien haben, zum Beispiel zu Gardinen oder Vorhängen.
  • Kerzenhalter sollten aus nichtbrennbarem Material bestehen.
  • Kerzen sollten immer genug Abstand zu den Ästen haben.
  • Löschmittel in der Nähe bereitstellen.
  • Lieber zu elektrischen Lichterketten mit Tüv-Prüfung greifen.

4. Haustiere schützen

Das ganze Haus ist festlich geschmückt, der Weihnachtsbaum steht und die Geschenke liegen auch schon bereit. Was für uns Menschen die Vorfreude auf die Heilige Zeit steigert, kann für unsere Haustiere eine große Gefahr sein

  • Weihnachtsbaum: Das Wasser im Baumständer kann giftige Stoffe enthalten. Deshalb sollten die Tiere das Wasser niemals trinken. Giftig sind auch die Tannenzweige und -nadeln, wenn sie angeknabbert werden. Genauso giftig sind auch Weihnachtssterne, Misteln, Stechpalmen oder Christusdorn. Sie können zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall führen.
  • Dekoration: Zum Festschmuck gehören Kugeln und kleine Anhänger, Lichterketten und Lametta. Für Hund und Katze sind die aber ebenfalls gefährlich. Lametta, Baumschmuck aus Glas und Engelshaar können Katzen verschlucken oder zerbrechen und sich daran verletzen, wenn sie damit spielen. Hunde halten Kugeln und Schmuck oft für Spielzeug und könnten es zerbeißen. Dabei sind schwere Verletzungen in Mund und Rachen möglich. Wenn sie Glassplitter verschlucken, wird oft der Magen-Darm-Trakt verletzt. Schneespray ist ebenfalls nicht geeignet. Es kann giftiges Blei enthalten, das die Tiere aufnehmen, wenn sie daran lecken.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 02. November 2019 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 05:00 Uhr