Servicestunde | 28.09.2020 Wie mache ich meinen Internet-Router sicher?

Fast jeder von uns hat mittlerweile zu Hause einen Router, denn ohne Router geht nichts: kein Internet, meist auch kein Festnetztelefon. Ein Test des Fraunhofer Instituts hat ergeben: Mehr als 90 Prozent der Router haben Sicherheitslücken, die oft vermeidbar wären. Was von Herstellerseite schiefläuft, und was jeder selbst zur Routersicherheit tun kann, klären wir.

WLAN-ROUTER am Schreibtisch
Sicherheit im Internet beginnt mit dem Router. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Datenschutz und Sicherheit im Internet ist für viele User ein eher unliebsames Thema. Da können Datenschutzexperten noch so sehr warnen, im Netz möchten sich die meisten einfach nur frei und schnell bewegen können. Wenn aber die ersten Viren auf dem PC ihr Unwesen treiben oder plötzlich eine unbekannte Abbuchung auf dem Konto erscheint, wird es für viele wichtig.

Datenschutz beginnt nicht am PC oder dem Smartphone

Wer dann beginnt, sein Betriebssystem auf den neuesten Stand zu bringen, eine Firewall und ein Virenprogramm zu installieren und vielleicht auch noch Backup-Kopien der wichtigsten Daten zu machen, der geht den zweiten und dritten Schritt vor dem ersten. Denn anders als die meisten denken, fängt Netzsicherheit nicht am Laptop, PC oder Smartphone an. Wer seinen Haushalt vor Einbrüchen schützen möchte, kauft sich ja schließlich auch keine Geldkassette oder einen Tresor, sondern sorgt dafür, dass die Wohnungstür dicht ist. Die Wohnungstür, die Sie hinaus ins Internet führt, ist der W-Lan-Router.

Über den Router schicken Sie sämtliche Daten ins Netz. Aus diesem Grund braucht gerade diese sensible Stelle besonders hohe Sicherheitsbestimmungen. Doch häufig ist das Gegenteil der Fall. Die meisten Router nutzen veraltete Software, stellte das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie bei Untersuchungen fest. Demnach laufen rund ein Drittel aller Router mit Software, die neun Jahre oder älter ist. Damals liefen die meisten Betriebssyteme mit Windows 7 oder Vista.

Ein Hauptgrund für die zumeist veraltete Software auf den Geräten liegt in der Rechtsprechung. Demnach haften nämlich nicht die Hersteller, wenn ihr Netzt gekapert wird, sondern Sie! Deshalb haben die Hersteller keinen Druck, ihre Geräte mit neuen Software-Updates zu versehen, wie es zum Beispiel die meisten Smartphone-Hersteller machen.

IBM PC 5150
Ein Drittel aller Router läuft mit Software, die neun Jahre oder älter ist. Dadurch sehen dann selbst die neuesten Smartphones im Netz ziemlich alt aus. Bildrechte: imago/teutopress

Wie Sie ihren Router sicherer machen können

  • Hersteller wechseln: Schauen Sie sich an, welche Sicherheitsupdates ihr Router-Hersteller bereitstellt und wechseln notfalls das Gerät. Das Frauenhofer-Institut empfiehlt beispielsweise Router von AVM, die zumindst einmal im Jahr ein Sicherheits-Update bekommen.
  • Update ziehen: Wenn Sie den Hersteller nicht wechseln wollen - ein neuer Router kann ja schon ordentlich Geld kosten - suchen Sie im Netz nach ihrem Routermodell und installieren zumindest das letzte Update. Damit lassen sich viele ältere Sicherheitslücken schon einmal schließen.
  • Werkseinstellungen ändern: Außerdem sollten Sie die Werkseinstellungen des Herstellers ändern, die teilweise Standard-Passwörter benutzen.
  • Verschlüsselung: Achten Sie darauf, dass Ihr Router auf eine WPA-2-Verschlüsselung eingestellt ist. Sie ist deutlich effizienter als die veralteten WPA- oder WEP-Verschlüsselungen.
  • Abschaltzeiten nutzen: Einige Router verfügen über die Möglichkeit einer Abschaltzeit. In diesem Zeitraum entkoppelt sich der Router also selbst vom Internet und ist nicht für Angriffe von Außen zugänglich. Das kann nachts sinnvoll sein oder wenn Sie zu festen Arbeitszeiten außer Haus sind.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 28. September 2020 | 11:10 Uhr