Mann liegt im Liegestuhl am Pool und telefoniert.
Nach dem Anruf wird noch ein Foto vom Pool im Sonnenschein nach Hause geschickt. Mit dem Smartphone ist das kein Problem, doch wie steht es um die Datensicherheit? Offene WLAN-Netze können manipuliert sein. Bildrechte: Colourbox.de

Service | 01.07.2019 Sichere Internet-Nutzung im Ausland: So schützen Sie Ihr Smartphone

Kaum im Urlaub, wird schnell ein Foto übers Handy nach Hause geschickt: Das Smartphone mit WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. ist für viele ein ständiger Begleiter auf Reisen. Wir haben fünf Tipps zusammengestellt, wie Sie im Ausland sicher das Internet nutzen. Sie stammen vom IT-Sicherheitsexperten Thomas Uhlemann von der Firma ESET aus Jena.

Mann liegt im Liegestuhl am Pool und telefoniert.
Nach dem Anruf wird noch ein Foto vom Pool im Sonnenschein nach Hause geschickt. Mit dem Smartphone ist das kein Problem, doch wie steht es um die Datensicherheit? Offene WLAN-Netze können manipuliert sein. Bildrechte: Colourbox.de

1. Ein möglichst leeres Gerät mit in den Urlaub nehmen

Spätestens wenn Sie für den Urlaub packen, ist es Zeit, das Smartphone zu entrümpeln und die eigenen Daten zu sichern. Nehmen Sie so wenig wie möglich mit: Familien- und Kinderfotos, Videos und Chatverläufe sollten zu Hause lokal oder in einer sicheren Cloud gespeichert werden. Danach können die Daten vom Gerät gelöscht werden. Je weniger auf dem Smartphone ist, desto weniger verschwindet, wenn das Handy gestohlen wird oder verloren geht.

2. Eine Schutzsoftware installieren und nutzen

Ein junger Mann mit langem Bart und Mütze benutzt ein Smartphone und einen Laptop in der Natur.
Wenn Sie sensible Daten übers Smartphone übertragen möchten, sollten Sie im EU-Ausland am besten das mobile Netz nutzen. Bildrechte: IMAGO/Westend61

Diebstahl und Verlust lassen sich grundsätzlich kaum verhindern, wie Thomas Uhlemann sagt. "Aber wir können Maßnahmen ergreifen, damit die gespeicherten Daten nicht in falsche Hände geraten", ergänzt er. Dazu gibt es spezielle Apps. "Erfahrungsgemäß tauscht ein Dieb erstmal die SIM-Karte beim gestohlenen Smartphone aus", berichtet Uhlemann. Eine Schutzsoftware kann in diesem Moment den Zugang zum Gerät komplett sperren. Dann hilft nur noch, es wieder auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen - womit die privaten Fotos und andere Daten automatisch gelöscht wären.

Aus der Ferne können Sie ein verloren gegangenes Gerät außerdem finden und auf einer Karte anzeigen lassen. Bei dieser Ortungsfunktion greift eine spezielle Software auf den GPS-Standort oder die WLAN-Daten des Handys zu. Aber auch direkt bei Apple oder bei Android-Betriebsystemen sind Möglichkeiten zur Handyortung im Angebot: "Find my iPhone" von iOS oder der "Gerätemanager" von Android können dazu verwendet werden.

3. Vorbereiten und gut informiert in den Urlaub starten

Wichtig: Testen Sie vorher die Schutzsoftware und machen Sie sich mit den Möglichkeiten vertraut, das Gerät wiederfinden zu lassen. Habe ich die Ortungsfunktion auf dem Handy? Wie funktioniert sie, wie wird sie im Notfall ausgelöst? Starten Sie gut informiert in den Urlaub, damit Sie sich im Notfall schnell zu helfen wissen.

4. WLAN-Netzwerke nicht bedenkenlos nutzen

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie auf Reisen offene WLAN-Netze nutzen. "Im schlimmsten Fall sind die Daten, die ich auf meinem Smartphone habe, dabei für andere zugänglich", sagt Sicherheitsexperte Uhlemann. "Nur weil das WLAN zufällig den Namen meiner Ferienanlage trägt oder 'Lufthansa-WLAN' am Flughafen heißt, muss das nicht immer so sein. Das haben Kriminelle schon für sich entdeckt", erklärt der Fachmann. Bei WLAN-Nutzung rät er: Fragen Sie an der Rezeption im Hotel, Restaurant oder Café nach, wie das offizielle Netz heißt.

Nutzer von Hotspots können überdies nicht wissen, wie gut die Anbieter bei der Sicherheit vorgesorgt haben. Sie können aber auf ein paar Details achten. Eine Passwort-Abfrage ist zum Beispiel ein Anhaltspunkt, der Vertrauen schafft. In offenen Netzwerken sollten Sie nur Internetangebote nutzen, bei denen keine persönlichen Daten eingegeben werden müssen. Dazu zählen etwa reine Nachrichtenseiten.

Besser geschützt sind Smartphone- und Computernutzer in Netzwerken, in denen für jeden einzelnen Zugang neue Passwörter vergeben werden. Das kann beispielsweise ein Zugangscode sein, der Kunden eines Geschäfts auf dem Kassenzettel zugewiesen wird, oder auch ein Passwort, das mit der Zimmernummer des Hotels vergeben wird.

5. Übertragen Sie sensible Daten lieber über das Mobilfunknetz

Am besten verzichten Sie im Urlaub aufs Online-Banking, wenn das möglich ist. Sie müssen aber eine dringende Überweisung erledigen? Nutzen Sie dafür lieber das Mobilfunknetz mit LTE statt des offenen WLAN-Netzwerks, rät IT-Sicherheitsexperte Uhlemann. Die Internetnutzung über das Smartphone kostet dank der Kampagne "Roam like Home" in der Europäischen Union genauso viel (oder wenig) wie im Heimatland. Innerhalb der EU ist es in der Regel also kein Problem, Daten mobil zu übertragen.

Quelle: Thomas Uhlemann, Security-Spezialist bei ESET in Jena

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN mit Haase und Waage | 01. Juli 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juli 2019, 07:00 Uhr

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