Service | 12.12.2018 Wie werden die Feiertage für Tiere erträglich?

Weihnachten ist das Fest der Familie. Es geht besinnlich zu, aber es wird auch ausgelassen gefeiert. Doch der Weihnachtstrubel kann vierbeinigen Familienmitgliedern auf Nerven und Magen gehen. Laute Musik, fremde Menschen und Leckerli von der Festtafel: Für manches Tier wird das Weihnachtsfest zum Stressfest. Außerdem lauern mit Weihnachtsstern, Schokolade und Co. giftige Gefahren. Wie werden die Festtage für das Haustier erträglich?

Weihnachten geht es gemütlich zu, mit Kerzenkränzen, einem bunt geschmückten Baum im Wohnzimmer und Süßigkeiten in fast jeder Ecke. Was für Menschen jedes Jahr eine beliebte Tradition ist, sorgt bei Haustieren für Irritationen.

Pfoten weg von der Schokolade!

Süße Naschereien gönnen wir uns in der Vorweihnachtszeit besonders gern - schmecken sie zum Winterbeginn und im gemütlichen Ambiente des Festes doch besonders gut. Lebkuchen und Schokoladen-Weihnachtsmänner gehören zur Standard-Ausstattung eines jeden bunten Tellers. Für Haustiere sollte das alles jedoch tabu sein - egal, wie sehr die kleinen Augen auch leuchten mögen. Herrchen und Frauchen müssen standhaft bleiben. Denn Schokolade enthält Theobromin, was beim Menschen aufputschend wirkt, bei Hunden und Katzen aber giftig sein kann. Sie können diesen Stoff im Vergleich zum Menschen nur sehr langsam abbauen. Die Folge: Nach dem Naschen kann Theobromin bei den Tieren Übelkeit, Erbrechen oder Herzrasen auslösen. Je nach Größe des Tieres können bereits weniger als 100 Gramm Schokolade tödlich sein. Daher rät nicht nur die Landestierärztekammer Thüringen: Wenn Herrchen und Frauchen außer Sichtweite sind, sollten die süßen Verführungen außer Reichweite der Haustiere liegen.

Vorsicht bei der Weihnachtsdeko

Schmuck an einem Weihnachtsbaum
Alles was glitzert und baumelt, wirkt auf Tiere anziehend. Auch bei Kerzen am Baum ist Vorsicht geboten. Bildrechte: imago/fossiphoto

Dass sich die Menschen zu Weihnachten einen Baum als Dekoration in die Wohnung stellen, ist für Haustiere natürlich nicht nachvollziehbar. Mit entsprechender Neugierde und Abenteuerlust reagieren dann die Vierbeiner, wenn ihr Revier nadeligen Zuwachs bekommt. Vor allem kleine Katzen werden schnell verführt, das Tannenbäumchen einmal aus nächster Nähe zu betrachten, wenn nicht sogar darin herumzuklettern. Daher gilt: Weihnachtsbäume in Haushalten mit Tieren besonders sichern, beispielsweise mit einer Schnur, damit die Tanne bei den Vierbeiner keinen im wahrsten Sinne des Wortes umwerfenden Eindruck hinterlässt. Zerbrechliche Kugeln, vor allem schillernde Erbstücke, gehören nicht an einen robust gestalteten Weihnachtsbaum. Stattdessen sind Holz- und Stroh-Schmuck angesagt. Kerzen hingegen sind Tabu. Haustiere vertragen sich mit elektrischen Lichtern besser. Auch von zusätzlichen Duftölen und Schneespray sollte Abstand genommen werden. Die Folgen sind nicht absehbar, wenn diese Dinge von neugierigen Zungen abgeschleckt werden. Tipp: Um die Tiere an den Christbaum zu gewöhnen, sollte er zunächst einige Tage ungeschmückt im Zimmer stehen.

Glitzernde Kleinigkeiten, wie Schleifen oder Lametta, fordern natürlich die Neugierde der Vierbeiner heraus. Sollten sie diese Dinge verschlucken, kann das ernsthafte Probleme nach sich ziehen. Die Tierschutzorganisation Peta rät, in so einem Fall den Tierarzt aufzusuchen. Wollen Herrchen und Frauchen nicht auf Glitzerschmuck verzichten, sollte die Deko außer Reichweite der kuscheligen Mitbewohner angebracht werden.

Katzen vor Weihnachtspflanzen schützen

Schmuckblätter und Blüte eines Weihnahctssterns
Weihnachtssterne sehen zwar gut aus, sind aber vor allem für Katzen giftig. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Der Weihnachtsstern schmückt vor, während und nach den Festtagen so gut wie jedes Heim. Katzenbesitzer sollten diese Pflanze jedoch besser vor ihren Vierbeinern verstecken. Denn Katzen, die in der Regel draußen herumtigern und gerne Pflanzen, vor allem Gras, anknabbern, suchen auch innerhalb der Wohnung nach grünen Naschereien. Doch der Weihnachtsstern ist hochgiftig für die Tiere, kann Erbrechen und Zittern, schlimmstenfalls sogar den Tod verursachen. Haben Kater oder Katze bereits von ihm genascht, ist ein Besuch beim Tierarzt möglicherweise die letzte Rettung. Übrigens: Auch Stechpalm- und Mistelzweige sollten außer Reichweite der Samtpfoten bleiben.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleibt es dabei, dass Weihnachten ein traditionelles Familienfest ist. Viel Besuch, Gesang, festliche Stimmung - all das verursacht bei vielen Haustieren Stress und kann sogar zu Panik führen. Wer sie davor schützen will, richtet ihnen ein stilles Zimmerchen ein, sorgt für eine warme Heizung und regelmäßige Besuche.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 12. Dezember 2018 | 11:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2018, 11:10 Uhr