Drei grüne Plastikeimer mit Erde und mehrere Säcke Substrat für Blumen und Gemüse auf einer Schubkarre, die auf einer Wiese steht.
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Der Redakteur | 03.07.2019 Woran lässt sich die Qualität von Blumenerde erkennen?

Ernst-Eberhard Schäfer aus Weimar fragt: Woran erkenne ich bei Blumenerdesäcken Qualität? Ich hatte kürzlich richtig Pech, die Erde speichert kein Wasser und das durchgelaufene Wasser hatte einen Ölfilm im Untersetzer.

von Thomas Becker

Drei grüne Plastikeimer mit Erde und mehrere Säcke Substrat für Blumen und Gemüse auf einer Schubkarre, die auf einer Wiese steht.
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ein Sack mit aufgedruckten, besonders bunten Blüten sagt noch nichts über die Qualität der Erde aus. Und auch sonst ist es natürlich schwer, vorher schon zu erkennen, wie am Ende die Pflanzen aussehen. Orientieren kann man sich beim Kauf am RAL-Gütezeichen für Pflanzsubstrate. Ist das drauf, dann ist auch Qualität drin. Doch was heißt das überhaupt? Blumenerde ist eine Mischung aus verschiedenen Komponenten, die ebenso verschiedene Funktionen haben. Das reicht von der Statik, über die Versorgung mit Nährstoffen bis zum Wasserspeicher. Und so ganz nebenbei ist auch wichtig, was nicht drin ist.

Was ist wichtig? Eine gute Blumenerde...
- gibt der Pflanze halt.
- stellt Wurzelraum zum Verankern der Pflanze.
- stellt Wasser und Nährstoffe für das Wachstum in richtiger Menge und im richtigen Verhältnis zur Verfügung.
- hat eine für die gewünschten Pflanzen erforderliche Bodenreaktion ("pH-Wert"), damit die Nährstoffe von der jeweiligen Pflanze genutzt werden können
- stellt die Luft- und Wasserversorgung der Pflanzenwurzel sicher
- ist weitgehend frei von Unkrautsamen, frei von Krankheitserregern oder pflanzenschädigenden Stoffen wie Schwermetallen.
ist vergießfest.

Fürs RAL-Gütezeichen ständig untersucht

Hersteller, die dieses Gütezeichen verwenden dürfen, unterwerfen sich umfangreichen und externen Untersuchungen. Das geht soweit, dass von den Chargen Rückstellproben vorgeschrieben sind. Auch wenn nicht jede Pflanze eine Spezialerde braucht, so ist es doch ein Unterschied, ob die Erde in den Topf kommt oder in den Garten. Und wenn da kleine "Steine" drin sind, dann wurde da nicht einfach der Sack kostengünstig vollgemacht. Blumenerden sind immer Mischungen unterschiedlichster substratfähiger Ausgangsstoffe wie zum Beispiel Torf (ja, zum Schutz unserer Torfmoore gibt es hier Einschränkungen), Ton, Rindenhumus, Substratkompost, aber auch Sand und andere mineralische Materialien. Die Zusammensetzung richtet sich dabei nach dem Einsatzzweck, wobei jede Mischkomponente ihre eigene Aufgabe erfüllt. Dies gilt sowohl für Zimmerpflanzen als auch für Kübelpflanzen.

Die mineralischen Ausgangsstoffe sind wichtig, wenn es um Substrate geht für Kübelpflanzen, wo man die Pflanzen länger drin stehen hat und da ist eben dann mineralischen Material drin, zum Beispiel Lava, um eine Strukturstabilität und eine Standfestigkeit zu haben.

Ulrike Wegener, Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V.

Es geht um Details: pH-Wert, Salzgehalt und Samen

Bei den Gütekriterien, die eingehalten werden müssen, um das RAL-Gütezeichen zu erhalten, geht es richtig ins Detail. Der pH-Wert muss zwischen 5,0 und 6,5 liegen, der Salzgehalt unter 3 Gramm pro Liter und es dürfen auch nur drei keimende Samen oder austreibende Pflanzenteile pro Liter Blumenerde enthalten sein. Sie können ja gern einmal nachzählen. Die meisten Pflanzen kommen übrigens mit normaler Standarderde klar. Teure "Spezialerde" ist nur bei Pflanzen sinnvoll, die besondere Ansprüche haben. Wer es ganz genau wissen will, kann seine Erde alle fünf Jahre im Labor untersuchen lassen.

Zum Beispiel Zitrusbäumchen, Azaleen oder Hortensien, die Erde mit niedrigerem pH-Wert benötigen oder eine Kübelpflanze, die länger steht. Dass man da eben ein Produkt wählt, mit einem höheren Anteil von mineralischen Ausgangsstoffen.

Ulrike Wegener, Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen e.V.

Hier finden Sie eine Liste der Anbieter/Hersteller von Produkten wie Rinden, Kultursubstraten, Blumenerden, Blähton usw. mit RAL-Gütezeichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 03. Juli 2019 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2019, 09:42 Uhr

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