Der Redakteur | 25.10.2019 Würde es ohne den großen Knall noch Dinos geben?

Angenommen der Asteroid hätte vor 66 Millionen Jahren die Erde verfehlt. Würden die Dinosaurier heute noch die Erde beherrschen? Das wollte Uwe Morenz aus Auma-Weidatal wissen.

von Thomas Becker

Künstlerische, grafische Darstellung des Einschlags, in dessen Folge die Dinosaurier ausgestorben sein sollen. Im Vordergrund fliegende Saurier, am Boden laufende, dazu Bäume. Im Hintergrund Wasser und ein glühender Himmelskörper, der ins Wasser einschlägt.
Bildrechte: imago/Science Photo Library

Zunächst der dezente Hinweis, es war keiner dabei. Das Aussterben der Dinos ist nicht dokumentiert. Wir müssen deshalb mühsam buddeln und bohren und die Erkenntnisse mit älteren vergleichen und diese mitunter auch verwerfen, um sie etwas später vielleicht doch wieder hervorzuholen. Es kann sein, dass einige Dinoarten heute noch da wären, einige Nachfahren gibt es ja auch noch. Als gesichert gilt, dass der Meteoriteneinschlag vor 66 Millionen Jahren die Ursache für ihr Verschwinden war.

Es gab noch weniger Arbeitsgruppen, die das bestritten haben. Aber durch den Fund des riesigen Kraters von 200 km Durchmesser ist das nachgewiesen und es fällt exakt mit dem Aussterben zusammen.

Dr. Thomas Voigt, Institut für Geowissenschaften Uni Jena

Dazu passt auch eine gerade veröffentlichte Studie der Universität Yale, an der auch das Deutsche Geo-Forschungs-Zentrum beteiligt war. Sie spricht die auch unter Verdacht stehenden Vulkane frei. Man hat Kalkschalen von Plankton untersucht und festgestellt, dass ein plötzlicher Impakt (= Einschlag) zur Versauerung der Meere geführt hat und nichts Schleichendes wie eben zunehmende Vulkantätigkeiten. Aber ist das nun wirklich amtlich?

Also die Erklärung, die unser Wissenschaftler gefunden hat, die passt absolut in die Modelle. Das ergibt alles einen logischen Sinn. Insofern müsste eine völlig neue Erklärung einen logischen Sinn ergeben und man kann sich nicht wirklich vorstellen, was das denn wäre.

Josef Zens, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Geo-Forschungs-Zentrum

Doch sind die Dinos nun erfroren oder großer Hitze zum Opfer gefallen? Vielleicht von allem ein bisschen. Möglichweise war für viele die zunächst starke Erwärmung der Erdatmosphäre unmittelbar nach dem Einschlag tödlich - einschließlich der nachfolgenden Brände und Tsunamis.

Energie vom Millionenfachen einer Atombombe

Ausgelöst wurde dieser sogenannte Feuersturm durch die gewaltigen Auswurfmassen, die explosionsartig in die Erdatmosphäre geschleudert wurden. Wir reden hier von einer Energie, die dem Millionenfachen von Atombomben entsprach. Schließlich ist der Meteorit nicht am Fallschirm zur Erde gesegelt und alles was dann durch die Gegend flog, erzeugte eben auch richtig viel Hitze - Stichwort Feuerschweif. Das alleine schon dürften die großen Tiere kaum überlebt haben, die "in der Nähe" waren, sagen wir auf den umliegenden Kontinenten grasten.

Ausgrabungen eines Dinosauriers
Ausgrabungen nach einem Dinosaurier-Fund in Bad Tabarz im Landkreis Gotha. Bildrechte: MDR/Mamoni Media/Streisel

Anschließend war Winter auf der Erde. Das - so die jüngsten Forschungsergebnisse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung - hat eine Computersimulation ergeben. Demnach sanken die Durchschnittstemperaturen um 26 Grad und die Thermometer, so es denn schon welche gab, kamen drei Jahre lang nicht über den Gefrierpunkt hinaus. Das haut den stärksten Dino um. Schuld waren diesen Erkenntnissen zufolge aber keine Staubpartikel in der Luft, sondern winzige Schwefelsäure-Tröpfchen, die sich aus verdampften schwefelhaltigen Gasen gebildet hatten. 30 Jahre habe dann das Klima gebraucht, um sich wieder zu erholen.

Die meisten Arten sterben aus

Was nun die Kernfrage des heutigen Tages betrifft, ist es mit dem Aussterben ohne fremde Hilfe so eine Sache. Die meisten Arten auf dieser Welt sind nämlich vom Aussterben betroffen. Die eine Art trifft es früher, die andere später. Auch die verschiedenen Saurierarten haben sich entwickelt, sind teilweise verschwunden und neue tauchten auf. Diese Prozesse haben schon vor einigen Jahren Wissenschaftler in Daten gegossen.

Das Forscherteam der Universitäten von Reading und Bristol kam zu dem Schluss, dass das Aussterben der Dinos schon lange vor der Naturkatastrophe begonnen haben muss. Der Meteorit hat ihnen dann nur den Rest gegeben. Andere Wissenschaftler meinen, irgendwelche Arten hätten sehr wohl überleben können - vielleicht auch die großen. Und so ein bisschen sind sie ja auch noch da, die Saurier, wie wir an unseren Vögeln sehen.

Vögel engste Verwandte der Dinos

Diese gehören zu den engsten bekannten noch lebenden Verwandten der Dinos, an denen wir übrigens auch sehen können, dass diese Tierart auch nicht nur aus stampfenden Riesen bestanden hat. Im Gegenteil. Die meisten Dinos waren klein und harmlos und das System ein Mix aus kleinen und großen Tieren, Pflanzenfressern und echten Räubern. Das Theaterstück wird heute noch aufgeführt, nur mit anderen Darstellern. Weil nämlich irgendwelche günstigen Umstände dazu führten, dass sich die Säugetiere entwickeln konnten, die in die entstandene Lücke stießen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 25. Oktober 2019 | 16:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2019, 18:38 Uhr

2 Kommentare

Jedimeister Joda vor 12 Wochen

Keine Kommentare? Naja das hängt wohl mit den Fragen zusammen. Etwas anspruchsvollere Kost für die Hörer des MDR würde da bestimmt was ändern. Viel Glück

jackblack vor 12 Wochen

Wenn alle Arten IRGENDWANN aussterben haben sich die Probleme bestimmter 2- beiniger Säugetiere ENDLICH erledigt.