Der Redakteur | 05.12.2019 Was schenkt man als Gemeinde zum 100. Geburtstag?

Wie werden Senioren in Erfurt und in anderen Orten Thüringens zum 80., 85., 90., 95. oder 100. Geburtstag geehrt, möchte Katrin Böhlke aus Erfurt wissen? Warum gibt es keine einheitlichen Vorgaben? Wie und mit welchen Beträgen gratulieren verschiedene Gemeinden? Unser Redakteur für Hörerfragen, Thomas Becker, hat recherchiert.

Blumenstrauß
Blumen, Geld oder Karte? Das kann die Gemeinde selber entscheiden. Bildrechte: Colourbox.de

20 Euro für ein kleines Präsent zum 90. Geburtstag, 80 Euro für einen großen Präsentkorb zur Eisernen Hochzeit. Irgendwo in diesem Bereich liegen die Zuwendungen der Gemeinden für ihre Jubilare. Jede Gemeinde und gegebenenfalls auch ein Ortsteil kann eigenständig darüber entscheiden. Deshalb gibt es auch nichts Grundsätzliches und auch nichts "von oben" Festgelegtes.

Die Frage nach einem einheitliches Budget für die Ortsteile in Erfurt blieb bis zum Nachmittag unbeantwortet, zuständig ist das Dezernat Soziales, Bildung und Jugend. Grundsätzlich wurde aber mitgeteilt, dass Jubilare ein Schreiben des Oberbürgermeisters erhalten, unabhängig davon, an welchem Ort der Stadt Erfurt sie wohnen und dass die Organisation im Sozialamt liegt. Dabei gilt wie überall: Alles kann, nichts muss.

Das ist ja eine freiwillige Ausgabe, für Repräsentationen etwas zu schenken. Und in der Ehrenordnung wird festgelegt, was zu welchem Anlass von der Gemeinde geschenkt wird und wer die Gemeinde zum Jubiläum repräsentiert.

Bernhard Schäfer, Gemeinde und Städtebund Thüringen

Kommunen dürfen selbst entscheiden

Rentnerin gießt fröhlich Eierlikör in zwei Gläser . 3 min
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Welche Geschenke Jubilare in Erfurt und anderen Orten Thüringens bekommen, erklärt Bernhard Schäfer vom Gemeinde und Städtebund Thüringen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Do 05.12.2019 16:50Uhr 02:39 min

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Die Höhe der Ehrengabe ist durchaus von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinde abhängig, die kommunale Selbstverwaltung lässt da viel Spielraum. Klar ist aber auch, das Geld wird dann anderswo fehlen. Denn die Mittel für die freiwilligen Ausgaben sind meistens sehr begrenzt. Trotzdem kann man so manchem Jubilar als Gemeinde noch eine Extra-Freude machen, die gar nichts kostet.

Wie wäre es mit einer Urkunde vom Ministerpräsidenten oder gar dem Bundespräsidenten. Hier sind wir wieder ganz deutsch und haben das einheitlich geregelt. Der Ministerpräsident zum Beispiel gratuliert ab dem 100. Geburtstag auf Antrag jährlich und Ehepaaren ab dem 60. Hochzeitstag im Fünf-Jahres-Rhythmus. Es versteht sich von selbst, dass jedes Mal ein erneuter Antrag erforderlich ist.

Zuständig für die Anträge sind die Stadtverwaltungen der kreisfreien Städte und die Landratsämter der Landkreise. Die Geehrten sollten übrigens vorher dezent gefragt werden und einer Ehrung auch würdig sein. Ähnlich sieht es mit der Ehrung durch den Bundespräsidenten aus. Zuständig ist das Bundesverwaltungsamt Referat II B 4, 50728 Köln, ehrungsaufgaben@bva.bund.de. Die Altershürden sind etwas höher. Bei den Hochzeiten geht's bei der 65 los und bei Geburtstagen auch bei 100. Allerdings muss der Hundertjährige bis zum 105. Geburtstag warten, bis es die nächste Urkunde vom Bundespräsidenten gibt. Ab dann aber jährlich.

3.998 Altersjubilare über 100 haben im vergangenen Jahr Post vom Bundespräsidenten bekommen. Darunter waren 2.812 Frauen, die exakt ihren 100. gefeiert haben und 473 Männer. Demzufolge blieben immer noch 713 Jubilare übrig, die 105 Jahre und älter geworden sind. Wenn Sie nicht so lange warten wollen: Ab dem siebten Kind übernimmt der Bundespräsident die Ehrenpatenschaft. Den Antrag finden Sie hier:

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 05. Dezember 2019 | 16:50 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2019, 08:03 Uhr

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