In Thüringens Badeseen ist Baden unbedenklich. Bildrechte: dpa

Der Redakteur | 15.05.2019 In welchen Thüringer Seen ist das Baden erlaubt bzw. verboten?

Peter Zander aus Eisenach wollte - mit der drohenden Trockenheit im Hinterkopf - wissen, in welchen Thüringer Seen das Baden erlaubt bzw. verboten ist. Thomas Becker hat sich in die Spur begeben.

In Thüringens Badeseen ist Baden unbedenklich. Bildrechte: dpa

Ist das Baden erlaubt, wenn es nicht verboten ist?

Wer naturnahes Baden mag und nicht so empfindlich ist, wenn sich die Natur auch zeigt, der kann theoretisch baden wo er möchte. Praktisch verbieten sich natürlich einige Stellen von selbst. Der erhobene Zeigefinger bezüglich der Gefahren in unbekannten Gewässern, an Brücken oder Wehren usw. sollte natürlich auch beachtet werden. Und wenn die Trockenheit wieder bedrohliche Ausmaße annehmen sollte, kann sich die Situation natürlich auch verändern, einschließlich der Wasserqualität. Diese wird mit Blick auf Badende an üblichen Badestellen regelmäßig untersucht, aber eben nicht flächendeckend und überall. Wenn bei diesen Untersuchungen Auffälligkeiten auftreten, also bei Trockenheit z.B. das Verhältnis von Wasser zu Erregern besorgniserregend wird, dann kann es auch zu Warnungen und Verboten kommen. Aktuell gibt es keine. Tun Sie sich also keinen Zwang an, die Bäche, Flüsse und Seen laden ein.

Es gibt den sogenannten Gemeingebrauch, dass jedermann das Gewässer - auf eigene Gefahr - betreten kann, sich aufhalten kann, schwimmen kann, wenn es möglich ist.

Matthias Neff, Referatsleiter Gewässerunterhaltung TLUBN

Die Abteilung von Matthias Neff ist so etwas wie die Straßenunterhaltung bzw. Autobahnmeisterei, nur eben unterhalten sie unsere Wasserstraßen, die ja eher Gassen sind. Das Motto: Alles fließt und das soll es auch möglichst natürlich. Nur dort, wo wir zu nahe am Wasser gebaut haben, wird auch schon mal eingegriffen. Dann wird zum Beispiel baulich gesichert, wenn Ufer abzubrechen drohen. Unsere Fließgewässerlänge in Thüringen liegt bei rund 15.000 Kilometern, das ist mehr als Nil und Amazonas zusammen, die sich ja um den Titel des längsten Flusses streiten. Ein Zehntel davon, also 1.500 km, sind als Gewässer erster Ordnung eingestuft und damit im Zuständigkeitsbereich von Herrn Neff.

Vom "Fließgewässer" vom "Badegewässer"

Wird hingegen ein See daraus - mit oder ohne menschliche Hilfe - und haben wir eine Gesamtsituation mit flachen Ufern, etwas Sand vielleicht und/oder die Tradition, dass sich die Menschen der Umgebung hier schon immer abgekühlt haben, dann sind die Behörden des Landkreises zuständig. Konkret die Gesundheitsämter, die regelmäßig vor Ort sind, um Wasserproben zu nehmen. Denn unter den genannten Bedingungen sind wir nahe dran an der Definition eines natürlichen "Badegewässers", von dem es rund 40 gibt in Thüringen. Hintergrund ist der Paragraf 2 der ThürBgwVO.  

Ein Badegewässer ist jeder Abschnitt eines oberirdischen Gewässers, bei dem die zuständige Behörde mit einer großen Zahl von Badenden rechnet und für den sie kein dauerhaftes Badeverbot erlassen hat oder nicht auf Dauer vom Baden abrät.

Thüringer Verordnung über die Qualität und die Bewirtschaftung der Badegewässer (ThürBgwVO)

Wasserqualität wird regelmäßig überprüft

Alle vier Wochen etwa ziehen die Gesundheitsämter Proben und schicken diese an das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz. Verbunden mit der Information über den Gesamteindruck, den das Gewässer aktuell bietet. Das kann sich durchaus im Laufe einer Saison ändern, schließlich sind die Gewässer Teil der Natur und ziehende Vögel zum Beispiel und ihre Hinterlassenschaften auch. Im Ergebnis sind dann die Kollegen Escherichia coli und Co. in bedenklicher Zahl zugegen oder eben nicht. Letzteres ist zum Glück meistens der Fall und auch im Internet einsehbar. Die Wasserqualität an den rund 40 offiziellen Badestellen wird oft mit "ausgezeichnet" bewertet, die Stufe tiefer wäre "sehr gut" und "gut" ist auch noch gut.

Bei einem Kiessee in Immelborn ist die Sichttiefe noch unter einem Meter dieses Jahr. Das kann unterschiedliche Gründe haben und da wird so eine kleine Warnung gesetzt. Man kann eben nicht bis zum Grund gucken.

Verena Meyer, Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz

Deshalb hat der Kiessee (der südlichere am Campingplatz) als einziger Thüringer Badesee aktuell noch ein gelbes Fähnchen auf der Karte, obwohl die Wasserqualität die Bewertung "ausgezeichnet"  bekommen hat. Vom Baden abhalten könnte aktuell also einzig und alleine die Wassertemperatur. Um die zwölf Grad sind es derzeit in allen unseren natürlichen Badegewässern. Das ist wirklich eine echte Abkühlung.

Füße auf einer Luftmatratze 6 min
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Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 15. Mai 2019 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2019, 15:44 Uhr

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1 Kommentar

16.05.2019 22:35 Burkhard Picker 1

Hallo! So ein schönes Thema. Leider ist dafür kaum ein Interesse ausfindig zu machen. Es ist kaum interessant und schon garnicht relevant. Als Beobachter oder Hörer sehe ich einen Zusammenhang, keine Kommentare, keine Relevanz. Meiner Meinung nach wären relevantere Fragen gut für den Hörerzuspruch. Ach so . Was sind Badessen? Danke