Der Redakteur | 15.05.2020 Bitte warten, Sie werden platziert!

Seit Freitag dürfen Restaurants und Gaststätten wieder öffnen. Natürlich nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen. Wie funktioniert das?

Frau mit Maske und Sonnenbrille
Manchmal muss die Maske auch im Restaurant aufgesetzt werden - zum Beispiel wenn der Weg zu den Toiletten besonders eng ist. Bildrechte: imago images/ddbd

Es wird ein wenig anders werden beim Besuch einer Gaststätte oder eines Hotels. Viele Dinge kennen wir schon aus dem Supermarkt: So wird nun auch die Dame an der Hotelrezeption hinter Glas sitzen. Zwei Haushalte dürfen gemeinsam an einem Tisch Platz nehmen, eine gewisse Eigenverantwortung ist hier gefragt. Der Gastwirt wird weder Eheurkunde noch Vaterschaftstests einfordern, aber ein Mann mit fünf Frauen an einem Tisch wird es argumentativ schwer haben, ein Männerstammtisch oder eine Skatrunde ebenfalls.

Maskenpflicht gibt es in Thüringen nicht flächendeckend in der Gastronomie, die Gesundheitsämter können das aber vorschreiben - oder es gibt eine Maskenpflicht wegen der Gegebenheiten des Hauses. Diese beschränkt sich aber zum Beispiel auf den Weg zum Tisch oder zur Toilette. Es muss niemand mit Maske essen. Die Maskenpflicht ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, die ohnehin jeder Gastwirt oder Hotelier machen muss, nur jetzt eben mit Corona-Ergänzungen. Das bedeutet, die Checkliste ist etwas umfangreicher geworden.

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Stefan Göbel und seine Mutter Sieglinde Göbel aus Magdeburg stehen zum Check-In im Parkhotel Bad Schandau an der Rezeption vor Kerstin Meve-Garreis, Hoteldirektorin. 9 min
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Seit Freitag dürfen Restaurants und Gaststätten wieder öffnen. Natürlich nur unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen. Wie funktioniert das?

MDR THÜRINGEN - Das Radio Fr 15.05.2020 16:40Uhr 08:32 min

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Die Gefährdungsbeurteilung kennen wir aus dem Hygieneschutzgesetz und  der Lebensmittelhygieneverordnung.  Wo könnte ein kritischer Punkt sein, den es zu bewerten gilt und dann brauche ich eine entsprechende Lösung.

Dirk Ellinger, DEHOGA Thüringen

In einem kleinen Gastraum kann das bedeuten, dass einige Tische raus müssen. Es musste übrigens auch bisher dafür gesorgt werden, dass gewisse Laufwege frei bleiben, jetzt werden die Zwischenräume eben etwas größer. Da jede Gaststätte andere Gegebenheiten hat, werden auch keine Festlegungen "von oben" getroffen, die über den gesetzten Rahmen hinausgehen. Und der heißt stark verkürzt: Abstand, Schützen, Desinfizieren. 

Alles frisch - auch die Luft

Ein Lüftungskonzept gehört ebenfalls dazu. Mitunter wird ein Ventilator für leichte Luftbewegung sorgen oder es sind Fenster geöffnet, die normalerweise geschlossen sind. Mittlerweile wissen wir nämlich, dass auch feinste Aerosole Viren enthalten können, die nicht sofort zu Boden fallen, sondern in der Luft eine Weile stehen bleiben. Jede Luftbewegung führt dazu, dass sich die Viruskonzentration in der Luft schnell auf ein unkritisches Maß verringert, zeigen aktuelle Studien.

Das ist auch der Grund, warum verstärkt auf den Außenbetrieb gesetzt wird. Einige Länder beginnen deshalb nur im Außenbereich mit der Öffnung der Gastronomiebetriebe. Auch das Notieren der Kontaktdaten ist in anderen Bundesländern Pflicht, bei uns nicht. Trotzdem werden die meisten Gastronomen um die Telefonnummer und den Namen des "Hauptgastes" bitten, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Angesichts einer hohen Stammgästedichte in Thüringen sollte es da keinen großen Aufstand geben. Die Hotels erheben die Daten aufgrund des Meldegesetzes ohnehin.

Hätten Sie vielleicht etwas Pfeffer?

Bei Tische ist fast alles so, wie gewohnt. Es gibt Tischdecken und Servietten und wir dürfen weiterhin mit Messer und Gabel essen. Allerdings werden wir zum Tisch geleitet oder müssen - mit gebührendem Abstand - draußen warten, bis wir platziert werden. Das haben wir ganz sicher schnell wieder drauf und einige, besonders die teuren Gaststätten, praktizieren das ohnehin. An die anderen Kleinigkeiten gewöhnen wir uns auch schnell.

Es wird keine Menagen oder Pfeffermühlen auf den Tischen geben, das wird das Personal machen. Wir bitten auch um Verständnis, dass wir viele Dinge in Einwegverpackungen oder mit Zellophan überschlagen werden, weil es die Situation gebietet.

Dirk Ellinger, DEHOGA Thüringen

Um Verständnis bitten die Gastronomen, wenn sie nur ein eingeschränktes Speisenangebot anbieten können. Dort, wo die Tischkapazitäten halbiert sind, kann auch nur noch die Hälfte der Gäste essen. Dadurch sinkt automatisch die Nachfrage nach einzelnen Gerichten. Und niemand will täglich die Hälfte der angerissenen Packungen entsorgen müssen.

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 15. Mai 2020 | 16:40 Uhr

4 Kommentare

Critica vor 2 Wochen

Probieren Sie mal "fein kochen daheim" aus. Sie werden begeistert sein. Man muss allerdings kochen können, und das ist oft die Crux.
Wenn man allerdings "Essen gehen" nur so sieht, dass man nicht kochen und nicht abwaschen muss, dann... geht man eben in alles.
Wenn man es genießen möchte, dann geht man in ein feines Restaurant - ohne Kontaktdatenangabe und ohne Zellophan und ohne Mundschutz...

Sascha vor 2 Wochen

Aber wenn ich esse ist es ohne Mundschutz.:-) Einfach lächerlich. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln was unsere Obrigkeit abläuft. Virologen bestimmen unser Leben. Dieselben ,die bei der Schweinegrippe mist gebaut haben.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 2 Wochen

„Oder?“ - Nur zu ❗️ 😉

...oder noch „besser“: gleich daheim bleiben ⁉️

...und viel Freude beim Abwasch und beim „fein“ Kochen - daheim ‼️


Ich freu‘ mich jedenfalls drauf, meinen Geburtstag nicht allein daheim
feiern zu müssen ‼️ Vielleicht schmeiß‘ ich sogar ‘ne Lokalrunde....⁉️

...am Kiosk nebenan . 😎