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Uwe Gumlich und alle Gastronomen hoffen, dass es bald weitergeht. Nur wann? Bildrechte: colourbox, imago images/Hollandse Hoogte | Collage: Fabian Frenzel

Thüringen hält zusammen

Thüringen hält zusammen - aber wer hält zu den Gastronomen?

Stand: 10. Februar 2021, 16:00 Uhr

Uwe Gumlich aus Sonneberg ist Gastronom aus Leidenschaft. Seit Monaten ist er zum Nichtstun verdammt, die staatlichen Corona-Hilfen kommen nur schleppend. Er will wissen, wann kann es weitergehen - doch er scheitert beim Nachfragen an Wachleuten und Telefon-Zentralen.

Gastronom Uwe Gumlich ist verzweifelt. Denn die Corona-Hilfen für die Gastronomie kommen schleppen und reichen kaum aus. Seine erhaltenen Abschlagszahlungen von 3.000 Euro für die vergangenen drei Monate helfen einem Betrieb mit monatlichen Fixkosten, die an die 10.000 Euro herankommen, herzlich wenig. Die Kreditraten laufen weiter, die Versicherungen, die Abschlagszahlungen für Strom, Gas, Wasser, Entsorgung usw. Und auch die Löhne sind ein Thema - denn trotz Kurzarbeit bleiben immer einige hundert Euro Kosten beim Unternehmer hängen.

Uwe Gumlich hat sich bei uns gemeldet, weil er von dem Zusammenhalt nichts spürt. Er sieht, wie die Handwerker arbeiten, dass die Supermärkte geöffnet haben und er muss seine eingelagerten Vorräte an Fassbier, Käse, Schinken usw. wegwerfen, weil das Verfallsdatum überschritten ist. 8.000 Euro futsch - eine Summe, über die auch niemand spricht.

Seine Versuche, mit der Politik ins Gespräch zu kommen, scheitern oft in den Telefonzentralen und Wachdiensten von Staatskanzlei, Kanzleramt oder gar Schloss Bellevue. Dort sind diese Anrufe Alltag, die Mails, die Briefe, die Hilferufe, die in der Zahl so groß sind, dass die meisten unbeantwortet bleiben. Das schafft neuen Frust.

Diesen Frust wollte Uwe Gumlich einfach mal loswerden und seine Sicht der Dinge schildern. Und so ganz nebenbei eine Perspektive haben, ein Datum hören, an dem er endlich wieder öffnen darf. Wir haben nachgefragt im zuständigen Ministerium bei Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD): "Gibt es ein Datum der Hoffnung?" Nein, einen verbindlichen Öffnungstermin kann auch Wolfgang Tiefensee nicht geben.

Die Antwort auf die Frage, wann die restlichen Hilfen denn nun endlich kommen, die hat zumindest diese Botschaft: Die Software des Bundes ist komplex, aber nun endlich online. Die Kollegen der Thüringer Aufbaubank tun ihr bestes, die Anträge abzuarbeiten. Die Abschläge für die Überbrückungshilfe III kommen zeitnah, so der Minister - Ende März sollte das Geld komplett ausgezahlt sein.

Und: Thüringen hat zumindest einen Plan, einen Stufenplan, in dem zwar kein Datum steht, aber anhand der Inzidenzwerte und anderer Faktoren, wie Mutationsverbreitung, Impfgeschehen oder Belegung von Intensivbetten, kann sich jede Branche anschauen, bei welcher Stufe was möglich ist. Seit 9. Februar steht er online und zum Download bereit.

Umfangreich ist der Stufenplan durchaus, elf Seiten lang und zum Glück lesbarer als die Thüringer Verordnungen. Im Moment haben wir Stufe vier, wir sind bei einer Inzidenz von über 100, wenn wir zwischen 50 und 100 liegen und damit die Stufe drei erreicht haben, dann dürfen auch die Gastronomen wieder öffnen. Mit Einschränkungen zwar, aber es ist eine Perspektive, auch für Uwe Gumlich aus Sonneberg, der aber trotzdem viel lieber ein konkretes Datum gehört hätte.

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 18. Februar 2021 | 16:20 Uhr