Luftbildaufnahme von Tottleben
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Unstrut-Hainich-Kreis Tottleben

Tottleben ist eine kleine Gemeinde im Norden Thüringens im Unstrut-Hainich-Kreis. Die Ortschaft zählt ungefähr 150 Einwohnern. Die markanteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die Dorfkirche St. Anna. Durch den Ort schlängelt sich der Dorfbach.

Luftbildaufnahme von Tottleben
Bildrechte: GDI-Th, Freistaat Thueringen, TLVermGeo

Tottleben ist einer der zahlreichen -leben-Orte in Thüringen. Das Grundwort -leben, niederdeutsch -leve (erscheint auch in einigen Belegen von Tottleben), geht auf germanisch *laiba- zurück, vgl. gotisch laiba "Überbleibsel, Rest", althochdeutsch leiba, altsächsisch lēva "Rest, Erbe, Nachlass", altfries. lâva "Hinterlassen-schaft, Erbe, Erbrecht", altenglisch lâf "Hinterlassenschaft, Erbe", altnordisch leif "Überrest", vgl. altdänisch kununglef "Krongut". Im 1. Teil steht immer ein alter Personenname, hier ein Dōdo, Tōto, Tuoto.

Dessen Bedeutung ist nicht ganz geklärt. Zum einen ist hier an althochdeutsch toto 'Pate', tota 'Patin' zu denken; vielleicht auch an dodân 'Brustwarze, Zitze' (bei Rufnamen dann im Sinne von 'Säugling'). Das Ganze bedeutet dann etwa "Besitz, Eigentum, Hinterlassenschaft des Toto".

Historische Belege:

  • M. Bathe, Die Ortsnamen auf -leben, Manuskript, ca. 600 S., ohne Jahr, ohne Ort [Berlin], S. 115.
  • H. Walther, Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 272.
  • (780-802) Tuteleibe, Tuteleiba, Tuteleibo, Tutelieba (Codex Eberhardi II, S. 133f., 139)
  • 1140 Bertholdus de Tutelebe; Variante: Tuteleyben (Cod. dipl. Sax. reg., 1. Hauptteil, Bd. II, Nr. 144 und Nr. 180; UB. Kloster Paulinzelle 15)
  • 1221 (Kopie) in Dodenleve (UB. Eichsfeld I Nr. 213 S. 126)
  • 1224 in Toteleiben (UB Deutschordensballei Thüringen, Nr. 27, S. 30)
  • 1289  in Toteleiben (UB. Eichsfeld I Nr. 648 S. 397)
  • 1298 (Kopie) Totteleben (Bathe, -leben S. 115)
  • 1506 Totteleben (Bathe, -leben S. 115)

Literatur-Hinweise * W. Fuhrmann: Die Ortsnamen des Stadt- und Landkreises Weimar, Diss. Leipzig 1962, S. 11
* H. Walther: Namenkundliche Beiträge zur Siedlungsgeschichte des Saale- und Mittelelbegebietes bis zum Ende des 9. Jahrhunderts, Berlin 1971, S. 298

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2017, 14:00 Uhr