Das Stadtschloss bzw. Residenzschloss von Weimar
Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Kulturstadt Weimar

Die kreisfreie Stadt im Thüringer Becken ist vor allem für ihr kulturelles Erbe bekannt. Weimar liegt an der Ilm, zu Fuße des 478 Meter hohen Ettersberges. Nach Erfurt, Jena und Gera ist sie die viertgrößte Stadt im Freistaat Thüringen.

Das Stadtschloss bzw. Residenzschloss von Weimar
Bildrechte: MDR/Sebastian Großert

Historische Belege:

(a. 899) (Kopie 18. Jh.) Vvigmara, (a. 975) (Kopie 12. Jh.) Wimares (Genitiv -s wohl hineingedeutet nach 6, 288), a. 984 Wimeri, a. 1002 Wimeri, a. 1012/18 (Thietmar) Wimari, Wimeri, (nach 1150, Annalista Saxo) Wimmeri, Wimmare, Wimmere, a. 1218 Wimar, a. 1253 Wimar, a. 1278 inferior Wimar, a. 1307 Wimar, a. 1347 in Winmar, a. 1350 in Wimar; districus Wymar, a. 1378 Wymar, Wymer castrum, Wymer civitas, a. 1382 Wymer, um a. 1400 Wymer, a. 1404 Wymar, a. 1493 Wimar, 1501/02 Wymar, a. 1506 Wymar, 1512 Weymar, 1520 Weymar.

Anzuschließen ist der Ortsteil von Oberweimar:

a. 1244 Oberenwimar, a. 1249 Wimar, a. 1254 Obirwimar, a. 1257 villa forensis Wimar; Gebehardus de Superiori Wimar, a. 1278 Superior Wimar. a. 1350 Gernodus de Obern-Wimar, a. 1378 claustrum Wimar, a. 1387 Obirwymar, Obern-Wymer, de Obir-Wymar, von Obern-Wymare, a. 1506 Obirwymar, Wimar Superior, Oberwymar, Wimar superior, Wymar superior, a. 1516 Oberwaymar.

Namenparallelen:

Weimar bei Kassel, a. 1097 capella in Wimar, a. 1146 villa Wimare, de Wimare, a. 1209 Wimar, a. 1252 Wimmare, a. 1302 Wimar, a. 1310/11 villa Wimaria, 1319 Wimar, 1360 Wimmar, 1366, 1395 Wymar, 1415 Wymar, 1585 Weinmar.

Ober-, Nieder-, Cyriax-Weimar bei Marburg, a. 1138/a. 1139 Wimere, de Wimare, a. 1159 Gvimare, a. 1227 Wimere, superior Wimere, a. 1258 Ciliacis Wymare, a. 1280 Wymare, a. 1291 Wimere, a. 1294 Wimer inferior, a. 1313 Oberwimere, a. 1319 de Mertinswymer, a. 1320 Niderwimere, Nyderinwymere, a. 1326 Wimere inferior, a. 1344 Sente Cyliacůs Wymar, a. 1345 Sente Cyriakis Wymere, a. 1358 Wymar, a. 1359 Mertines Wimer, a. 1374 Ciriaci Wimar, a. 1458 Cyriaci Wynber, a. 1461 Obirwemair, a. 1470 Wynber, a. 1518 Niddernweymar, a. 1527 Obernweymar, a. 1577 Ciriaxweimar, a. 1630 Oberweima.

Schon früh wurde der Ortsname wie folgt erklärt:

Außenansicht der Jakobskirche Weimar
Die Siedlung um die Jakobskirche war einst von einem sumpfigen Gelände umgeben. Bildrechte: MDR/Jörg Thiem

germanisch *weiha- "heilig", etwa in altsächsisch wīh "Heiligtum", auch in dt. Weih-nachten, plus Grundwort *mar(i)- "Binnensee, stehendes Gewässer, Sumpf, sumpfiges Gelände, Quelle" zugrunde liegt. Man sah darin einen Hinweis auf eine "heilige Quelle", einen "heiligen Sumpf" und damit auf alte Kultstätten bzw. eine Stellenbezeichnung "bei dem heiligen See".

Offenbar ein alter germanischer Kult; die Germanen brachten Sümpfen und Seen Opfergaben dar. Die älteste Siedlung um die Jakobskirche in Weimar war einst von einem sumpfigen und wasserreichen Gelände umgeben.

Das namengebende See- oder Moorheiligtum Wihmar- wird im Bereich von Karstquellen, Versumpfungen oder stehenden Gewässern im Westen des heutigen Stadtgebietes gesucht.

Literatur-Hinweis Ausführlich wird die Bedeutung des Ortsnamens behandelt von:
Jürgen Udolph
"Weimar. Namenkundliches." In: "Reallexikon der Germanischen Altertumskunde"
Bd. 33, 2006
Seite 384-386