Feuerwehrcabrio Phänomen Granit 27
Elf Feuerwehrleute haben auf dem alten Feuerwehrcabrio Platz. Einst gebaut in Zittau, hat dieses Auto nun an der Elbe in Sachsen-Anhalt seine Heimat gefunden. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz

Nostalgie in Rot: Die schönsten Feuerwehr-Oldtimer Ein Feuerwehr-Cabrio für besondere Anlässe

In den Geräteschuppen der Feuerwehren hierzulande schlummern besondere Schätze. In Neuermark-Lübars in Sachsen-Anhalt überraschen die Kameraden mit einem "Phänomen Granit 27". Der ist noch Einsatzbereit und runde Geburtstage verdienter Feuerwehrkameraden und Hochzeiten sind ein Klacks für den alten Haudegen.

Feuerwehrcabrio Phänomen Granit 27
Elf Feuerwehrleute haben auf dem alten Feuerwehrcabrio Platz. Einst gebaut in Zittau, hat dieses Auto nun an der Elbe in Sachsen-Anhalt seine Heimat gefunden. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz

Der Oldtimer aus den 40er-Jahren ist der ganze Stolz der Feuerwehr im Landkreis Stendal. Das Fahrzeug hat eine abenteuerliche Reise durch die Geschichte hinter sich, denn gebaut wurde der "Phänomen Granit 27" zunächst als langer Pritschenwagen für die Polizei. Seine Besonderheit hatte der Mannschaftstransportwagen (MTW) mit den vier hintereinanderliegenden Sitzreihen.

Als das Fahrzeug in den 70er-Jahren aussortiert wurde ging es zunächst nach Fischbeck, dann nach Wust. Als es schließlich verschrottet werden sollte, hat Peter Albuschat das Feuerwehr-Cabrio auf dem Schwarzmarkt erworben und versteckt. Das war in der damaligen DDR nicht ganz ungefährlich für den selbständigen Schlosser.

Im Jahr 1988 warf Peter Albuschat den Motor wieder an und möbelte den Phänomen auf. Seitdem wurde er für Oldtimerfahrten genutzt und sollte auf seine alten Tage eine ruhige Kugel schieben. Doch es kam anders.

Flut 2013 – Deichbruch bei Fischbeck

Der Deichbruch bei Fischbeck am 10. Juni 2013 brachte die Einwohner des Dorfes in eine schwierige Lage. Das Dorf musste evakuiert werden. Nur die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr und wenige Anwohner blieben, um das Vieh und geliebte Haustiere zu versorgen.

Ringsum stand alles unter Wasser, nur Neuermark-Lübars ragte aus den Fluten. Um den Ort zu schützen, holte Lutz Pesenecker den "Phänomen Granit 27" aus der Garage. Denn das eigentliche Einsatzfahrzeug der Feuerwehr lag zu tief und konnte nur sechs Mann transportieren. Mit Hilfe des "neuen" alten Einsatzfahrzeuges war es möglich, einen Einsatzstab zu bilden. Es mussten Sandsäcke gefüllt und gelegt werden. Der Oldie wurde vom Dorf aus genutzt, um bis an den Deich ranzukommen und die Sandsäcke und helfenden Hände zu transportieren.

Ein Feuerwehrcabrio für besondere Anlässe

Feuerwehrcabrio Phänomen Granit 27
Der Feuerwehroldtimer Phänomen Granit 27 steht in Neuermark-Lübars. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Feuerwehrcabrio Phänomen Granit 27
Der Feuerwehroldtimer Phänomen Granit 27 steht in Neuermark-Lübars. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Feuerwehr Neuermark-Lübars
Die Freiwillige Feuerwehr Neuermark-Lübars im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt verfügt über mehrere Einsatzfahrzeuge und ist schnell vor Ort. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Sitzreihen eines Feuerwehrcabrio
Zwölf Personen dürfen auf dem schicken Feuerwehrcabrio Platz nehmen. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Schaltehebel eines Feuerwehroldtimers Phänomen Granit 27
Der Phänomen hat noch eine Bolzenkupplung Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Feuerwehroldtimer Phänomen Granit 27 von hinten
Das Fahrzeug ist ein Oldtimer und dreht ab und zu noch seine Runden. Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Der Motorblock des Phänomen Granit 27
Mit einem Hubraum von 2678 cm³ und etwa 60 PS schafft er Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Neuermark-Lübars stehen um ein Fahrzeug herum
Das tolle Feuerwehrcabrio ist das Schätzchen der Freiwilligen Feuerwehr Neuermark-Lübars und gehört Peter Albuschat Bildrechte: MDR/Thomas Schwarz
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Robur
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

LOs 1961 wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse der Pritschenwagen ROBUR LO 2500 vorgestellt. Vorerst als Reiseomnibus gebaut, wurde er auf Wunsch Auf- und Umgebaut. Mit einer Nutzlast von bis zu 3 Tonnen und 70 PS brachte er ideale Vorteile für die Brandbekämpfung, Gefahrenbeseitigung und/oder technischen Hilfeleistung.

LO steht für Luftgekühlter Ottomotor

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2018, 15:07 Uhr

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