Riverboat Fragen an René Kindermann

Sind Sie abergläubig? Wenn ja, worauf reagieren Sie positiv/negativ?

Abergläubig bin ich nicht, habe mein Leben lieber selbst richtig im Griff.

Wer oder was hat Ihr Leben am meisten geprägt?

Der Leistungssport [Leichtathletik, Anm.d.R.] und meine Trainer. Ich war über zehn Jahre im TZ in Niesky und habe dort vor allem gelernt, diszipliniert und pünktlich zu sein.

Wenn Sie Ihr Leben an einen Punkt zurückdrehen könnten, was wäre dieser Punkt? Und warum?

In meinem Leben gibt es zwei Punkte: die jeweilige Geburt meiner Söhne. Das Leben ist auf einmal ganz anders, hat andere Werte und Gewichtungen.

Womit kann man Sie verlegen machen?

Mit großem sozialen Engagement. In der heutigen Zeit ist das einfach sehr wichtig. Derzeit engagiere ich mich als Botschafter für die Christoffel-Blindenmission, die Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern unterstützt.

Wofür haben Sie sich schon einmal geschämt?

Manchmal urteile ich zu schnell über Menschen. Wenn ich sie dann näher kennenlerne und sehr sympathisch finde, schäme ich mich dafür.

Worüber konnten Sie zum letzten Mal lachen?

Ich finde jeden Tag einen Grund zum Lachen. Humor ist wichtig im Leben.

Wer spielt(e) in Ihrem Leben die wichtigste Rolle und warum?

Meine beiden Söhne und meine Freunde. Mit ihnen kann ich die schönen Momente genießen und sie fangen mich auch auf, wenn es mal nicht so läuft.

Welches Erlebnis aus der Kindheit ist Ihnen in besonderer Erinnerung?

Mein Vater war Fernfahrer und 1990 durfte ich im Sommer eine Woche mit ihm auf dem Lkw mitfahren. Mit satten 480 PS schafften wir knapp 90 km/h. Es ging über Bad Hersfeld nach Fürth, dann nach Stuttgart. Wir haben im Fahrerhaus übernachtet. Ein Ferienabenteuer, dass ich niemals vergessen werde.

Was wären Sie früher gern geworden?

Da gab es nur einen Berufswunsch: Pilot. Als ich mich über die Ausbildung informiert habe, gab es eine Größenbeschränkung: nicht größer als 190 cm. Da war ich mit 193 cm raus.

Womit haben Sie (auch) schon einmal Geld verdient?

Als Jugendlicher habe ich Post ausgetragen, oder besser: mit einem gelben Postfahrrad ausgefahren.

Was bedeutet Glück für Sie?

Ich würde das gern trennen. Privat: Wenn es meinen Söhnen gut geht. Beruflich: Wenn die Zuschauer, an dem, was wir machen, Spaß haben oder fasziniert vor dem Fernsehen sitzen und sagen: "Mensch das habe ich noch nicht gewusst!"

Wem möchten Sie gern einmal begegnen?

August dem Starken. Er hat Dresden zu großem Glanz verholfen und es zu Elbflorenz gemacht.

Was hat Ihnen das letzte Mal die Sprache verschlagen?

Wenn meine Söhne sich gegenseitig Witze erzählen. Das muss ich so stark lachen, dass ich kein Wort mehr rausbekomme.

Verraten Sie uns eine persönliche Marotte?

Da geht es mir wohl wie vielen: Ich kann nicht ohne mein Handy sein.

Welche drei Dinge würden Sie mit auf eine Insel nehmen?

Da ich begeisterter Taucher bin: mein Tauch-Equipment. Dazu ein Segelboot, damit ich weg kann, wenn das Heimweh kommt. Und mein Handy – samt Solarladestation.

An welchem Ort fühlen Sie sich am wohlsten?

Dieser Ort hat keine Namen, keine Geodaten oder ist fix auf der Landkarte verankert. Ich fühle mich dort wohl, wo ich Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Liebe spüre. Mit anderen Worten, das Wohlfühlen hängt von den Menschen ab, die sich in meiner Nähe befinden.

Was sehen Sie als Ihre bisher größte Leistung an?

In der verrückten, schnellen Medienwelt nicht ganz die Bodenhaftung verloren zu haben, auch wenn ich oft dicht dran war.

Was sehen Sie selbst als Ihren größten Misserfolg/größte Niederlage an?

Jeder Misserfolg wurmt mich. Allerdings versuche ich aus jedem zu lernen und so etwas Positives daraus zu machen.

Was bzw. welche Geschichte verbindet Sie mit Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

Ich lebe hier. Mitteldeutschland ist meine Heimat. Jeden Tag erlebe ich hier Dinge, die mich staunen lassen.

Ich lebe in Sachsen, bin in Dresden zu Hause. Einst "Perle des Barock" genannt, verzaubert der Charme der Stadt, als wäre es nie anders gewesen. Das Elbpanorama, die höfische Pracht, die bunte Kneipenszene und schließlich die sächsische Gemütlichkeit der Menschen an der Elbe, haben mir die Landeshauptstadt zum Lebensmittelpunkt gemacht.

Ich bin gern in Thüringen, dem grünen Herz Deutschlands. Und bei "meinen" Wintersportlern in Oberhof, der Wettkampf- und Trainingsstätte der Ski-Elite. Allein seit der Wende wurden von hier aus 20 Goldmedaillen geholt. Das sind Erfolge aus dem Freistaat, die für ganz Deutschland stehen.

Ich fahre aber auch immer wieder voller Bewunderung durch Sachsen-Anhalt. Dort lockt eine abwechslungsreiche Landschaft und magische Gebirgswelt, die von den gewaltigen schroffen Felsbrocken des Harzes, dem geheimnisvollen Brocken bis zu den nördlichsten Weinbaugebieten Europas reicht. Wie ein großer Dichter weiß besonders im Herzen Deutschlands die Natur auch mit wenigen Mitteln die größten Effekte hervorzubringen.

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2017, 10:19 Uhr