Ein junger Mann hält sich beim husten eine Hand vor den Mund
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Leichter leben | 24.01.2019 | 17:00 Uhr Atemnot: Wann sie lebensbedrohlich wird

Dass einem bei körperlicher Anstrengung mal die Luft weg bleibt, ist normal. Doch nicht immer ist mangelnde Fitness schuld. Welche lebensbedrohlichen Erkrankungen hinter Atemnot stecken können, erklärt Experte Dr. Thomas Dietz.

Ein junger Mann hält sich beim husten eine Hand vor den Mund
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Asthma ist ein Überbegriff für verschiedene Formen chronischer, entzündlicher Erkrankungen der Atemwege. Asthma ist eine chronische Atemwegskrankheit, die zu Anfällen von Atemnot führen kann. Asthma kann zur Verengung der Bronchien, zu Beklemmung in der Brust, zu Anfällen von Atemnot, Husten und pfeifenden Atemgeräuschen führen.

Unter den verschiedenen Asthmaformen sind das allergische und das nicht allergische Asthma am bekanntesten. Das nicht allergische Asthma entwickelt sich häufig erst im Laufe des Lebens – oft auch als Mischform mit allergischer Komponente. Asthma bronchiale bei Kindern ist dagegen meistens durch eine Allergie bedingt. Bei den Allergieauslösern kann es sich zum Beispiel um Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben handeln.

Behandlung von Asthma

  • Medikamente, um Beschwerden zu lindern
  • Medikamente, um Asthmaanfälle in den Griff zu bekommen. Der Patient muss lernen, seine Arznei zuverlässig und richtig anzuwenden, damit sie ihre volle Wirkung entfalten kann.
  • Regelmäßige Kontrolle durch den Arzt, Lungenfunktion, Therapieplan befolgen, Behandlungen anpassen
  • Nach Möglichkeit Asthma-Auslöser meiden

Hyposensibilisierung bei allergischem Asthma

In einigen Fällen von allergischem Asthma ist eine Hyposensibilisierung möglich: Die Behandlung zielt darauf ab, die Überempfindlichkeit gegen den Auslöser des Asthmas herabzusetzen. Dazu wird der Patient während der Hyposensibilisierung mit langsam steigenden Dosen an das Allergen gewöhnt. Diese Methode ist insbesondere bei Pollenallergien erfolgversprechend. Sprechen Sie mit Ihrem Allergologen darüber.

Was tun bei einem Asthmaanfall?

Mädchen auf einer grünen Wiese mit einem Asthmaspray in der Hand.
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  • Wichtig: Ruhe bewahren!
  • Erlernte Atemtechniken anwenden: Lippenbremse und atemerleichternde Körperhaltung, wie z. B. Kutschersitz oder Torwartstellung anwenden:


Kutschersitz

Nach vorne gebeugt sitzen und die Unterarme oder Ellenbogen auf die Knie legen, den Bauch entspannen und langsam ausatmen.

Torwartstellung

Stehend leicht in die Hocke gehen, nach vorne beugen und die Unterarme oder Ellenbogen auf die Knie legen, Bauch entspannen und langsam ausatmen.

Lippenbremse

Dabei die Lippen bis auf einen schmalen Spalt schließen und langsam gegen den Widerstand der Lippen ausatmen – wie beim Abkühlen einer heißen Tasse Kaffee. Diese Technik wirkt der Verengung der Luftwege entgegen und sollte auch im beschwerdefreien Alltag regelmäßig eingesetzt werden. Dadurch bleiben die Atemwege offen und das Ausatmen wird erleichtert.

  • Notfallmedikamente inhalieren, ggf. auch wiederholen
  • Falls vom Arzt für Notfall verordnet: Kortisontabletten nach individuellem Notfallplan einnehmen
  • Notarzt rufen, wenn Patient blau anläuft, er kaum noch sprechen kann, der Puls bei Erwachsenen mehr als 110 Schläge pro Minute beträgt oder die Beschwerden trotz der Eigenbehandlung nach 15 Minuten nicht besser werden
  • folgende Informationen angegeben: Kind oder Erwachsener, "akute Atemnot"
  • Asthmapatient muss im Sitzen transportiert werden

COPD – was ist das?

Eine Computergrafik zeigt Lage und Querschnitt der Lungen im menschlichen Körper
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Die COPD ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung der Lunge.

Die Abkürzung COPD steht für Chronic Obstructive Pulmonary Disease, übersetzt: chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

COPD ist durch entzündete und dauerhaft verengte Atemwege gekennzeichnet. Typische Symptome sind Husten mit Auswurf, Atemnot bei Belastung und später auch in Ruhe. Das größte Risiko für COPD haben Raucher und Passivraucher.

Wie macht sich die Lungenkrankheit COPD bemerkbar?

  • Husten, oft mit Auswurf, der sehr hartnäckig sein kann und vor allem morgens auftritt
  • Atemnot, vor allem bei körperlichen Belastungen, wie Sport aber auch schon beim Treppensteigen
  • Trockenes, pfeifendes Geräusch beim Ausatmen

Wie wird die Krankheit behandelt?

  • Es helfen verschiedene Medikamente, sie können die Beschwerden lindern und eine Verschlechterung der Krankheit stoppen oder zumindest bremsen.
  • Meist sind es inhalierbare Wirkstoffe, welche die Atemwege erweitern, und eventuell schleimlösende Medikamente, die das Abhusten erleichtern.
  • Kortison zum Inhalieren kann in fortgeschrittenen Stadien Entzündungen hemmen.

Ganz wichtig bei Atemnot

Mit dem Rauchen aufhören! Der Betroffene – ob von Asthma oder einer COPD – sollte alles unterlassen, was die Lunge weiter schädigt.

Zuletzt aktualisiert: 25. Januar 2019, 09:29 Uhr