Hitze im Auto
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Leichter leben | 01.08.2018 | 17:00 Uhr Autofahren im Sommer: Tipps für heiße Tage

Im Sommer kann das Autofahren zur echten Belastung für Mensch und Maschine werden. Experte Andreas Keßler gibt Tipps, worauf Autofahrer bei hohen Temperaturen besonders achten sollten.

Hitze im Auto
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Klimaanlagen sind jetzt im Dauereinsatz

Noch vor 25 Jahren waren Klimaanlagen in Pkws ein Luxus-Extra, heute gelten sie als Sicherheits-Element. Denn bei hochsommerlichen 35°C reagieren Autofahrer so langsam wie mit 0,5 Promille Alkohol im Blut. Bislang gibt es zwar noch keine Ausrüstungs-Vorschrift, aber deutlich steigende Ausrüstungs-Quoten. Und: Wer jemals einen Gebrauchtwagen ohne Klimaanlage verkaufen wollte, wird nie wieder eins ohne anschaffen.

5 Tipps zum Autofahren im Sommer

Ein Mann fasst sich im Auto sitzend an den Hemdkragen
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  • Kraftstoff: Im Hochsommer den Tank des Fahrzeugs nicht überfüllen. Der Kraftstoff kommt mit etwa 10°C aus dem Erdtank und dehnt sich bei Erwärmung aus. Das größere Volumen verlässt den Tank über die Entlüftung. Das ist teuer und umweltschädlich.
  • Reifendruck: Der Reifendruck kann nach schneller Fahrt über heißen Asphalt um bis zu 0,5 bar ansteigen. Das ist physikalisch bedingt und bei den Luftdruckempfehlungen der Autohersteller bereits einkalkuliert. Keinesfalls sollte der Luftdruck deshalb reduziert werden. Bei niedrigeren Temperaturen würde sich der Reifen durch stärkeres Walken erhitzen und dadurch schließlich selbst zerstören.
  • Getönte Scheiben: Die heißen nicht umsonst "wärmedämmendes Glas". Im direkten Vergleich in praller Sonne, ist der Innenraum 5-8°C kühler als bei weißem Glas. Das mag sich wenig anhören, ist aber spürbar. Außerdem leidet der Innenraum bei getönten Scheiben weniger unter den UV-Strahlen der Sonne.
  • Kühlmittel: Selbst bei korrektem Kühlmittelstand kann der Motor im Stop-and-go-Betrieb oder im Autobahnstau überhitzen. Der kühlende Fahrtwind fehlt oder ist nicht kühl genug. Wenn dann noch der Kühlerventilator nicht anläuft (defekter Thermoschalter), steigt das Kühlwasserthermometer (sofern überhaupt vorhanden) in den roten Bereich. Oder die Warnlampe für die Motortemperatur blinkt rot. In diesen Fällen hilft nur eins: Rechts ran, Motor aus und warten, bis alles wieder kalt ist.
  • Klimaanlage: Nach längerer Fahrt die Klimaanlage kurz vor Erreichung des Fahrtziels ausschalten. Dadurch kann der Verdampfer abtrocknen und bietet keinen Nährboden für Pilze und Keime. Die sorgen für den bekannten "Klimaanlagen-Mief" beim Einschalten der Anlage.

Spezialtipp Der Winter-Frontscheibenschutz hat oft eine Alu-Seite. Wenn die (Alu nach oben) auf dem Armaturenbrett liegt, wird ein großer Teil der infraroten Wärmestrahlung reflektiert und heizt den Innenraum nicht auf.

Wartung der Klimaanlage bald teurer?

Bedienen einer Klimaanlage im Auto
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Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Auto-Klimaanlagen regelmäßige Wartung brauchen. Das könnte bei älteren Autos demnächst ins Geld gehen: Die EU will den Import des Kältemittels R134a bis 2020 um 37 Prozent zu verringern. Brüssel will damit den Wechsel auf das umweltfreundlichere Kältemittel R1234yf forcieren, das eine 1430-mal geringere Treibhauswirkung als CO2 hat.

Ein Klima-Check könnte also doppelt so teurer werden wie bisher. Ein Wechsel des Kältemittels wird von Experten allerdings als "riskant bis fahrlässig" eingestuft, weil R1234yf brennbar ist. Außerdem ist es unklar, ob ein anderes Kältemittel im bereits länger zugelassenen Auto nicht zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt.

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2018, 10:35 Uhr