Stillgelegtes Auto ohne Nummernschild
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Leichter leben | 07.11.2018 | 17:00 Uhr Verschleiß beim Autofahren: So schonen Sie das Material

Bremse, Kupplung, Reifen: Einige Teile am Auto sind besonders reparaturanfällig. Eine umsichtige Behandlung des fahrbahren Untersatzes schont den Geldbeutel. Andreas Keßler erklärt, wie sich teure Reparaturen vermeiden lassen.

Stillgelegtes Auto ohne Nummernschild
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Dem Verschleiß an den Kragen

Es geht bergab und zwar in dem Moment, in dem das Auto das Fließband verlässt. In diesem Augenblick beträgt der "Verschleißvorrat" noch 99,98%, schrumpft aber ständig. Jedes kleinste bisschen Abrieb an Brems- und Kupplungsbelägen, jeder Millimeter weniger Reifenprofil und jedes Hundertstel zusätzliches Lagerspiel lässt den Verschleißvorrat schrumpfen. Ab einem bestimmten Rest fällt das Bauteil wegen Verschleiß aus, das Auto bleibt liegen – oder fährt mangels Bremskraft gegen einen Baum. Man kann das vermeiden, indem der "Verschleißvorrat" kontinuierlich überwacht und "aufgefüllt" wird. Hier setzt nur die Wirtschaftlichkeit eine Grenze; technisch könnte ein Auto ewig leben.

Lebensverlängernde Maßnahmen

Autowäsche mit einem Hochdruckreiniger in einer Werkstatt
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  • Gute Pflege und regelmäßige Wartung hält ein Auto jung. Das ist keine Binsenweisheit und auch kein Werkstatt-PR, sondern Realität. Wer hier spart, spart am falschen Ende!
  • Sparen kann man aber trotzdem: Wer sich etwas mit seinem Auto beschäftigt, Sachkenntnis erwirbt und eine preiswerte (hier gilt der Wortsinn) Werkstatt findet, kann zielgerichtet warten und reparieren lassen. Viele Dienstleistungen nützen dem Auto nichts oder wenig und sorgen (ähnlich wie die bestimmte IgeL-Angebote der Ärzte) nur für Umsatz.
  • Verschleißreparaturen können sehr gut mit "Identteilen" durchgeführt werden, die qualitativ den Original-Ersatzteilen der Fahrzeughersteller entsprechen, aber viel weniger kosten. 
  • Für spezielle Probleme (Elektronik!) gibt es Spezialisten. Die haben zwar höhere Stundensätze als normale Werkstätten, sind aber schneller. Das spart am Ende Geld!
  • Regelmäßige Benutzung hält ein Auto fit! Wer nur 5.000 km im Jahr fährt, tötet sein Auto und braucht eigentlich keins! Er fährt mit Taxi und Bus und Bahn besser und billiger.

Und hier eine Theorie, die auch für die Praxis taugt

Altes Auto mit kaputtem Autoreifen
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Tribologen sind Leute, die sich mit der Lehre vom Verschleiß beschäftigen. Und die empfehlen grundsätzlich immer zwei unterschiedliche Vorgehensweisen: Die eine heißt "Regel-Service", die andere "Break-down-Service". Den Regel-Service propagiert zum Beispiel auch die Autobranche, damit der Autofahrer regelmäßig in die Werkstatt kommt und dort Geld lässt. Auch dann, wenn das Auto eigentlich gut fährt. Break-down-Service ist die Variante für Leute, die immer erst dann am Werkstatt-Tresen erscheinen, wenn etwas tatsächlich defekt ist. Unter Sicherheits- und Verfügbarkeitsaspekten betrachtet, ist der Regel-Service vorzuziehen. Für Leute mit mehreren Autos oder Wenigfahrer, die ihr Auto nicht jeden Tag brauchen, kann der Break-down-Service das System der Wahl sein. Empfehlenswert ist er allerdings nicht, vor allem aus Sicherheitsgründen. Diese Service-Theorie entstand eigentlich für Fertigungsanlagen, bei denen es vorrangig um Kosten geht. Die sind im Autobereich zwar ein wichtiges, aber nicht das einzige Argument.

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 19:12 Uhr