Abgase aus dem Auspuff eines Autos
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Leichter leben | 13.06.2018 | 17:00 Uhr Geräusche am Auto und ihre Ursachen

Es klappert, rattert oder quietscht irgendwo am Auto. Wenn solche Geräusche auftreten, sollten Sie genau hinhören, meint Andreas Keßler. Denn oft stecken Schäden dahinter, die behoben werden müssen. Der Experte nennt häufige Ursachen und verrät, wie Sie die Misstöne abstellen.

Abgase aus dem Auspuff eines Autos
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Moderne Fahrzeuge sind bei moderatem Tempo ganz erstaunlich leise, deshalb fallen außergewöhnliche Geräusche im Innern des fahrbaren Untersatzes natürlich besonders auf. Vor der "Ruhigstellung" steht die Lokalisierung der Geräuschquelle. Man unterscheidet Geräusche des Antriebs, des Fahrwerks und Geräusche, die durch die Fahrtvibrationen entstehen. Am besten gelingt die "Ortung" eines Störgeräusches, wenn Sie das Fahrzeug ausräumen. Außerdem hilft ein Beifahrer – gemäß dem Motto "vier Ohren hören mehr als zwei".

Hört man das Geräusch im Stand bei laufendem Motor?

Dann kann es nicht mit dem Getriebe, den Antriebswellen oder der nicht angetrieben Achse zusammenhängen. Die Bremsen scheiden genauso aus wie Wind- und Abrollgeräusche.

Schwillt das Geräusch mit der Drehzahl an oder ab?

Dann liegt es an sich bewegenden Teilen wie Kurbeltrieb, Ventiltrieb oder der Lichtmaschine. Wenn es sich nur wenig verändert, handelt es sich wahrscheinlich um ein Schwingungsgeräusch eines Bleches oder der Auspuffanlage.

Hört man das Geräusch nur bei rollendem Auto? Tritt es nur auf, wenn man auf die Bremse tritt?

Dann ist Gefahr im Verzuge, weil mit der Bremsanlage offenbar etwas nicht stimmt. Beläge abgenutzt? Bremskraftverstärker undicht? Hört man das Geräusch dagegen nur unter Last, also beim Gas geben, dann dürfte entweder das Getriebe oder der Antrieb "Zahnausfall" haben oder der Motor einen Lagerschaden.

Sonderfall – und nur im Leerlauf im eingekuppelten Zustand zu hören

Hier sind meist die Torsionsfedern der Kupplungsandruckplatte erlahmt und lassen die Druckplatte klappern. Tritt das Geräusch im Moment des Auskuppelns auf, dürfte das Ausrücklager defekt sein. In beiden Fällen wird demnächst eine neue Kupplung fällig, obwohl die Kupplung als solche noch funktioniert.

Tritt das Geräusch nur bei eingeschlagenen Rädern auf?

Ein Autoreifen
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Wenn es dabei laut klackert, ist wahrscheinlich ein Antriebswellengelenk ausgeschlagen oder es läuft trocken (weil z.B. eine Manschette undicht ist und das Schmierfett verschwunden ist). Brummt es bei Kurvenfahrt, ist in aller Regel das Radlager des kurvenäußeren Rades defekt und muss erneuert werden. Die Grenzen zwischen Geräuschquellen aus Motor und Antrieb sowie dem Fahrwerk sind fließend. Manche Mysterien treten zwar nur unter Last oder in der Kurve auf, sind aber dem Fahrwerk bzw. dessen Aufhängung zuzuschreiben.

Grundsätzlich entstehen Klopf- und Klappergeräusche aus dem Fahrwerksbereich immer durch direkten Kontakt sich bewegender Teile (der Fachmann spricht auch von Körperschall). Konstruktiv wird das durch die "Entkopplung" der potentiellen Schallquellen erreicht. In den meisten Fällen passiert das durch die Lagerung der Achskomponenten in Kunststoff. Und hier wird es interessant: Kunststoffe altern und verschleißen und können dann ihre Funktion nicht mehr wahrnehmen.

Tritt ein Geräusch beim Überfahren von Unebenheiten auf?

Hier könnte die Geräuschquelle die Gummilagerung des Querstabilisators oder der Querlenker sein. Manchmal ist der Wechsel Minutensache, manchmal wird das sehr aufwändig und teuer. Wenn auf Kopfsteinpflaster (womit keine extremen Kopfsteinpflasterstrecken gemeint sind) ein schepperndes Klappern mit Reifentrampeln bemerkt wird, sollte die nächste Fahrt zu einem Stoßdämpferprüfstand führen.

Auf Schlechtwegestrecken macht sich der Auspuff bemerkbar?

Fehlen Aufhängungsgummis, gerät die Anlage derart in Schwingungen, dass die schweren Dämpfertöpfe von unten an den Wagenbogen schlagen. Das ist nicht nur nervig, sondern kann auf die Dauer die Rohre der Anlage brechen lassen. Was das für das Budget bedeutet, muss hier nicht erläutert werden.

Meist leichter zu finden, aber nicht immer leicht zu beruhigen sind Geräuschquellen im Innenraum des Fahrzeuges.

Klappert es aus dem Armaturenbrett?

Tacho, Drehzahlmesser und weitere Anzeigen auf dem Armaturenbrett eines Pkw
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Hier sind meist schlecht verlegte Kabelstränge oder Bowdenzüge die Ursache, die während der Fahrt an Streben des "Hohlkörpers" schlagen. Wenn man die fraglichen Kabel und Züge zu fassen bekommt, hilft die Ummantelung mit Schaumstoffstreifen. Der Autor dieser Zeilen hat in früheren Jahren einen Extremfall an einer völlig unzugänglichen Stelle des Autos mit einem ordentlichen Schwapp Unterbodenschutz kuriert. Das Zeug ist so klebrig, das sich darin nichts mehr bewegt und ergo auch nicht mehr klappern kann.

Aneinanderschabende Kunststoffteile lassen sich mit kleinen, selbstklebenden Filzstückchen beruhigen. Ebenfalls Wunder bewirkt Silikonspray: Gezielt an die Scheuerstelle gespritzt, sorgt es einige Zeit für weniger Reibung und damit weniger Lärm.

Musik kommt mit Schwirr- und Dröhngeräuschen aus den Boxen?

Das kann wegen schlecht montierter Lautsprecher passieren. Das gilt für selbst eingebaute, aber auch für serienmäßig platzierte Boxen. Auch hier helfen Schaumstoffstreifen und eine qualitativ bessere Befestigung der Lautsprecher.

Und wenn die Türen quietschen ...

Gegen Knarzen und Quietschen der Scharniere von Türen und Hauben hilft auch 2018 immer noch das gute alte Schmieröl. Es darf gerne aus der Sprayflasche kommen, sollte aber möglichst nicht auf Bremsen und Polsterstoffe gelangen.

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Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 09:17 Uhr