Ein Mann wischt einen Ölstab ab
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Leichter leben | 11.04.2018 | 17:00 Uhr Motoröl: So läuft das Auto wie geschmiert

Wer sich mit anderen Autofahrern über Motoröl unterhält, ist sofort in eine Diskussion verstrickt, die fast religiöse Züge trägt. Motoröl ist etwas, was im Motor herum gepumpt wird und dort zur Schmierung von Lagerstellen, der Kühlung des Motors und für die Übertragung von Kräften dient. Welches Öl dazu am besten geeignet ist, das weiß Andreas Keßler.

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Für den Motor nur das Beste!

Welches Öl sich am besten eignet, legt nicht der großspurige Stammtischnachbar, sondern der Motorkonstrukteur fest. Die Frage nach dem "besten" Öl wird deshalb regelmäßig durch die Bedienungsanleitung oder den Profi beim Vertragshändler beantwortet. Dieser Grundsatz gilt auch für Motoren, die vor 30 Jahren gebaut wurden, als es moderne Leichtlauföle überhaupt noch nicht gab. Wer beim Motoröl experimentiert, zahlt sehr schnell drauf.

Worauf kommt es wirklich an?

  • Die "richtige" Ölviskosität und (vor allem!) die Freigabenummer des Autoherstellers (sollte beides im Scheckheft sowie der Bedienungsanleitung stehen).
  • Das Ölwechselintervall ist keine Empfehlung. Auch Wenigfahrer sollten sich an das halten, was der Hersteller vorschreibt.
  • Vertragshändler verdienen mit Motoröl (zu)viel Geld! Es gibt dort zwar sicher das richtige Motoröl, aber andernorts auch. Und da ist es deutlich billiger.
  • Alle Motoröle sind miteinander mischbar. Man kann also, sollte aber kein anderes Öl als das, was im Motor ist, zum Nachfüllen verwenden. Es gilt die Notfall-Regel: Irgendein Öl ist besser als kein Öl.
  • Zusätzliche Additive für das Motoröl sind immer kritisch! Wer das Motoröl verändert, kann Ärger im Garantie-/Gewährleistungsfall bekommen. Deshalb: Finger weg von Wundermitteln!

Der Ölwechsel

Ölwechsel in der Autowerkstatt
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Was immer wieder in die Diskussion kommt, ist der sogenannte "Dauerfilter", mit dem man sich nach Einbau für die Zukunft die Ölwechsel ersparen soll. Ein Ölwechsel kostet Geld, keine Frage. Ein Dauerfilter kostet aber ebenfalls Geld, mit Einbau kommt da ein mittlerer dreistelliger Betrag zusammen. Mit dem Dauerfilter muss man angeblich das Öl nicht mehr wechseln, aber den Filter! Und der kostet als Ersatzteil fast so viel wie ein billiger Ölwechsel.

Wer geschickt ist, kann den Ölwechsel selber machen und ist dann mit etwa 25 Euro dabei. In großen Städten gibt es "Ölschnell-Dienste", bei denen man für einen Ölwechsel kaum mehr bezahlt. Wer trotzdem einen Dauerölfilter sexy findet, sollte folgendes bedenken: Das Motoröl ist eine hochkomplexe Chemikalie, die vielfältige Anforderungen erfüllen muss. Selbst feinst gefiltert, altert Motoröl und verliert schließlich die Eigenschaften, die es in den aktuellen High-Tech-Motoren haben muss. Extreme Temperaturwechsel sorgen für chemische Umwandlungsprozesse, hohe Drehzahlen zerschlagen komplizierte Molekül-Ketten der Additive im Öl und Kraftstoff versauert den Schmierstoff.

All das zeigt: Dauerfilter sind für die Praxis ungeeignet.

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Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2018, 11:52 Uhr