Eine Hand fährt mit einem Tuch über die Motorhaube eines Pkws
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Leichter leben | 20.09.2017 | 17:00 Uhr Autolack richtig säubern und pflegen – so geht es!

Matt, stumpf, ausgeblichen: Nein, ein gepflegtes Fahrzeug sieht anders aus. Schließlich ist der Lack doch eines der wichtigsten Aushängeschilder des Autos. Drum sollte er geschützt und vor allem gepflegt werden. Was es alles bei der Pflege zu beachten gibt, weiß unser Mann in Sachen Auto, Andreas Keßler. Er verrät, wie die Pflege erfolgreich gelingt und der Lack Ihres Autos das ganze Jahr über glänzt.

Eine Hand fährt mit einem Tuch über die Motorhaube eines Pkws
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Jede Jahreszeit bringt neue Herausforderungen für die Lackschicht Ihres Wagens: Im Winter greifen Salze den Autolack an, aufgewirbelte Streugut-Granulate können zu Steinschlagschäden im Lack führen. Im Frühjahr ärgert man sich über verstärkten, klebrigen Pollenflug, der für eine unerwünschte Beschichtung sorgt.

Im Sommer sind es festsitzende Insekten und Baumharz und im Herbst sind es Dellen und Kratzer, die durch heruntergefallende Zweige, Kastanien oder durch Hagel entstehen. Hinzu kommt vermehrte Vogelkot, aus den bereits entlaubten Bäumen.

Lackpflege dient dem Werterhalt des Fahrzeuges, nicht nur der schönen Optik.

Und deshalb, sollten besonders hartnäckige Verschmutzungen, die z.B. durch Teer, Baumharz und Insekten entstanden sind, schnell und sorgfältig durch spezielle Reinigungsprodukte entfernt werden. Insbesondere Vogelkot oder auch Insektenreste können den Lack nachhaltig angreifen. Deshalb: schnell handeln!

Und jetzt zur Lackpflege

Ein rotes Auto wird mit einer Poliermaschine aufpoliert.
Eine Politur verleiht dem Lack neuen Glanz. Wichtig: Der Lack sollte hinterher mit Hartwachs versiegelt werden. Bildrechte: colourbox

In der Praxis beginnt die Lackpflege immer mit einer gründlichen Reinigung der Oberfläche des Fahrzeugs. Und bitte: Uhr und Ringe abnehmen, denn so werden unnötige Kratzer vermieden.

Idealerweise sollte man dazu eine Waschanlage (speziell mit stark verschmutzten Autos) an einem Regentag aufsuchen. Die Verschmutzungen auf der Lackoberfläche sind dann nämlich bereits gut durchweicht und verschwinden viel leichter im Abfluss der Waschanlage, als wenn die Brocken hart verkrustet auf dem Lack kleben. Eistage verbieten sich für die Autowäsche hingegen von selbst.

Bei neuwertigem Lack reicht eine Hartwachspolitur als Schutzschicht und Versiegelung. Älterer, deutlich "gebrauchter" Lack verlangt etwas mehr Aufwand. Um den Lack wieder zum Glänzen zu bringen, muss er zunächst mit einer Lackpolitur behandelt werden. Die Politur wird leicht und gleichmäßig aufgetragen und verteilt. Feine Kratzer an den Türgriffen oder an der Heckklappe werden etwas intensiver behandelt. Es empfiehlt sich, immer nur eine Teilfläche zu bearbeiteten, da die Politur sonst zu lange trocknet, hart wird und das anschließende Polieren dadurch recht anstrengend ist. Je nach „Schärfe“ der Politur bleiben dabei mehr oder weniger Farbpartikel der oberen Lackschicht im Poliertuch hängen. Das Ergebnis sollte eine Lackoberfläche sein, die in etwa einem neuwertigen Lack entspricht. Als Abschluss kommt auch hier eine Versiegelung mit einem guten Hartwachs auf den Lack.

Verwitterter Autolack braucht professionelle Methoden, um wieder schön glänzend zu werden. Ein "Lackreiniger" sollte am besten von einem Fachmann mit einer Poliermaschine auf dem Lack verteilt werden. Der Lackreiniger schleift einen Teil der Lackschicht ab und legt dadurch „gesunde“ Partien des Farbkleides frei, das noch intakt und nicht verwittert ist. Für den gewünschten Glanz wird der Lack dann poliert, um die Lackoberfläche zu ebenen. Den Abschluss bildet auch hier wieder eine Versiegelung mit einem guten Hartwachs.

Die Wachsschicht wird mit weichen Tüchern und "mit der Hand" aufgetragen werden. Von kreisenden Bewegungen ist dabei abzuraten, da diese zu einer statischen Aufladung führen können, die Staubpartikel aus der Luft anziehen und beim Polieren Kratzer auf der Lackoberfläche verursachen können. Wenn das Hartwachs erst einmal auspoliert ist, hat man den Lack seines Autos wieder im Griff und muss in Zukunft nur zweimal im Jahr die Wachsschicht erneuern. Der Glanz des Lacks bleibt so lange erhalten.

Was bedeutet "Nanoversiegelung"?

Mit einem Tuch wird ein Auto poliert.
Eine Nanoversiegelung lässt nach der Anwendung Wasser samt Schmutz abperlen. Bildrechte: colourbox

Diese Produkte basieren auf dem "Lotus-Effekt". Hierbei werden Nano-Partikel auf Oberflächen aufgebracht, welche – ähnlich die der Lotus Blüte – Schmutzabweisend fungieren. Durch das Aufbringen werden kleinste Unebenheiten geglättet, sodass sich weder Schmutz noch Wasser auf der Lackoberfläche halten kann. Richtig angewandt, macht eine solche Versiegelung eine Autowäsche fast unnötig, da sich das Auto bei Regen förmlich selbst wäscht.

Trotzdem ist hier Vorsicht geboten, denn zum einen steht noch nicht fest, ob Gesundheitsrisiken entstehen und zum andern ist nicht in allen Produkten auf denen "Nano" draufsteht auch die Wirkung des Lotus-Effekts garantiert. Wer entsprechende Angebote vergleicht, findet Produkte von 5 bis 100 Euro, die den gleichen Erfolg versprechen. Das allein spricht sicher für (oder gegen …) sich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sucht lieber Rat beim Fachmann.

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2018, 10:01 Uhr