Verschneites Auto
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Leichter leben | 13.12.2017 | 17:00 Uhr Winter-Check: So machen Sie Ihr Auto fit für die kalte Jahreszeit

Der Winterurlaub steht vor der Tür und viele fahren mit dem Auto in den Schnee, in die Berge. Doch leider wird oft vergessen, dass jedes Auto auf einer langen Fahrt Höchstleistungen erbringen muss. Eiseskälte, Schnee und Streusalz machen dem Fahrzeug zu schaffen. Deshalb ist ein Winter-Check empfehlenswert, denn der schützt vor Pannen und dient der Sicherheit. Autopapst Andreas Keßler weiß, worauf es dabei ankommt. Er hat wertvolle Tipps.

Verschneites Auto
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Einsteigen, starten und losfahren: An warmen Tagen ist das kein Thema. Im Winter kann das jedoch schon Glückssache sein. Denn in der kalten Jahreszeit muss die Batterie deutlich mehr Verbraucher bedienen: Scheinwerfer, Sitzheizung, Radio, Lüftung – und alle wollen vollen Einsatz. Mit einem Batterie-Check kann man feststellen, ob es die Batterie vor dem Start in den Winterurlaub noch schafft oder ob sie getauscht werden sollte.

Was ist vor der Winterfahrt noch zu tun?

Der Gesetzgeber hat schon vor einiger Zeit das "Winterreifengesetz" erlassen. Gemeint ist mit dieser Vorschrift, dass Autos im Winter der Witterung entsprechend ausgerüstet sein müssen. Zu dieser Ausrüstung gehören neben den Winterreifen vor allem eine funktionsfähige und frostsichere Scheibenwaschanlage. Überprüft werden sollten auch noch die Scheibenwischerblätter, das Gebläse und die Frischluftzufuhr der Heizung.

Und man sollte den Durchblick behalten. Ein Licht-Check beim Fachmann sorgt dafür, dass Sie sehen und gesehen werden. Der Profi schaut nicht einfach nur nach, ob alle Lampen funktionieren, sondern er stellt auch das Abblendlicht und die Nebelscheinwerfer richtig ein, wenn dies nötig ist.

Frostschutz für die Scheibenwaschanlage – was ist zu beachten?

Ein Mann füllt Frostschutzmittel in die Scheibenwischanlage eines Autos
In der kalten Jahreszeit braucht Ihr Auto unbedingt Frostschutzmittel. Hierzulande reicht eine Frostfestigkeit bis zu -25°C. Bildrechte: IMAGO

Der Frostschutz für die Scheibenwaschanlage kommt aus dem Kanister, und der steht meistens im Supermarkt-Regal. Man könnte sich bei der Auswahl nur nach dem Preis richten; es gibt aber noch andere Qualitätskriterien. Wichtig ist z.B. die Konzentration: Wenn der Kanister mit einer "vorgemischten" Flüssigkeit gefüllt ist, kann diese direkt in den Vorratsbehälter gegossen werden. Wenn im Kanister "Reiniger-Konzentrat" schwappt, kann und sollte verdünnt werden. In unseren Breiten reicht in der Regel eine Frostfestigkeit bis zu -25°C.

Wichtig ist noch die Verträglichkeit des Waschwasserzusatzes mit Kunststoff-Streuscheiben. Viele Autos besitzen eine Scheinwerferreinigungsanlage. Kunststoffstreuscheiben können bei Behandlung mit dem falschen Reinigungsmittel "verspröden" und reißen. Wer unsicher ist, sollte bei den Reinigungs- und Frostschutzzusätzen für die Scheibenwaschanlage nur zu den bekannten Marken greifen.

Frostschutz im Kühlmittel?

Frostschutz gehört auch in das Kühlmittel. Normalerweise ist im Kühlmittel genügend Frost- und Korrosionsschutz. Wenn im Sommer aber mit Wasser nachgefüllt wurde, kann sich die Konzentration des Kühlerfrostschutzes gefährlich verringert haben. Um sicher zu gehen, muss "gespindelt" werden. So nennt man den Vorgang der Messung mit einem Frostschutzprüfer. Erhältlich im Autozubehör für 3 bis 5 Euro.

Wenn der Kühlwasserstand im Kühler zu niedrig ist, reicht es, wenn mit reinem Frostschutz aufgefüllt wird. Ideal ist eine Mischung aus Wasser und Frostschutz, die das Kühlmittel bis etwa -25°C flüssig hält.

Motoröl auf den Winter vorbereiten

Eine weitere "winterrelevante" Flüssigkeit ist das Motoröl. Zu altes Öl mit der falschen Viskosität kann einen kältesteifen Motor im Winter nachhaltig ausbremsen. Ein dünnflüssiges Winter- Öl, z. B. 0-W30, kommt in die Ölwanne. Das schmiert den Motor auch bei -25°C ab den ersten Umdrehungen.

Was ist außerdem wichtig?

Startprobleme resultieren meistens aus ungepflegten Zündanlagen. Als Winterinspektion empfiehlt sich vor der großen Kälte ein Test der Lichtmaschine, die mindestens 14 Volt Ladespannung abgeben muss. Flankierend müssen dann neue Zündkerzen, Zündkabel und Verteilerkappe ins Auto.

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2018, 09:52 Uhr